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Kinovorschau : „Buffy“ und der Fluch

  • Aktualisiert am

Kämpft gegen den „Fluch”: Sarah Michelle Gellar Bild: dpa

Will Smith spielt den Kuppler, Tim Robbins einen Detektiv, Sarah Michelle Gellar eine Frau in Lebensgefahr. Außerdem vom Donnerstag an im Kino: eine sechsstündige Familienchronik aus Italien.

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          Will Smith spielt den Kuppler, Tim Robbins einen Detektiv und Sarah Michelle Gellar eine Frau in Lebensgefahr. Außerdem vom Donnerstag an im Kino: eine sechsstündige Familienchronik aus Italien.

          Die besten Jahre

          Drama, Italien 2003.

          Tim Robbins und Samantha Morton in „Code 46”

          Ein mehr als sechsstündiges Epos, das vierzig Jahre italienischer Geschichte in Form einer Familienchronik nachzeichnet - das klingt nicht gerade nach einem Publikumsrenner. Und doch hat sich Marco Tullio Giordanas Opus mit Beharrlichkeit zu einem Kultfilm entwickelt, einem Schlüsselwerk mit Fangemeinde, Mammutvorführungen in Programmkinos und einer Sturzflut von Preisen. Giordana hat nichts Geringeres versucht, als die eigene Biographie in der Gestalt eines Kolossalgemäldes zu inszenieren. Er erzählt ohne Hast die Geschichte der ganz normalen römischen Familie Carati, deren Harmonie von den geschichtlichen Entwicklungen gründlich zermahlen wird.

          Code 46

          Science-Fiction/Drama, Großbritannien 2003.

          Selten wirkte Asien so modern wirkte wie in Michael Winterbottoms Zukunftsvision „Code 46“. Dem unglaublich vielseitigen Briten gelingt jene Art von Science-fiction, die aus der Zukunft keine Wissenschaft macht, sondern einfach die Gegenwart in einem neuen, aufregenden Licht zeigt. Die Klimakatastrophe hat stattgefunden, die Welt ist versteppt, und die Städte sind Sicherheitszonen, die von der Sphinx Corporation kontrolliert werden. Identität, Biographie, Vermögen, alles ist auf Pässen verzeichnet; wer keinen hat, lebt vor den Toren in Lagern. Tim Robbins spielt einen Detektiv, der eine undichte Stelle in der Paßdruckerei finden muß. Er hat bald eine junge Frau (Samantha Morton) im Verdacht, die er aber deckt, weil er sich zu ihr hingezogen fühlt. Tatsächlich hat sie denselben genetischen Code wie seine Mutter, und so schleicht sich in diese geklonte Zukunft ohne viel falado ein Stück griechischer Mythologie. Die atemberaubenden Bilder von Alwin Kuchler und die tolle Musik von David Holmes machen aus „Code 46“ mit wesentlich bescheideneren Mitteln eine viel überzeugendere Zukunftsvision als etwa „Minority Report“.

          Der Dolch des Batu Khan

          Kinderfilm, Deutschland 2003.

          Kunsträuber wollen einen alten Dolch entwenden, der in einem Dresdner Keller entdeckt wurde. Der zwölf Jahre alte Sebastian will das mit seinen Freunden verhindern. Kinderfilm von Günter Meyer.

          Der Fluch

          Horror, Vereinigte Staaten/Japan 2004.

          Eine Zweitverfilmung desselben Stoffes durch ein und denselben Regisseur, Takashi Shimizu, der sein Original „Ju-On“ beim zweiten Anlauf dem amerikanischen und internationalen Markt nur dadurch angepaßt hat, daß amerikanische Schauspieler nun die Hauptrollen spielen. „Buffy“ Sarah Michelle Gellar wird als Krankenschwester in das Haus einer alten Frau gerufen, mit dem offensichtlich ziemlich viel nicht stimmt.

          Main Hoon Na

          Drama/Musikfilm, Indien 2004.

          Major Ram kämpft bei einer Friedensmission für eine Versöhnung der verfeindeten Nachbarn Indien und Pakistan - und findet sich nach einigen Verwicklungen auf der Schulbank wieder. Bollywood-„Feuerzangenbowle“ von der als Choreographin berühmt gewordenen Farah Khan.

          Hitch - Der Date-Doktor

          Komödie, Vereinigte Staaten 2004.

          Unscheinbare Männer, die von umwerfenden Frauen träumen, können vom Heiratsvermittler Will Smith in „Hitch“ von Andy Tennant lernen, wodurch die Vermittlung solcher Verbindungen erfolgreich wird. Dabei hat der Doktor selbst mit der Liebe zu kämpfen, die ihm in der entzückenden Gestalt von Eva Mendes über den Weg läuft.

          Die Pseudo-Braut

          Drama, Türkei/Griechenland 2005.

          Die „Ersatzbräute“ werden engagiert, um junge, unerfahrene Männer auf ihre Ehe vorzubreiten. Der junge Ali aber verliebt sich just in eine dieser Frauen. Regie Atif Yilmaz.

          Shandurai und der Klavierspieler

          Drama, Italien/Großbritannien 1998.

          Dies ist kein neuer Bertolucci, aber ein alter ist es auch nicht, denn er war bei uns tatsächlich noch nie zu sehen. Der Film stammt aus dem Jahr 1998 und hat nie den Weg in unsere Kinos gefunden. Die Beziehung einer afrikanischen Haushälterin (Thandie Newton) zu ihrem englischen Arbeitgeber, einem Pianisten (David Thewlis), in Rom - da wären früher bei Bertolucci die Fetzen geflogen, nun aber verfangen sich alle politischen Implikationen in einem zart keimenden Beziehungsgeflecht, das ganz und gar von Andeutungen lebt. Leider hat sich David Thewlis offenbar Marlon Brando zum Vorbild genommen und spielt ähnlich manieriert, aber ohne dessen Präsenz, so daß es an Thandie Newton liegt, diesem Kammerspiel zwischen klassischer Musik und afrikanischen Rhythmen den rechten Ausdruck zu verleihen. So wird daraus am Ende ein kleiner Film eines großen Regisseurs.

          Rosenhügel

          Drama, Deutschland/Ungarn 2003.

          Zwei Geschwister wachsen im Budapest der fünfziger Jahre auf und erleben die politischen und gesellschaftlichen Wirren der Zeit. Regie Mari Cantu.

          Silentium

          Thriller, Österreich 2004.

          Josef Hader spielt den Ermittler Brenner aus den sprachexperimentellen Kriminalromanen von Wolf Haas. „Silentium“ (Regie führt Wolfgang Murnberger) ist eine typische Kompromißbildung zwischen der simplen Typenkomik des Kabaretts und einer interessanteren Symptomatik der österreichischen Kultur, wie sie in den Dokumentarfilmen von Ulrich Seidl ihre beste Ausprägung gefunden hat. Brenner muß den vermeintlichen Selbstmord des Sohnes vom Leiter der Salzburger Festspiele aufklären.

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