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Kinovorschau : Jenseits aller Vernunft

  • Aktualisiert am

„Klimt”: Der Künstler und seine Muse Bild: AP

Von Donnerstag an im Kino: Ein Porträt des stets von nackten Modellen umgebenen Jugendstilmalers Klimt, ein langbeiniger Engel in Paris und eine Braut auf Abwegen. Außerdem: Antonio Banderas als Tanzlehrer.

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          Von Donnerstag an im Kino: Ein Porträt des stets von nackten Modellen umgebenen Jugenstilmalers Klimt, ein langbeiniger Engel in Paris und eine Braut auf Abwegen. Außerdem: Antonio Banderas als Tanzlehrer.

          Klimt

          Drama, Deutschland / Österreich / Großbritannien / Frankreich 2006.

          Schutz(b)engel? Der Pechvogel Andre und seine Bekanntschaft Angel-a

          Der chilenische Regisseur Raoúl Ruiz hat den Versuch unternommen, den Ausnahmekünstler Gustav Klimt in seinen letzten Lebensjahren zu porträtieren. Ausgangspunkt der Geschichte ist das Sterbebett Klimts (dargestellt von John Malkovich), von dem aus der Wiener Jugendstilmaler seine letzten 18 Jahre Revue passieren läßt: Die Weltausstellung 1900, auf der er eine Goldmedaille für sein Bild „Philosophie“ erhält, die Liebe zu Lea De Castro (Saffron Burrows), einer geheimnisvollen Frau aus Paris, die zur erotischen Illusion wird. Gezeichnet von einer Syphilis-Erkrankung, verfällt der Künstler immer tiefer in Wahn und Einbildung. Neben den vielen nackten Modellen, die den Künstler stets umgeben, spielt Veronica Ferres an der Seite Malkovichs mit brauner Perücke Klimts Frau Emilie Flöge, und Nikolai Kinski ist als Egon Schiele zu sehen.

          Angel-A

          Drama, Frankreich 2005.

          Regisseur Luc Besson liefert mit seinem in schwarz-weiß gedrehten Film „Angel-A“ eine Liebeserklärung an die Schönheit seiner Geburtsstadt Paris und eine Begegnung ganz besonderer Art. Als der kleinwüchsige, häßliche und lebensmüde Marokkaner André (Jamal Debbouze) sich von der Brücke in die Seine stürzen will, entdeckt er nicht weit von sich entfernt eine auffallend großgewachsene Blondine („Femme Fatale“ Rie Rasmussen) mit gleicher Absicht. Die springt prompt ins Wasser und André folgt ihr, um sie zu retten - und auf diese etwas umständliche Weise auch sich selbst.

          Die schöne Riesin weicht nicht mehr von der Seite des kleinen Mannes, für den sich märchenhafte Konsequenzen aus der Begegnung ergeben. Denn Angela räumt ihm alle finanziellen und existenziellen Nöte aus dem Weg. Und sie betätigt sich bei dem vom Leben so gebeutelten Araber als kluge, wenn auch etwas nervende Lebensberaterin. André fragt sich, ob Angela ein Geschöpf irdischen Ursprungs ist - oder ein Engel.

          Eine Hochzeit zu Dritt

          Komödie, Großbritannien/ Vereinigte Staaten / Deutschland 2005.

          In Ol Parkers Kinodebüt „Eine Hochzeit zu Dritt“ gerät die Braut an ihrer Hochzeit ins Zweifeln. Denn Rachel (Piper Perabo) verknallt sich Hals über Kopf in eine Frau - die Floristin Luce (Lena Headey).

          Als bei der Feier auch noch der Ehering in die Bowle fällt, scheint das ein schlechtes Omen für die Ehe mit Heck (Matthew Goode) zu sein. Die Romanze zwischen den Frauen entwickelt sich unaufhaltsam, bis sie sich letztlich ihre Gefühle füreinander eingestehen und dem verlassenen Ehemann nur die angeberischen Sprüche seines Trauzeugen, eines „echten Frauenkenners“, bleiben.

          C.R.A.Z.Y. - Verrücktes Leben

          Drama, Kanada 2005.

          Der Regisseur Jean-Marc Vallée bekam bei den Filmfestspielen in Toronto für das Vater-Sohn-Drama „C.R.A.Z.Y.“ den Preis für den besten Film und eine Oscar-Nominierung. „C.R.A.Z.Y.“ erzählt die Geschichte einer Familie, in deren Mittelpunkt Zac (Marc-André Grondin) steht, der fünfte Sohn von Gervais (Michel Côté).

          In den sechziger und siebziger Jahren dreht sich Zacs Leben hauptsächlich um Musik und um seine Familie. Gervais hat zu seinem jüngsten Sohn Zac eine besondere Beziehung. Nur mit dessen weicher Seite kann er nicht umgehen, und weil Zac seinen Vater nicht enttäuschen will, gesteht er sich seine Homosexualität nicht ein. Auf Dauer gelingt es Zac jedoch nicht, seine Neigung zu unterdrücken, und die familiäre Krise ist unausweichlich.

          Breakfast on Pluto

          Drama, Irland / Großbritannien 2005.

          Für seine erste Verfilmung eines Patrick-McCabe-Romans bekam der Regisseur Neil Jordan einen Drehbuch-Oscar. Diesmal hat er mit dem Autor gemeinsam das Drehbuch verfaßt und die Geschichte von Patrick (Cillian Murphy) verfilmt, der als Baby in einem irischen Dorf von seiner Mutter vor das Haus des Pfarrers (Bryan Ferry) gelegt wurde.

          Schon als Kind interessiert sich Patrick, Spitzname „Kitten“, für Schminke und Kleider, und als Teenie entwickelt er sich unübersehbar zu einem androgynen Wesen. Er knüpft Kontakte zur IRA und geht in London auf den Strich. Parallel zu seiner Identitätssuche betreibt er die Suche nach seiner Mutter. Obwohl Patrick mit seinem Äußeren und ständigem Fragen nach Geschlechtsumwandlung seine konservative Umgebung zur Verzweiflung treibt, wickelt er die Menschen mit seinem Charme immer wieder um den Finger.

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