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Kinovorschau : Die Facetten der Liebe

  • Aktualisiert am

Liebe im hohen Alter: „Elsa und Fred” Bild: Arsenal

Liebe im hohen Alter in Spanien, in der Krisenlage in Deutschland und mit all ihren Ausprägungen in Italien. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Ein fettleibiger FBI-Agent muß als Nanny seinem Job nachgehen.

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          Liebe im hohen Alter in Spanien, in der Krisenlage in Deutschland und mit all ihren Ausprägungen in Italien. Außerdem von Donnerstag an im Kino: Ein fettleibiger FBI-Agent muß als Nanny seinem Job nachgehen.

          Elsa und Fred

          Komödie, Spanien / Argentinien 2005.

          „Reine Formsache”: Liebe - oder Scheidung?
          „Reine Formsache”: Liebe - oder Scheidung? : Bild: dpa

          Der spanische Regisseur Marcos Carnevales hat die vieldekorierte Südamerikanerin China Zorrilla mit dem spanischen Altstar Manuel Alexandre zu einem Paar verkuppelt, das sich erst einmal aufs komischste finden muß: Eine nach eigenen Angaben 77jährige verliebt sich in ihren verwitweten Nachbarn. Die temperamentvolle Elsa bringt den sonst so zuverlässigen und korrekten Fred dazu, in einem Madrider Nobelrestaurant die Zeche zu prellen und die Süße des Lebens im römischen Jungbrunnen zu genießen. Die Erben gehen daraufhin leer aus. Die „menschliche Komödie“ von „Elsa und Fred“ ist eine Hommage an Fellinis Alterswerk (und Seniorenfilm) „Ginger & Fred“.

          Reine Formsache

          Komödie, Deutschland 2006.

          Der Regisseur Ralf Huettner versucht die Krisenlagen von drei (Ex-)Liebespaaren parallel zu zeigen. Pola (Christiane Paul) ist ihren fremdflirtenden Mann Felix leid und will einen Neustart in Paris wagen. Als das befreundete Paar Ada und Wito aufkreuzt, gibt es noch mehr Verwirrung.

          Gustav und Effi dagegen sind schon in der Midlife Crisis und versuchen vor lauter Frustration und Langeweile, einander zu betrügen. Mit dabei sind u.a. Oliver Korittke und Bastian Pastewka.

          Handbuch der Liebe

          Drama, Italien 2005.

          In vier Episoden erzählt Regisseur Giovanni Veronesi vielfach erlebte Aspekte der Liebe: Seitensprung, Routine, Trennung und frisch erblühtes Verliebtsein. Dabei geht es italienisch temperamentvoll zur Sache: Glückseligkeit geht Hand in Hand mit totaler Verzweiflung.

          Ein junger Mofafahrer verliebt sich und rast mit seiner Angebeteten in eine ungewisse Zukunft; dabei rempelt er eine Polizistin an, die voller Wut über die Untreue ihres Mannes wahllos Strafzettel verteilt; die Schwester des Mofafahrers spricht Zwischentexte eines Hörspiels und verzaubert einen geschiedenen Arzt, der aus seinem Selbstmitleid auftaucht.

          Alle Kinder dieser Welt

          Drama, Italien 2005.

          In „Alle Kinder dieser Welt“ zeigen acht renommierte Regisseure (darunter Spike Lee, Emir Kusturica und Ridley Scott) in nachdenklich stimmenden Kurzfilmen mit Unterstützung von Unicef Kinderschicksale auf den verschiedenen Kontinenten.

          Die Freunde Bilu und Joao leben auf einer brasilianischen Müllkippe. Der Afrikaner Tanza muß mit seinen 12 Jahren bereits Kriegsdienst leisten. Und der Bosnier Uros fühlt sich im Gefängnis längst geborgener als in der eigenen Familie.

          Big Mamas Haus 2

          Komödie, Vereinigte Staaten 2006.

          FBI-Agent Malcolm Turner (Martin Lawrence) darf wieder im Oma-Outfit ermitteln. Diesmal soll er verhindern, daß Software-Spezialist Tom Fuller (Mark Moses) einen Computervirus verkauft. Als Toms Frau Carrie eine Nanny für ihre drei Kinder sucht, sieht Malcolm seine Chance und nistet sich bei der Familie ein.

          Er hat aber nicht nur seinen Auftrag im Auge, sondern kümmert sich nebenbei auch noch um die familiären Probleme der Fullers. Im zweiten Teil der „Big Mama“-Komödie führte John Whitesell Regie.

          Rent

          Musical, Vereinigte Staaten 2005.

          Fast genau zehn Jahre nach der Broadway-Premiere bringt Regisseur Chris Columbus („Harry Potter“) das mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Rockmusical „Rent“ um jugendliche Hausbesetzer zwischen Armut, Liebe und Aids ins Kino.

          Dabei hält er sich eng an die Vorlage und übernimmt bis auf wenige Neuzugänge, darunter Rosario Dawson (bekannt aus „Sin City“), die Originalbesetzung des Bühnenstücks.

          Shnat Effes - Die Geschichte vom bösen Wolf

          Drama, Israel 2004.

          Menschen und ihre Sorgen stehen im Mittelpunkt dieses israelischen Episodenfilms von Regisseur Joseph Pitchhadze. Die junge alleinstehende Mutter Anna wird wegen Mietschulden von heute auf morgen auf die Straße gesetzt. Um für sich und ihr Kind den Lebensunterhalt zu verdienen, verkauft sie sich und lernt Matti kennen, der wegen Waffengeschäften selbst in Schwierigkeiten steckt.

          Auch Re'uven, Annas Vermieter, hat es nicht leicht. Seine Freundin ist schwanger, und er überfährt kopflos einen Blindenhund und begeht Fahrerflucht. Voller Reue kümmert er sich um den Besitzer des Hundes.

          Running Scared

          Thriller, Vereinigte Staaten 2006.

          Der südafrikanische Regisseur Wayne Kramer verfilmt mit „Running Scared“ seines eigenes Drehbuch und liefert neben einer ordentlichen Dosis Mord und Totschlag ausschließlich psychotische wirkende Charaktere.

          Mafioso Joey (Paul Walker) hat den Job, „heiße“ Waffen unauffällig zu entsorgen. Dummerweise lagert er die Ware im eigenen Keller. Seine Widersacher finden dies heraus, und Joeys Familie gerät in Gefahr, denn die Russenmafia und ein korrupter Polizist beginnen, sich für sie zu interessieren.

          Final Destination 3

          Drama, Vereinigte Staaten 2005.

          Wie die beiden Vorläufer beginnt auch „Final Destination 3“ mit einem tödlichen Unglück. Dieses Mal reißt eine entgleisende Achterbahn Menschen ins Verderben. Dank Wendys düsteren Vorahnungen ist eine Gruppe von Teenagern dem Sensenmann von der Schippe gesprungen.

          Doch Gevatter Tod läßt sich nicht so leicht überlisten und verfolgt die Jugendlichen, die nach und nach auf grauenhafte Weise ums Leben kommen. Wendy scheint die letzte von ihnen zu sein. James Wong führte Regie.

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