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Kino : Große Namen in Cannes - aber keine Deutschen

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Kommt als Marie-Antoinette nach Cannes: Kirsten Dunst Bild: AP

Der Italiener Nanni Moretti, die amerikanische Regisseurin Sofia Coppola, der Spanier Pedro Almodóvar und der Finne Aki Kaurismäki sind in diesem Jahr im Rennen um die Goldene Palme von Cannes. Ein deutscher Beitrag ist nicht im Wettbewerb.

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          Stars des Hollywood-Films und des internationalen Kinos werden sich im Mai beim Festival von Cannes die Ehre geben - bekannte deutsche Namen sind dieses Jahr dagegen rar.

          Nach dem am Donnerstag in Paris bekanntgegebenen Hauptprogramm der Festspiele werden unter anderem die Oscar-Preisträger Tom Hanks und Cate Blanchett sowie Audrey Tautou und Penélope Cruz in dem mondänen Badeort an der Côte d'Azur erwartet. Ins Rennen um die Goldene Palme von Cannes gehen unter anderem der Italiener Nanni Moretti, die amerikanische Regisseurin Sofia Coppola, der Spanier Pedro Almodóvar und der Finne Aki Kaurismäki - anders als in Deutschland erhofft aber nicht der Festival-Sieger von 1979, Volker Schlöndorff.

          Laitakaupungin valot

          Unter den 19 Beiträgen des Hauptwettbewerbs beim größten Filmfestival der Welt ist anders als 2004 und 2005 kein einziger deutscher, dafür gibt es unter anderem drei französische sowie zwei mexikanische Filme. Die 59. Auflage der Festspiele läuft vom 17. bis zum 28. Mai. Moretti kommt mit seinem Film „Der Kaiman“ über Italiens abgewählten Regierungschef Silvio Berlusconi nach Cannes. Die durch das Oscar-gekrönte „Lost in Translation“ bekannte Coppola zeigt ihren Historienfilm „Marie-Antoinette“ mit Kirsten Dunst in der Titelrolle. Almodóvar ist mit „Volver“ im Rennen, Kaurismäki mit der deutschen Koproduktion „Laitakaupungin valot“ (möglicher deutscher Name: Die Lichter der Vorstadt).

          Die Liste der in Cannes erwarteten Stars reicht von den Franzosen Gérard Depardieu, Juliette Binoche und Ludivine Sagnier über Hugh Jackman, Halle Berry und Ethan Hawke. Besonders häufig über den legendären roten Teppich des Festival-Palastes schreiten werden die Schauspielerinnen Monica Bellucci und Helena Bonham-Carter sowie ihre männlichen Kollegen Samuel J. Jackson („Pulp Fiction“, „Jackie Brown“) und Tim Roth: Sie sind Mitglieder der Hauptjury, die in dem Regisseur Wong Kar Wai erstmals einen chinesischen Präsidenten hat. Belluccis Ehemann Vincent Cassel wird als Gastgeber die Auftaktzeremonie am 17. Mai sowie die Preisgala am 28. Mai moderieren.

          Start mit dem „Da Vinci Code“

          Eröffnet wird das Festival mit der Weltpremiere des Thrillers „The Da Vinci Code“ (deutscher Untertitel: „Sakrileg“) mit Tautou, Hanks und Jean Reno. Der Film läuft in Cannes ebenso außer Konkurrenz wie der französische Abschlußfilm „Transylvania“ von Tony Gatlif. Zu den anderen Highlights mit viel Prominenz zählen soll der dritte „X-Men“-Film mit Jackman und Berry.

          Abseits der Wettbewerbs laufen wird „United 93“: die Geschichte des vierten Flugzeuges, das am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten entführt worden und schließlich über Pennsylvania abgestürzt war. Und gerade rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland gibt es einen Domumentarfilm über Frankreichs Kicker-Idol Zinédine Zidane. Die Programm-Auswahl zeige das Verlangen der Festival-Macher, „Risiken einzugehen“, sagte der Künstlerische Leiter Thierry Frémaux in Paris und sprach von einem „Jahr der Erneuerung“.

          Bis zuletzt hatte sich Schlöndorff, 1979 Palmen-Gewinner mit „Die Blechtrommel“, Hoffnungen auf eine Cannes-Nominierung für „Streik“ über den Aufstand der Danziger Werftarbeiter gemacht. Der deutsche Schauspieler Daniel Brühl („Good bye, Lenin“) soll als Jury-Mitglied für die Sektion Cinéfondation kommen. In Cannes waren er und „Sophie Scholl“-Darstellerin Julia Jentzsch 2004 mit dem Film „Die fetten Jahren sind vorbei“ im Hauptwettbewerb vertreten; dies war die erste deutsche Beteiligung nach elf Jahren gewesen.

          Vergangenes Jahr war Wim Wenders' „Don't Come Knocking“ im Hauptwettbewerb von Cannes gelaufen. Wenders, der Palme-Sieger von 1984 mit „Paris, Texas“, ging leer aus. Die Goldene Palme holten sich damals die belgischen Regisseurs-Brüder Dardenne. Dieses Jahr leiten sie die Jury, welche über die Goldene Kamera für das beste Erstlingswerk entscheidet.

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