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Kinovorschau : Eichhörnchenhirndiskurse und Zuckerwattefrisuren

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Sacha Baron Cohen überschreitet als kasachischer Reporter „Borat“ die Grenzen des guten Geschmacks. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Kirsten Dunst als Marie Antoinette, Sigourney Weaver als Autistin und Alexandra Maria Lara als Dolmetscherin.

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          Sacha Baron Cohen überschreitet als kasachischer Reporter „Borat“ die Grenzen des guten Geschmacks. Kirsten Dunst ist als Marie Antoinette zu sehen, Sigourney Weaver als Autistin und Alexandra Maria Lara als Dolmetscherin. Außerdem erreichen die filmischen Vorboten des Weihnachtsfest von Donnerstag an das Kino. Und zahlreiche Dokumentarfilme: Über Fußballfans und Jazzmusiker, Holocaust-Überlebende in polnischen Wäldern, chinesische Arbeiter angesichts der Globalisierung, Türken in Istanbul und der Schweiz, Indios im Kampf gegen übermächtige Stromkonzerne, alte Damen, die dem Lebensherbst Farbe abgewinnen, junge Leute mit ihren alters- und ortsspezifischen Themen im Schwarzwald und in Köln - und Schauspieler, die in Hollywood groß rauskommen wollen.

          Borat

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          Zuckersüß: Kirsten Dunst verkörpert Marie Antoinette

          Borat Sagdiyev (der britische Comedy-Star Sacha Baron Cohen, bekannt aus „Ali G. in da House“) hat Kasachstan und dem Dorf Kuzcek zu nie gekannter Hipness verholfen. „Borat“ ist eine Amerikareise und ein unendliches Hin- und Herhüpfen zwischen Rassen, Klassen und Geschmacksgrenzen. Die Gesprächpartner des enthusiastischen Reporters sind ahnungslos und geplättet von der guten Laune des vermeintlich vom kasachischen Innenministerium entsandten Journalisten, der sich erkundigt, warum Frauen überhaupt studieren dürfen, wo doch ihr Gehirn dem eines Eichhörnchens gleiche. Borat ist die politische Unkorrektheit in Person, er ist rassistisch, antisemitisch, sexistisch, schwulenfeindlich und posaunt die „Traditionen“ seiner Heimat laut hinaus: Korruption, Waffenschieberei und Prostitution. Larry Charles („Masked and Anonymus“) hat Regie geführt, und Pamela Anderson, die Borat zu Heiratszwecken in Malibu aufsucht, spielt sich selbst. (Siehe auch: Premiere des „Borat“-Films: Guten Abend, Herren und Huren.)

          Marie Antoinette

          Historienfilm, Vereinigte Staaten 2006.

          Regisseurin Sophia Coppola („Lost in Translation“), widmete ihren dritten Spielfilm der historischen Figur Marie Antoinette, der jungen Österreicherin, die mit 14 Jahren zur Königin Frankreichs wurde und mit Pomp, Pop und Pastell eine frische Brise durchs späte 18. Jahrhundert wehen läßt. Kirsten Dunst („Spiderman“) spielt Marie Antoinette genußsüchtig und ahnungslos.

          Friseure, Juweliere und Schuhmacher marschieren auf. Champagner und rosafarbene Törtchen werden den „24 Hour Party People“gereicht, die unaufhaltsam flirten, spielen und die Nächte durchfeiern. Coppola drehte den Kostümfilm an Originalschauplätzen in Versailles. Asia Argento spielt Madame Dubarry, Judy Davis („Liebe mit Hindernissen“) ist als Komtesse vom Noailles, Sängerin Marianne Faithfull als Maria-Theresia und Jason Schwartzman („Per Anhalter durch die Galaxis“) als König Louis XVI. zu sehen.

          Snow Cake

          Drama, Großbritannien / Kanada 2005.

          Der britische Regisseur Marc Evans („Resurrection Man“) hat mit diesem Film in diesem Jahr die Berlinale eröffnet. Mit hochkarätiger Besetzung inszeniert er die Tragödie, die ihren Titel der metaphernreichen Schneelandschaft verdankt. Alex (Alan Rickman, zuletzt in „Das Parfüm“ zu sehen) nimmt die junge Anhalterin Vivienne (Emily Hampshire) mit.

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