https://www.faz.net/-gqz-nnoz

Kinovorschau : Ebenholz und Elfenbein

  • Aktualisiert am

Außer Kontrolle: Ein Stealth-Bomber unterwegs Bild: Sony Pictures

Stevie Wonder hat es noch bejubelt, das harmonische Miteinander von schwarz und weiß - auf der Tastatur seines Klaviers. Anderswo sieht anders aus, wie zwei neue Filme zeigen. Außerdem im Kino: Tarnkappenbomber und Totgeglaubte.

          4 Min.

          Stevie Wonder hat es noch bejubelt, das harmonische Miteinander von schwarz und weiß - auf der Tastatur seines Klaviers. Anderswo sieht anders aus, wie zwei neue Filme zeigen. Außerdem im Kino: Tarnkappenbomber und Totgeglaubte.

          Stealth - Unter dem Radar

          Science Fiction, Vereinigte Staaten 2005.

          Es geht nicht gut: Carola (Nina Hoss) zieht in den Busch

          Das neuste Modell des Tarnkappenbombers ist natürlich mit allen technischen Finessen ausgestattet, zudem lernfähig, gefährlich und unbemannt. Leider ist der Prototyp auch extrem anfällig: Nach einem Blitzschlag läßt sich das Computerhirn des „Extrem Deep Invaders“ nicht mehr von den drei Elitepiloten die schönsten Flugstunts beibringen, sondern macht sich selbst auf die Jagd auf fusselbärtige, schlitzäugige und seltsam bemützte Terroristen, die den Amerikanern ihre Atomwaffen klauen wollen oder ähnlich Hinterhältiges im Schilde führen. Und läßt sich nicht mehr bändigen. Das Problem sind zum einen die bedauerlichen Kollateralschäden - leider geraten pakistanische Bauern ins Visier der Wunderwaffe - und zum anderen die Flugroute: Der eigenwillige Bomber nimmt Kurs auf Sibirien. Die amerikanische Marine hat diesen Film unterstützt. Mit Josh Lucas, Jessica Biel, Jamie Foxx u.a.

          Die weiße Massai

          Drama, Deutschland 2005.

          Ein Bestseller der Schweizerin Corinne Hofmann liefert die Grundlage dieses Films: Blonde, weiße Touristin verfällt im Keniaurlaub stolzem, schwarzem Samburu-Krieger. Sie heiraten, sie leben im Busch, und es geht nicht gut.

          Eine Geschichte, wie sie „Die weiße Massai“ erzählt, bekommt man in jeder sogenannten Frauenzeitschrift besser aufbereitet. Nur mit weniger Farbe und ohne Nina Hoss, die leider bestätigt, daß auch eine wunderbare Schauspielerin allein einen Film nicht retten kann. Und ohne Katja Flint, die in einer Nebenrolle schicksalsergeben sagen darf, daß für „den Afrikaner“ die Frau gleich nach den Ziegen komme. Überraschend nur, daß eine Regisseurin wie Hermine Huntgeburth diesen sauren Kitsch mitverantwortet hat, die früher mal ein Gespür für gute Frauenrollen und schwarzen Humor hatte.

          Guess Who - Meine Tochter kriegst du nicht

          Komödie, Vereinigte Staaten 2005.

          Als dieser Film im Frühjahr in die amerikanischen Kinos kam, vor der Katastrophe von New Orleans also, konnte man „Guess Who“ als entspannte Auseinandersetzung mit Rassen-Vorurteilen im heutigen Amerika sehen. Jetzt wirkt er wie ein Überbleibsel aus einer verlorenen heilen Welt, als die Rassismusdebatte noch nicht neu entflammt war: Schwarze Tochter bringt weißen Freund nach Hause - auch noch in Gestalt von Ashton Kutcher -, ihr Vater flippt aus, und am Ende liegt es an der Kraft der Liebe, alles in Ordnung zu bringen.

          Zuerst versucht der Junge noch mit einem Scherz, das drohende Unheil abzuwenden: „Du hast nie gesagt, daß deine Eltern schwarz sind“, hält er seiner geliebten Theresa (Zoë Saldana) vor. Das verhindert allerdings nicht, daß deren Vater Percy (der Komiker Bernie Mac) ihm das Leben nach besten Kräften zur Hölle macht.

          Gespenster

          Drama, Deutschland / Frankreich 2005.

          Wovon „Gespenster“ erzählt, das ist immer nur eine Möglichkeit, die gerade durch ihre Einfachheit all die anderen Möglichkeiten gegenwärtig und in der Schwebe hält. Da kreuzen sich die Wege zweier Mädchen im Tiergarten, ihre Geschichte kreuzt den Weg eines Paares, bis das eine Mädchen einfach wieder verschwindet und die beiden Geschichten wieder auseinanderlaufen. Als wären da überall nur Phantome gewesen.

          Weitere Themen

          Tortenkunst mal anders Video-Seite öffnen

          „The Bakeking“ : Tortenkunst mal anders

          Eine Schimpansentorte in Lebensgröße - das ist die neue Kreation von Ben Cullen, der als „The Bakeking“ mit seinen Backkreationen begeistert. Auf der „Cake International“ trifft er die besten Tortenkünstler der Welt.

          Topmeldungen

          Verwaltungshochhaus vom Volkswagen-Werk in Wolfsburg (Archivbild)

          Musterklage : VW öffnet sich für Vergleich mit Diesel-Kunden

          Der Autohersteller beugt sich dem Druck des Gerichts, das auf einen Vergleich dringt. Der Prozess ist aber schon jetzt zäh für Volkswagen. Inzwischen erwartet der Konzern auch schlechtere Geschäftsaussichten.
          Entspannt im Alter: Damit der Ruhestand nicht zur Armutsfalle wird, soll die private Altersvorsorge reformiert werden – aber wie? (Symbolfoto)

          Geförderte Altersvorsorge : Riester-Reform statt Staatsfonds

          Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung ein kostengünstiges Standardprodukt versprochen. In der CDU wächst die Sympathie für die Deutschland-Rente. Nun legt die Finanzbranche ein Gegenmodell vor. Die F.A.Z. hat es vorab.
          Verkehrsminister Scheuer musste sich wegen der Maut-Vergabe im Juli den Fragen des Verkehrsausschusses im Bundestag stellen.

          Pkw-Maut : Rechnungshof kritisiert Scheuer

          Der Bundesverkehrsminister wird seit langem für das Vergabeverfahren für die Pkw-Maut angegriffen. Auch der Bundesrechnungshof ist nicht einverstanden. Es listet gleich eine ganze Reihe von Verstößen auf.
          An der Stelle des Unglücks: Kerzen und Stofftiere erinnern an den Jugendlichen, der hier in der Münchener Innenstadt von einem Raser totgefahren wurde.

          Raserunfall in München : „Keine Hetzjagd“

          Eine Videoaufnahme von dem Raserunfall in München, bei dem ein Jugendlicher starb, soll die Polizei von Hetzjagd-Vorwürfen entlasten und den Vorsatz des Fahrers belegen. Die Staatsanwaltschaft sieht mehrere Mordmerkmale erfüllt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.