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Kinovorschau : Königreich und Jammertal

  • Aktualisiert am

Vom Schmied zum Kreuzritter: Orlando Bloom in „Königreich der Himmel” Bild: Fox

Orlando Bloom kämpft im Heiligen Land für den Frieden, Kevin Bacon in Philadelphia gegen sich selbst und kurdische Waisenkinder im Nordirak ums Überleben: Die Kinostarts in dieser Woche.

          Orlando Bloom kämpft im Heiligen Land für den Frieden, Kevin Bacon in Philadelphia gegen sich selbst und kurdische Waisenkinder im Nordirak ums Überleben: Die Kinostarts in dieser Woche.

          Königreich der Himmel

          Historienfilm, Vereinigte Staaten 2005.

          Walter und Vickie kommen sich trotz ihrer Vergangenheit näher

          Das Leben des französischen Schmieds Balian (Orlando Bloom) Ende des zwölften Jahrhunderts ändert sich plötzlich völlig. Kurze Zeit nach dem Tod seiner Frau und seines Kindes erfährt Balian, daß er der uneheliche Sohn des berühmten Ritters Godfrey von Ibelin (Liam Neeson) ist, der sich für die Erhaltung des Friedens zwischen Muslimen und Christen im Heiligen Land einsetzt. Balian folgt seinem Vater und setzt dessen Mission fort, als der ihn in seiner letzten Stunde zum Ritter schlägt. Im Heiligen Land angekommen, kämpft Balian im Namen des bedrohten Königs Baldwin IV. (Edward Norton) für den Frieden und wird bei der Verteidigung Jerusalem zum Helden. Regisseur Ridley Scott hat bereits mit großen epischen Filmen wie „Gladiator“ und „Black Hawk Down“ Erfolge gefeiert.

          The Woodsman

          Drama, Vereinigte Staaten 2004.

          Der wegen sexuellen Mißbrauchs Minderjähriger veruteilte Walter (Kevin Bacon) kehrt nach zwölf Jahren Gefängnis in seine Heimatstadt Philadelphia zurück. In einer für ihn unbekannten Welt versucht er, ein normales, unauffälliges Leben zu führen und zieht in ein kleines Apartment. Sein Schwager Carlos (Benjamin Bratt) besorgt ihm einen Job im Sägewerk, wo er auf seine Arbeitskollegin Vickie (Kyra Sedgwick) trifft. Vickie entwickelt Verständnis für Walters Situation, als sie von seiner Vergangenheit erfährt. Doch Walters Angst vor seinen eigenen Gefühlen und Trieben wird immer stärker, spätestens als er im Wald auf ein Mädchen (Hannah Pilkes) mit rotem Mantel trifft.

          Kevin Bacon liefert in diesem Drama das Porträt eines Mannes, der sich als Täter und zugleich als Opfer fühlt. Die amerikanische Regisseurin Nicole Kassell greift in ihrem Debüt mit der Problematik der Pädophilie ein Tabu-Thema auf.

          Whisky

          Drama, Uruguay / Argentinien / Deutschland 2003.

          Der ledige Jacobo (Andres Pazos) ist Inhaber einer kleinen Sockenfabrik in Montevideo. Als sein Bruder Herman (Jorge Bolani) aus dem Ausland zu Besuch kommt, möchte er seine „bessere Hälfte“ präsentieren. Darum bittet er seine loyale Angestellte Marta, sich als seine Frau auszugeben. Ihr Verhältnis war bislang zwar nicht von einer engen Beziehung zueinander geprägt, doch Marta willigt ein. Herman ist von Jacobos angeblicher Frau begeistert. Bei einem Ausflug zu dritt ans Meer erfährt das „Ehepaar“ mehr über sich selbst, als es jemals wußte.

          Das junge uruguayische Regie-Duo Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll bringt mit „Whisky“ seinen zweiten Spielfilm auf die Leinwand, der an die Werke des finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki erinnert.

          Netto

          Tragikomödie, Deutschland 2005.

          Seit der Trennung seiner Eltern lebt der fünfzehn Jahre alte Sebastian (Sebastian Butz) bei seiner Mutter (Christina Grosse) in Berlin. Als diese hochschwanger mit ihrem Freund wegzieht, flüchtet Sebastian zu seinem Vater Marcel (Milan Peschel), den er jahrelang nicht gesehen hat. Der arbeitslose Marcel ist zunächst gar nicht begeistert. Doch mit Sebastians Unterstützung bei den Bewerbungen für einen Einstieg in den Personenschutz wird das Vater-Sohn-Verhältnis neu belebt. Ihre Beziehung wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als Sebastian seine neue Freundin Nora (Stephanie Charlotta Koetz) mit nach Hause bringt.

          Regisseur Robert Thalheim, zur Zeit noch Student an der Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen, liefert mit „Netto“ sein tragikomisches Regiedebüt. Der Film wurde bereits nach 17 Drehtagen fertiggestellt.

          Schildkröten können fliegen

          Drama, Irak / Iran 2004.

          Der iranische Regisseur Bahman Ghobadi erzählt von der schwächsten vorstellbaren Gruppe überhaupt, nämlich von kurdischen Waisenkindern in einem irakischen Dorf nahe der Grenze zu Iran und der Türkei unmittelbar vor den ersten Angriffen amerikanischer Bomber. Die Kinder, viele von ihnen verstümmelt, suchen Landminen, um sie zu verkaufen. Das ist die Gefahr von unten. Und oben am Himmel dröhnt die neueste Kriegstechnologie.

          Das Drama wurde bereits mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet, unter anderem erhielt es den Friedensfilmpreis auf der Berlinale. Der Film war zudem offizieller Oscar-Beitrag Irans 2005 in der Kategorie „bester ausländischer Film“.

          Invisible - Illegal in Europa

          Dokumentarfilm, Deutschland 2002-2004.

          Ein Jahr lang hat der Dokumentarfilmer Andreas Voigt fünf illegale Einwanderer aus fünf Ländern begleitet, deren oft jahrelange Odyssee sie in fünf verschiedene europäische Städte geführt hat, und die sich ihren Traum von einem besseren Leben erfüllen wollten. Sie berichten von ihrem Alltag, ihrem Heimweh und von den Gründen ihrer Wanderung.

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