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Kinovorschau : Durch die Betten Manhattans

  • Aktualisiert am

Rosenkavalier: Jude Law als „Alfie” Bild: AP

Neu im Kino: Franka Potente als Horrorstar, Jude Law als Gigolo, Jennifer Garner als Supergirl - und Günther Jauch als Zebra. Außerdem von Donnerstag an auf der Leinwand: der Oscar-Preisträger „Das Meer in mir“.

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          Neu im Kino: Franka Potente als Horrorstar, Jude Law als Gigolo, Jennifer Garner als Supergirl - und Günther Jauch als Zebra. Außerdem von Donnerstag an auf der Leinwand: der Oscar-Preisträger „Das Meer in mir“.

          Brüderliebe

          Drama, Frankreich 2004

          Objekt der Begierde: Jude Law als „Alfie”

          Nach dem Tod ihrer Mutter suchen drei Brüder nach dem rechten Weg des Lebens: Der eine wird aus dem Gefängnis entlassen, der zweite gibt sich als rauher Querkopf, der dritte verliebt sich in einen Mann. Regie führte Gaël Morel.

          Alfie

          Drama/Komödie, Vereinigte Staaten 2004

          In der britischen Komödie „Der Verführer läßt schön grüßen“ spielte 1966 Michael Caine mit den Herzen zahlreicher Frauen. In diesem Remake von Charles Shyer ist es Jude Law, der als Gigolo durch die Schlafzimmer Manhattans streift und dabei unter anderem Marisa Tomei, Jane Krakowski und Susan Sarandon begegnet.

          Creep

          Horror, Deutschland/Großbritannien 2004

          „Creep“ ist ein Wiedergänger des guten alten Horrorfilms, denn Regisseur Christopher Smith kennt seine Vorbilder gut genug, um auf alle augenzwinkernden Reverenzen verzichten zu können. Er möchte uns einfach nur das Fürchten lehren, und über weite Strecken gelingt ihm das auch ganz gut. Franka Potente spielt Kate, eine Deutsche, die in London bei einer Modelagentur arbeitet, gerne mehr trinkt, als sie verträgt, und mehr verspricht, als sie halten kann.

          Weil ihre Mitfahrgelegenheit schon ohne sie vorgefahren ist, faßt sie den fatalen Entschluß, die U-Bahn zu benutzen. Als sie am Ende des Bahnsteigs auf den letzten Zug wartet, leert sie noch ein kleines Wodka-Fläschchen und schläft prompt ein. Als sie aufwacht, ist sie allein, der letzte Zug abgefahren, die Ausgänge versperrt, die Rolltreppen angehalten. Keine schöne Situation für ein Mädchen in einem blaugeblümten, gelben Cocktailkleid, dessen Handy nicht funktioniert.

          The White Diamond

          Dokumentarfilm, Deutschland/Japan/Großbritannien 2004

          Der Autorenfilmer und einstige Kinski-Bändiger Werner Herzog porträtiert einen Luftfahrtingenieur, der nach dem Absturz eines von ihm konstruierten Mini-Zeppelins über dem Dschungel von Sumatra gegen das Trauma ankämpft.

          Elektra

          Fantasy-Action, Vereinigte Staaten 2004

          „Elektra“ ist, was man ein Spin-off nennt, ein Ableger auf Ansage, denn in „Daredevil“ stahl Jennifer Garner dem blinden Superhelden jede Szene. Die Superheldin Elektra hat keine übernatürlichen Fähigkeiten, nur ein außerordentliches Bewegungstalent. Sie wird zur Auftragskillerin, die das Böse in sich überwindet, als sie ihre Nachbarn zu beschützen und eben nicht auftragsgemäß umzubringen beschließt.

          Der ganze Film ist mit der Experimentierfreude eines Vierjährigen zusammengebaut: Sieht toll aus, hält aber nicht. Er gleicht einem Bausatz, in dem Teile mehrerer Hersteller mit verschiedenen DIN-Normen verschraubt sind. Und Jennifer Garner ist der einzige Spezialeffekt, der funktioniert.

          Im Rennstall ist das Zebra los

          Kinderfilm, Vereinigte Staaten 2005

          Das Zebra Stripes gerät auf einen Reiterhof und beginnt, sich selbst für ein Rennpferd zu halten. Echte Tiere werden in diesem Kinderfilm zum Sprechen gebracht - in der deutschen Version mit Hilfe von Jeanette Biedermann, Christian Tramitz, Oliver Pocher, Iris Berben, Mario Adorf, Heiner Lauterbach und Günther Jauch, der seine Stimme dem Zebra leiht.

          Wodka Lemon

          Drama, Frankreich/Schweiz/Armenien/Italien 2003

          Der Witwer Hamo, der in einem armenischen Dorf im Kaukasus lebt, verkauft nach und nach sein gesamtes Hab und Gut, um seine winzige Rente aufzubessern. Auf dem Friedhof begegnet er eines Tages der ebenfalls verwitweten Nina und verliebt sich in sie.

          Die Maske 2: Die nächste Generation

          Abenteuer, Vereinigte Staaten 2005

          „Die Maske“ lieferte 1994 eine Paraderolle für den wild grimassierenden Jim Carrey. In dieser Fortsetzung (Regie: Lawrence Guterman) kommt ein Baby in Kontakt mit der Maske und verwandelt sich prompt in ein Supersäugling.

          L'esquive

          Drama/Komödie, Frankreich 2003

          Die Kunst - konkret: ein Theaterstück von Marivaux -, soll die Pariser Vorort-Jugendlichen aus ihrer Dumpfheit reißen. Ein arabischer Junge, bislang literarisch nicht besonders interessiert, schmuggelt sich in die Schulproben zu ebendiesem Stück, um dem Mädchen nahe zu sein, in das er verliebt ist. Der Film zeigt überdeutlich den Preis der mit der Globalisierung einhergehenden Entwurzelung: Den Jugendlichen scheinen bei aller Energie die Gesten und Worte abhanden gekommen zu sein, um ihre Gefühle zu artikulieren. Leider gelingt die Rettung durch Kunst weder den Protagonisten ganz noch dem Film selbst.

          Das Meer in mir

          Drama, Spanien/Frankreich/Italien 2004

          Als Ramón Sampedro seinem Leben am 4. Januar 1998 mit fremder Hilfe und einem Zyankalitrunk ein Ende setzte, hatte er achtundzwanzig Jahre als Querschnittsgelähmter im Bett verbracht. Der spanische Regisseur Alejandro Amenábar hat mit seinem Film „Das Meer in mir“, der Geschichte vom Leben und Sterben Ramón Sampedros, etliche Preise erhalten, unter anderem den Silbernen Bären der Filmfestspiele von Venedig (der grandiose Javier Bardem erhielt die Ehrung als bester männlicher Darsteller des Festivals) und zuletzt den Oscar als bester ausländischer Film. Amenábar vollbringt die erstaunliche Leistung, aus einem authentischen Fall und mit großem Respekt vor seinen faktischen Details ein Melodram zu machen.

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