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Kinovorschau : Kittelschürzenkarriere und Provinztristesse

  • Aktualisiert am

Durch dieses Loch bedient sie Londons Männer: Maggie (Marianne Faithfull) Bild: ddp

Marianne Faithfull macht als „Irina Palm“ Karriere im Rotlichtmilieu. Außerdem von Donnerstag an im Kino zu sehen: Ein Familiendrama in der Uckermark, durchgeknallte Polizisten in der englischen Provinz und Grauen im slowakischen Hostel.

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          Marianne Faithfull macht als „Irina Palm“ Karriere im Rotlichtmilieu. Außerdem von Donnerstag an im Kino zu sehen: Ein Familiendrama in der Uckermark, durchgeknallte Polizisten in der englischen Provinz und Grauen im slowakischen Hostel.

          Irina Palm

          Drama, Deutschland / Belgien / Luxemburg / Großbritannien 2007.

          Laura (Karoline Eichhorn) wird im Sommerlandhaus mit Familienproblemen konfrontiert

          Schauspielerin und Pop-Ikone Marianne Faithfull („Marie Antoinette“) spielt die Witwe Maggie, die sich aus Verzweiflung im Londoner Rotlicht-Milieu verdingt, damit sie die Operation zur Rettung ihres todkranken Enkels finanzieren kann. Regisseur Sam Garbarski („Tango der Rashevskis“) erzählt in seinem Drehbuch und Film „Irina Palm“, wie die 50-jährige Maggie sich bei Micky (Miki Manojlovic), dem Chef eines Londoner Sex-Clubs, um einen Job bewirbt und zunächst Ablehnung erntet. Doch bald stellt sich Erfolg ein und unter dem Pseudonym Irina Palm arbeitet Maggie mit ihren sensiblen Händen im Akkord. Kein Kunde ahnt, dass sich hinter der Wand eine Frau mittleren Alters in Kittelschürze verbirgt.

          Ferien

          Drama, Deutschland 2007.

          In den Wäldern der Uckermarck liegt ein Landhaus, wo Anna (Angela Winkler, „Die Blechtrommel“) mit ihrem Mann Robert (Wiegand Witting) und Sohn abgeschieden lebt. Im Laufe des Sommers treffen sich dort mehrere Generationen der Familie. Auch Annas Tochter Laura (Karoline Eichhorn) reist mit ihrem Freund Paul und ihren Kindern an, um Ferien zu machen.

          Die scheinbare Idylle trügt: Annas pflegebedürftige Mutter kommt ins Haus; die Risse in Pauls und Lauras Beziehung werden deutlich, und schwelende Konflikte brechen auf. Plötzlich sichtbare Lebenslügen bedrohen den Zusammenhalt der Familie. Regisseur Thomas Arslan („Dealer“) zeigt in „Ferien“ die Verdrängungsmechanismen der bürgerlichen Mittelschicht.

          Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis

          Komödie, Großbritannien 2007.

          Nicholas Angel (Simon Pegg) ist zweifellos der beste Polizist Londons. Mit seinem Übereifer geht er seinen Kollegen fürchterlich auf die Nerven und wird aufs Land versetzt. Sein neuer Partner ist der entspannte Kollege Danny (Nick Frost).

          Tatsächlich scheint Angel sich erst der dörflichen Langeweile zu ergeben, doch dann erweckt eine Reihe merkwürdiger Unfälle seine polizeilichen Instinkte zu neuem Leben, und er entlarvt gemeinsam mit Danny das friedliche Kaff als mörderisches Wespennest. Regisseur Edgar Wright („Shaun of the Dead“) karikiert in „Hot Fuzz“ den britischen Polizeiapparat.

          Buongiorno Notte - Der Fall Aldo Moro

          Drama, Italien 2003.

          In Italien proklamierten die Roten Brigaden in den 70er Jahren den „bewaffneten Kampf gegen das System“. Aldo Moro (Roberto Herlitzka), der politische Kopf der konservativen „Democrazia Cristiana“, wurde am 16. März 1978 von einem Brigade-Kommando entführt, in einer Privatwohnung in Rom festgehalten und nach 55 Tagen ergebnisloser Suche tot im Kofferraum eines Wagens gefunden.

          Regisseur Marco Bellocchio erzählt in „Buongiorno Notte - Der Fall Aldo Moro“ aus der Perspektive der Täter, wie die Geiselnahme zunehmend außer Kontrolle gerät. Unter zunehmendem Handlungsdruck scheitert die ursprüngliche revolutionäre Utopie, und Gewalt scheint unvermeidlich.

          Hostel 2

          Horror, Vereinigte Staaten 2007.

          Ein Jahr nach seinem Horror-Thriller „Hostel“ bringt Regisseur Eli Roth den zweiten Teil der - als nicht jugendfrei deklarierten - Gruselgeschichten um das berüchtigte slowakische Jugendhotel in die Kinos. Drei junge Amerikanerinnen, die während des Sommersemesters in Rom Kunst studieren, erfahren von den sagenhaften Partys, die angeblich in dem Hostel gefeiert werden und reisen dorthin.

          Doch Beth (Lauren German), Lorna (Heather Matarazzo) und Whitney (Bijou Phillips) erfahren schon bald vom düsteren Geheimnis dieses Ortes. Das Jugendhotel beherbergt Sadisten, die sich dort für viel Geld alle Wünsche erfüllen können - vorausgesetzt, es stehen stets neue junge Frauen als Opfer zur Verfügung.

          Verstörung - und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki

          Dokumentarfilm, Deutschland 2007.

          Mit dem Antikriegsdrama „Die Brücke“ wurde der österreichische Schauspieler und Regisseur Bernhard Wicki (1919-2000) über Nacht weltberühmt. Der Film stand auch am Karrierebeginn mehrerer junger Schauspieler, beispielsweise Fritz Wepper und Volker Lechtenbrink.

          Wickis zweite Frau und Witwe Elisabeth Wicki-Endriss erforschte für ihre Dokumentation das gesamte Werk eines der bedeutenden Künstlers des 20. Jahrhunderts. Freunde und Weggefährten wie Klaus Maria Brandauer, Michael Mendl und Maximilian Schell kommen zu Wort und kommentieren Schriften und Briefe des Filmemachers.

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