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Kino : Jean-Pierre Cassel ist tot

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Der französische Schauspieler Jean-Pierre Cassel ist am Donnerstag im Alter von 74 Jahren in Paris nach langer Krankheit gestorben. Cassel drehte mit Regisseuren von Melville über Altman bis Renoir. Zuletzt war er häufig auf der Bühne zu sehen.

          Der französische Schauspieler Jean-Pierre Cassel ist am Donnerstag im Alter von 74 Jahren in Paris nach langer Krankheit gestorben. Das teilte sein Agent in Paris mit. Der Vater des Schauspielers Vincent Cassel wurde am 27. Oktober 1932 in Paris unter dem Namen Jean-Pierre Crochon geboren. Er begann seine Karriere als Tänzer in Nachtclubs und wurde von dem Amerikaner Gene Kelly für den Film entdeckt. Cassel wirkte in Filmen der Nouvelle Vague und in angelsächsischen Produktionen ebenso wie im Fernsehen, auf der Theaterbühne oder im Kabarett.

          In den 60er Jahren spielte sich Jean-Pierre Cassel in Filmen von Philippe de Broca in die Herzen der Liebhaber des französischen Films. Dabei schlüpfte er oftmals in die Rolle des Charmeurs und Herzensbrechers. Doch der vielseitige Schauspieler schlüpfte auch in böse oder ernste Rollen wie in Louis Bunuels Film „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“ (1972), Claude Chabrols „Der Riss“ (1970) oder René Clements Widerstandsdrama
          „Brennt Paris?“ (1965).

          Musketier und König

          Cassel drehte mit Regisseuren von Melville über Altman bis Renoir. Zu seinen Filmpartnerinnen gehörten Catherine Deneuve („Ich war eine männliche Sexbombe“) und Cornelia Froboess („Der Korporal in der
          Schlinge“) ebenso wie Isabelle Huppert („Stille Wasser“), „Jean Seberg“ („Liebhaber für fünf Tage“) oder Brigitte Bardot („Der Bär und die Puppe“). In Richard Lesters „Drei Musketiere“ (1974) war Cassel der französische König, in der Voltaire-Verarbeitung „Candide oder: Der Optimismus des 20. Jahrhunderts“ 1960 die naive Hauptfigur.

          In den 80er und 90er Jahren konzentrierte sich Cassel mehr auf das Theater. Er trat 1988 im Revolutionsepos „Chouans“ („Revolution und Leidenschaft“) von de Broca und 1995 in Claude Chabrols „Biester“ auf. Aktuell spielte er in Roschdy Zems Erstlingswerk „Mauvaise foi“ mit.

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