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Kinocharts : Wonder Woman hat kein Gender-Problem

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Kapitän Salazar (Javier Bardem) ist im fünften Teil der „Piraten“-Saga eher der No-Nonsense-Typ. Bild: dpa

In deutschen Kinos treibt an der Spitze weiter der Piratenkönig Sparrow sein Unwesen. Die Vereinigten Staaten verzeichnen mit „Wonder Woman“ den stärksten Kinostart einer weiblichen Filmemacherin.

          Captain Jack Sparrow und die „Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache“ bleiben weiter auf Kurs. Auch in der zweiten Woche führt der Film die deutschen Kinocharts an. Etwa 476.000 Besucher sahen nach vorläufigen Trendzahlen, wie sich die Mannschaft gegen gruselige Geister-Matrosen behauptet. Das teilte Media Control am Montag mit. Sie werden vom finsteren Captain Salazar (Javier Bardem) angeführt, einem zum Vampir mutierten Bösewicht, der gnadenlos Jagd auf den unverzagten Sparrow (Johnny Depp) macht.

          Während der Actionkomödie „Baywatch“ in den Vereinigten Staaten nicht das große Glück beschieden ist, steigt die Neuauflage des Badehosen-Films mit Dwayne Johnson und Zac Efron in ihrer ersten deutschen Kinowoche auf Platz zwei ein. Die Serie „Baywatch“ mit Pamela Anderson und David Hasselhoff lockte in den 1990er Jahren weltweit Millionen Menschen vor die Fernseher.

          Auf Platz drei bleibt weiter das Weltraumabenteuer „Guardians of the Galaxy 2“ mit etwa 72.000 Zuschauern in der sechsten Einspielwoche. „Alien: Covenant“ von Regisseur Ridley Scott rutscht von der zweiten auf die vierte Position. Unverändert auf Platz fünf bleibt das Mädchen-Pferde-Abenteuer „Hanni & Nanni - Mehr als beste Freunde“ mit ungefähr 55.000 Interessierten.

          Der Rekord der Patty Jenkins

          In den Vereinigten Staaten hat der Film um die Superheldin „Wonder Woman“ die hohen Erwartungen erfüllt und mit Einnahmen von 100,5 Millionen Dollar (89,1 Mio Euro) die Spitze der Kinocharts in den Vereinigten Staaten und Kanada erobert. Der Film mit Gal Gadot in der Hauptrolle startet in Deutschland in anderthalb Wochen und dreht sich um die Heldin Diana Prince von der Insel der Amazonen, auf der es keine Männer gibt. Andere Filme um Superhelden wie „Iron Man“ oder „Thor“ waren schwächer gestartet, „Deadpool“ hingegen kam an seinem Eröffnungswochenende auf etwa 132 Millionen Dollar (117 Mio Euro). Weltweit spielte „Wonder Woman“ sogar 223 Million Dollar (198 Mio Euro) ein.

          Das Schwert sitzt locker bei ihr: Gal Gadot als Wonder Woman

          Der „Hollywood Reporter“ sprach von einem „historischen“ Start und einem „entscheidenden Moment für Hollywoods Gender-Problem“. Dem Branchendienst zufolge handelt es sich bei dem Film von Regisseurin Patty Jenkins, den das Studio Warner Bros. gemeinsam mit DC Comics produzierte, um den stärksten Start des Films einer Regisseurin. Die Studios tun sich vor allem bei großen Produktionen, aber auch generell bis heute schwer, Frauen mit der Regie zu betrauen. Laut „Hollywood Reporter“ könnte der Erfolg von „Wonder Woman“ den Druck erhöhen, weiblichen Filmemachern Jobs anzubieten.

          Die 45 Jahre alte Jenkins hatte zuvor nur bei dem mit einem Oscar ausgezeichneten Spielfilm „Monster“ von 2003 Regie geführt, den sie acht Jahre zuvor mit einem Budget von lediglich acht Millionen Dollar (7,1 Mio Euro) gedreht hatte. Vor Jenkins hatte der Film „Fifty Shades of Grey“ von Sam Taylor-Johnson mit Einnahmen von 85,1 Millionen Dollar (75 Mio Euro) den Titel als stärkster Kinostart einer Regisseurin gehalten.

          Auf dem zweiten Platz der nordamerikanischen Kinocharts landete die animierte Komödie „Captain Underpants“, der im Oktober in Deutschland anläuft. Der Film dreht sich um zwei Schüler, die ihren Schulleiter hypnotisieren und ihn glauben lassen, er sei ein Superheld. Der in der Vorwoche eher schwach gestartete, fünfte Teil der „Fluch der Karibik“-Reihe rutschte vom ersten auf den dritten Platz. „Guardians of the Galaxy 2“, „Baywatch“ und „Alien - Covenant“ rutschten jeweils einen Platz hinter ihre Platzierung der Vorwoche.

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