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Kinovorschau : Ein Stummfilm-Punk und steppende Pinguine

  • Aktualisiert am

„Little Miss Sunshine”: Eine schräge Familie unterwegs zu Miss-Wahlen Bild: Fox

Mit ihrem schrägen Familienclan fährt Olive zum „Little Miss Sunshine“-Wettbewerb. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Franka Potentes schwarz-weißes Regiedebüt, singende Pinguine und neue Extremabenteuer der „Jackass“-Crew.

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          Mit ihrem schrägen Familienclan fährt Olive zum „Little Miss Sunshine“-Wettbewerb. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Franka Potentes schwarz-weißes Regiedebüt, singende Pinguine und neue Extremabenteuer der „Jackass“-Crew.

          Little Miss Sunshine

          Komödie, Vereinigte Staaten 2005.

          Moderner Stummfilm: „Der die Tollkirsche ausgräbt”

          Die Hoovers sind eine amerikanische Durchschnittsfamilie. Mit ihrem gelben Volkswagenbus steuern sie durch sonnenverdorrte Landschaften von New Mexico nach Kalifornien zum Kinderschönheitswettbewerb, zu dem die pummelige kleine Tochter Olive (Abigail Breslin) eingeladen ist. Vater Richard (Greg Kinnear) unterhält die Familie, Mutter Sheryl (Toni Colette, „About a Boy“) raucht Kette, der pubertierende Sohn Dwayne schweigt, der Großvater (Alan Arkin) schnupft Heroin und Onkel Frank ist stark selbstmordgefährdet. Unterwegs brechen der Kleinbus sowie wesentliche Zukunftshoffnungen diverser Familienmitglieder langsam in sich zusammen, doch das gemeinsame Ziel wird mit unverbrüchlichem Optimismus weiterverfolgt. „Little Miss Sunshine“ ist das Spielfilmdebüt des bisher für seine Musikvideos bekannten Ehepaars Jonathan Dayton und Valerie Faris und handelt von ziemlich normalen Menschen in leicht außergewöhnlichen Situationen.

          Der die Tollkirsche ausgräbt

          Komödie, Deutschland 2006.

          Ihr Regiedebüt hat die Schauspielerin Franka Potente („Lola rennt“) im Stil der frühen Stummfilme, in Schwarzweiß, mit Sprachtafeln und übertrieben agierenden Schauspielern inszeniert. Die Geschichte spielt 1918 und handelt von dem Mädchen Cecilie (Emilia Sparagna), das mit dem ungeliebten, aber solventen Alfred (Max Urlacher) verheiratet werden soll.

          Doch dann platzt unerwarteter Besuch in das Geschehen, ein Berliner Punk (Christoph Bach). Geräusche aus der Zukunft begleiten Geschehnisse aus der Vergangenheit. Und in der Nacht vor der Hochzeit passieren seltsame Dinge. Kameramann Frank Griebe („Das Parfum“) hat die Schwarzweiß-Welten in genretypischen Bildern synchronisiert.

          Happy Feet

          Trickfilm, Australien 2006.

          Mit „Happy Feet“ bringt Regisseur George Miller („Ein Schweinchen namens Babe“) rechtzeitig zu Weihnachten einen Film für die ganze Familie ins Kino. Im Herzen der Antarktis liegt das Land der Kaiserpinguine, wo Mumble und seine Artgenossen sich die Zeit gerne damit vertreiben, laut zu singen.

          Die Legende besagt, daß jeder Pinguin einen individuellen Song braucht, um seinen für ihn vorgesehenen Partner finden zu können. Mumble, der Sohn von Elvis und Norma, ist ein entsetzlich schlechter Sänger - dafür der beste Steptänzer weit und breit. Die Figuren werden in der Orginialversion von Stars wie Nicole Kidman und Elijah Wood gesprochen. In der deutschen Fassung werden sie unter anderem von Ben Becker synchronisiert.

          Jackass Nummer 2

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          Vor vier Jahren hatten sich Johnny Knoxville und seine Crew von „Jackass“ mit ihrem ersten Kinofilm eigentlich von ihren Zuschauern verabschiedet. Mit den masochistischen Abenteuern sollte Schluß sein, und Knoxville versuchte sich als Schauspieler in Komödien, während seine Kollegen Bam Margera, Steve-O und Chris Pontius andere Comedy-Serien starteten.

          Regisseur Jeff Tremaine hat nun auch den zweiten Kinofilm über die schmerzhaften Aktionen der Extremabenteurer gedreht. Johnny Knoxville läßt sich mit verbundenen Augen von einem Stier auf die Hörner nehmen, Steve-O läßt sich von einem Hummer mit den Scheren in die Zunge kneifen und Ryan Dunn wird in einem Einkaufswagen mit Schwung gegen eine Wand geschleudert. Alles nach dem Motto: „Was uns nicht umbringt, härtet uns ab.“

          Bye bye Blackbird

          Drama, Deutschland / Luxemburg / Frankreich / Großbritannien 2005.

          Josef (Charlie-Chaplin-Enkel James Thiérrée) ist Gerüstbauer und ist in schwindelerregender Höhe am Bau des Eiffelturms beteiligt. Als ein Kollege in die Tiefe stürzt und tödlich verunglückt, steht Josef unter Schock. Erst als er sich in die schöne Trapezkünstlerin Alice (Izabella Miko) verliebt, reißt ihn das ins Leben zurück.

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