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Kino : „Good Bye, Lenin!“ erhält einen César

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Wolfgang Beckers „Good Bye, Lenin!” setzte sich durch Bild: REUTERS

Die deutsche Ost-West-Kinokomödie „Good Bye Lenin“ ist als bester Film der Europäischen Union mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet worden.

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          Der Kanadier Denys Arcand hat am Samstag bei der Vergabe der französischen César-Filmpreise überraschend über die Konkurrenz aus Frankreich triumphiert. Arcands Tragikomödie „Die Invasion der Barbaren“ wurde als beste französische Produktion, für die beste Regie und das beste Drehbuch ausgezeichnet.

          Der europäische Siegeszug des deutschen Kinohits „Good Bye, Lenin!“ hielt auch in Paris weiter an: Regisseur Wolfgang Becker nahm den César für den besten Film aus der Europäischen Union entgegen.

          Abschied von Familie und Freunden

          Arcand ist der erste Frankokanadier mit einem Regie-César. „Die Invasion der Barbaren“ ist auch für einen Oscar als bester nicht- englischsprachiger Film nominiert. Der Ensemblefilm dreht sich ganz um einen todkranken, intellektuellen Universitätsprofessor, der seinen Abschied von Familie und Freunden mit ironischer Würde zelebriert. Die Gespräche drehen sind um Werteverfall, Beziehungen und Kapitalismuskritik, Generationskonflikte, Sterbehilfe und Sex. „Ich bin sehr glücklich. Wären Sie mit drei Césars nicht auch glücklich?“, erklärte Arcand, der vor 17 Jahren schon mit „Der Untergang des amerikanischen Imperiums“ für Aufsehen sorgte.

          Als Sieger in der Kategorie bester ausländischer Film ging der gesellschaftskritische Krimi „Mystic River“ von Clint Eastwood hervor. Den Preis als bester Schauspieler nahm der gebürtige Ägypter Omar Sharif („Doktor Schiwago“) für seine Rolle als moslemischer Händler in „Herr Ibrahim und die Blumen des Korans“ entgegen.

          Peinlicher Auftritt

          Gleich zwei Preise wurden Julie Depardieu, der Tochter des französischen Starschauspielers Gérard Depardieu, zugesprochen. Für „La petite Lili“ (Die kleine Lili) von Claude Miller erhielt sie den César als beste Schauspielerin in einer Nebenrolle und als beste Nachwuchsschauspielerin. Peinlich wirkte der Bühnenauftritt Gérard Depardieus, der den Eindruck vermittelte, daß er zuvor schon auf den Erfolg seiner Tochter ein bißchen zu heftig angestoßen hatte.

          Die beiden César-Favoriten, „Bon voyage“ (Gute Reise) von Jean- Paul Rappeneau und „Pas sur la bouche“ (Nicht auf den Mund) von Alain Resnais, die jeweils mit 11 und 9 Nominierungen ins Rennen gegangen sind, mußten sich die restlichen Ehrungen teilen. So gingen die Trophäen für die beste Ausstattung und die beste Kamera an Rappenau und die Preise für die besten Kostüme und den besten Ton an Resnais.

          Politisches Forum

          Die Veranstaltung wurde von einigen Schauspielern als politisches Forum benutzt, um gegen die Reform der Arbeitslosenversicherung der künstlerischen Mitarbeiter mit Zeitverträgen zu protestieren. So ergriff die Schauspielerin und Regisseurin Agnès Jaoui („Lust auf Anderes“) das Wort und warf dem anwesenden französischen Kulturminister Jean-Jacques Aillagon vor, durch absurde Gesetze die kulturelle Identität des Landes zu gefährden.

          Ob auch die äußerst schlechte Tonqualität der im Fernsehen übertragenen Gala Teil des Protestes war, ist unklar. Aber zu den Mitarbeitern mit Zeitverträgen gehören auch viele Bühnentechniker. Aus Protest gegen diese Reform der Arbeitslosenversicherung wurden auch schon die Sommerfestivals in Avignon und Aix bestreikt.

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