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Kinovorschau : Hollywoods erstes Cowboy Coming-Out

  • Aktualisiert am

Drei Oscars: Brokeback Mountain Bild: AP

Drei Oscars gab's am Sonntag für „Brokeback Mountains“ - am Donnerstag kommt der Film auch bei uns ins Kino. Außerdem: Gérard Depardieu mit Queen Latifah und der rosarote Panther mit einem neuen Clouseau.

          3 Min.

          Anders als Regisseur Ang Lee gingen die „Brokeback Mountain“-Darsteller Jake Gyllenhaal und Heath Ledger bei der Oscar-Verleihung leer aus. Eine weitere Trophäe gab es allerdings für die Filmmusik und das (adaptierte) Drehbuch. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Gérard Depardieu mit Queen Latifah und der rosarote Panther.

          Brokeback Mountain

          Drama, Vereinigte Staaten 2005.

          „Knallhart”: Das Leben in Neukölln
          „Knallhart”: Das Leben in Neukölln : Bild: dpa/dpaweb

          Je unüberwindlicher die Schranken von Rasse, Klasse, Religion oder Geschlecht, desto wirkungsvoller das Melodram: Zwei Neunzehnjährige hüten 1963 in Wyoming den Sommer über Schafe und wärmen sich eines Nachts im Zelt aneinander. Nach dem ersten gleichgeschlechtlichen Mal versichern sie sich, daß sie nicht schwul seien, und das ist völlig normal, weil einem all die frauenlosen Western längst klargemacht haben, daß die Cowboys am Ende doch immer geheiratet haben. Nach vier Jahren sehen sie sich wieder, sie sind Ehemänner und Väter, und sie müssen mühsam begreifen, daß da mehr war als nur ein One-Night-Stand. Wann immer es geht, sehen sie sich wieder, zu Angelausflügen, von denen sie nie einen Fisch mit nach Hause bringen. Regisseur Ang Lee erzählt mit den beiden Hollywood-Beaus Kaje Gyllenhaal und Heath Ledger einfach eine traurige Liebesgeschichte mit spärlichen Sexszenen, die jedoch selbst Madonna als „shocking“ bezeichnet haben soll.

          Knallhart

          Drama, Deutschland 2006.

          Jenny Elvers-Elbertzhagen spielt in Detlev Bucks Film „Knallhart“ eine Frau, die viel zu jung ein Kind bekommen hat und deren Überlebensstrategien nicht mehr funktionieren, wohlhabende Männer zu becircen, ein bißchen Glück zu finden oder notfalls durch Sex wenigstens die Illusion einer Romanze.

          Ihrem Sohn, der nach dem Umzug aus dem Villenstadtteil ins krasse, kriminelle, gewalttätige Neukölln jeden Halt verliert, bis ihn ausgerechnet ein großer Drogenboß auffängt, wirft sie trocken zu: „Als ich in deinem Alter war, hatte ich ganz andere Probleme. Da war ich nämlich schwanger.“ Der Film zeigt die Gewaltbereitschaft von Jugendbanden, deren Mitglieder vor allem Minderjährige sind.

          Der rosarote Panther

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          Steve Martin versucht unter der Regie von Shawn Levy, als vertrottelter Beamter der Pariser Sureté einen schwierigen Fall zu lösen. Mitten in einem voll besetzten Stadion wird ein Fußballmanager ermordet, und ihm wird der berühmteste Ring der Welt geklaut: Der rosarote Panther.

          Inspektor Clouseaus Chef Dreyfus (Oscar-Preisträger Kevin Kline) verzweifelt an seinem Mitarbeiter und gibt ihm den Detektiv Ponton (Jean Reno) zur Seite. Als die Polizisten bei ihren Ermittlungen auf Xania (Beyoncé Knowles) stoßen, die schöne Freundin des Toten, beginnt die Arbeit Spaß zu machen. Blake Edwards, der Mann hinter den „Rosaroter Panther“-Filmen mit Peter Sellers als Inspektor Clouseau, schrieb am Drehbuch mit.

          Noch einmal Ferien

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          Regisseur Wayne Wang erzählt die Geschichte von der Buchhalterin Georgia (gespielt von Rapperin Queen Latifah), die ein unspektakuläres Leben führt. Als sie erfährt, daß sie sterbenskrank ist und nur noch ungefähr drei Wochen zu leben hat, will sie es noch einmal wissen: sie verkauft ihren ganzen Besitz und fliegt nach Tschechien, wo sie sich in die Präsidentensuite eines Hotels einmietet und mit ihrem unkonventionellen Auftreten zunächst aneckt.

          Doch bald ist sie Teil der High Society und findet im Star-Koch des Hotels, Didier (Gérard Depardieu), einen treuen Verehrer. Als Georgia auch auf ihren ehemaligen Chef (Timothy Hutton) trifft, ist dieser von ihren Enthüllungen gar nicht angetan.

          Arktos

          Dokumentarfilm, Schweiz 2005.

          Raphaël Blanc verfilmt mit „Arktos“ die Geschichte des Profi-Abenteurers Mike Horn, der als erster Mensch die Arktis unmotorisiert auf dem Polarkreis umrundete. In 808 Tagen legte der gebürtige Südafrikaner zu Fuß, per Boot, Kajak und auf dem Fahrrad insgesamt 26.451 Kilometer zurück, trotzte Extremtemperaturen von bis zu Minus 70 Grad - und überlebte ohne größere körperliche Schäden.

          Die Kamera führte der Abenteuer größtenteils selbst. An den Nahtstellen der extremen Expedition, die am Nordkap in Norwegen startete und endete, über Grönland, Kanada, die Vereinigten Staaten und Rußland zurückführte, übernahmen auch Regisseur Blanc sowie Jean-Philippe Pathey und Stéphane Brasey das Filmen.

          Odessa Odessa

          Dokumentarfilm, Israel / Frankreich 2004.

          Odessa, die „Perle am schwarzen Meer“, hat für Juden eine besondere Bedeutung, weil die Stadt vor der deutschen Eroberung im Sommer 1941 eines der kulturellen jüdischen Zentren innerhalb Europas war.

          Regisseurin Michale Boganim gibt Einblicke in die Gefühlswelt der sich selbst als Exilanten fühlenden Juden und nimmt - von Odessa aus - den Zuschauer mit auf die Reise nach „Little Odessa“, einem von russischen Emigranten bewohnten Stadtteil New Yorks, und Aschdod, eine in Israel gelegene Neubaustadt.

          Rohtenburg

          Thriller, Deutschland 2006.

          Die Verfilmung der Geschichte des aus den Medien bekannten „Kannibalen von Rotenburg“ kommt vorerst nicht in die Kinos. Wegen einer einstweiligen Verfügung wurde der Filmstart auf unbestimmte Zeit verschoben.

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