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„Mafia“-Filme : Jubiläen der Film-Paten

Böse Männer: Der Schirftsteller Mario Puzo hat die Mafia-Charaktere erschaffen. Bild: Picture-Alliance

Sie haben das organisierte Verbrechen verzaubert und zu einem kulturellen Phänomen erschaffen: Der Schriftsteller Mario Puzo und der französische Regisseur Henri Verneuil. Beide wären nun 100 Jahre alt geworden.

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          Der Zufall will es, dass am Donnerstag vor einhundert Jahren gleich zwei Männer geboren wurden, die mit ihrem künstlerischen Schaffen halfen, das organisierte Verbrechen, und hier ganz besonders die Mafia, zu einem kulturellen Phänomen zu verklären, dessen dunkler Faszination sich selbst tugendhafte Tugendwächter nur schwer zu entziehen vermögen.

          Wenn ein dahingemurmelter Satz wie „Ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann“ längst zum geflügelten Wort geworden ist und strahlend junge Al Pacinos, Robert De Niros und Alain Delons oder irgendwie weise erscheinende Patriarchen vom Typus Marlon Brando oder Jean Gabin vor dem geistigen Auge des Filmfans auftauchen, sobald das Stichwort Mafia fällt, dann bewahrheitet sich noch stets der mit einiger Anerkennung verbundene Vorwurf, dass „Der Pate“ vor allem auch ein Werbe-Coup für die „Familie“ war.

          Den bescherte ihnen der Schriftsteller Mario Puzo, der nach eigenen Angaben gar keine persönlichen Erfahrung mit dem Mafia-Milieu hatte. Vielleicht rühren daher der Glamour und die Aura, die fortan vor allem viele amerikanische Filme zu diesem Thema beherrschen sollten. Etwas dunkler und auch dreckiger, also weniger ehrenwert, ging es in den Gangsterfilmen des französischen Regisseurs Henri Verneuil zu, dem zweiten Jubilar des Tages, wenngleich auch bei ihm die Protagonisten niemals nur Verbrecher, sondern immer Persönlichkeiten waren. Vielleicht verfolgt man ihr Treiben in Filmen wie „Der Clan der Sizilianer“ oder „Lautlos wie die Nacht“ deshalb so gebannt.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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