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Joss Whedon : Realismus ist bloß eine Mode

  • Aktualisiert am

Joss Whedon mit Summer Glau beim „Serenity”-Dreh Bild: UIP

Er hat die Fernsehserien „Buffy, the Vampire Slayer“, „Angel“ und „Firefly“ erfunden und gilt als der große Erneuerer des phantastischen Genre-Fernsehens. Jetzt läuft „Serenity“ im Kino. Ein Gespräch mit Joss Whedon.

          Der 1964 geborene Autor und Regisseur Joss Whedon, Erfinder der Fernsehserien „Buffy, the Vampire Slayer“, „Angel“ und „Firefly“, gilt als der große Erneuerer des phantastischen Genre-Fernsehens in den neunziger Jahren und „Rod Serling seiner Generation“ (SFX). Neben den Drehbüchern für „Toy Story“ und „Alien Resurrection“, deren Umsetzung ihm wenig Freude gemacht hat, legte Whedon als „Script Doctor“ auch bei Arbeiten anderer häufig Hand an und war so unter anderem für die Erhöhung der Pointendichte in „X-Men“ und „Speed“ zuständig.

          Sein erster in eigener Regie gedrehter Kinofilm „Serenity“ ist eine selbständige Verlängerung des Erzählbogens von „Firefly“; man kann den Film sehen und verstehen, ohne die Serie zu kennen, deren nach der Absetzung erschienene DVD-Version ein so großer kommerzieller Erfolg war, daß sich mit Universal rasch ein Studio fand, das „Serenity“ bezahlte.

          Die Science-fiction-Schriftstellerin Gwyneth Jones hat einmal gesagt, daß der einfachste Weg, Lesern oder Zuschauern eine phantastische Welt zu erklären, der ist, daß man was darin kaputtmacht, denn dann haben die Figuren einen guten Grund, sich darüber zu unterhalten, wie dort alles funktioniert. Bei „Firefly“ und „Serenitiy“ haben Sie darüber hinaus noch einen anderen Trick angewandt: Es gibt hier eine Art Interface zwischen Schauspielerei und Set Design, die sehr sorgfältig gehandhabt wird, sowohl in der Serie wie im Film. Wen sie die Türen ihrer Kabinen mit dem Fuß öffnen, wirken die Schauspieler hier so, als hätten sie seit Jahren Übung darin. Bemühen Sie sich als Regisseur besonders um diese Dinge, wie arbeiten Sie das aus?

          Ich investiere da wirklich eine Menge Arbeit. Ich habe zusammen mit Carey Meyer, dem Designer der Show (der auch für „Buffy, the Vampire Slayer“ und „CSI“ gearbeitet hat), das ganze Schiff entworfen, und zwar ausgehend von der Vorstellung, daß da wirklich Menschen leben. Das ist mein wichtigster Vorsatz bei allem, was ich tue: Man muß das Ding erleben können, man ist da, wo die Leute sind, deren Geschichte man sich anschaut - was mir bei der Science-fiction immer gefehlt hat und mich dazu brachte, mir „Firefly“ und „Serenity“ auszudenken, war dieser Aspekt des Bewohnten, Alltäglichen. Außerdem bin ich besessen von vertikalen Räumen, ich glaube, das ist es, was uns aus der Kulissenhaftigkeit herausnimmt - wissen Sie, die Science-fiction hatte sich absolut in diese Richtung entwickelt, bei der es dann heißt: „Und währenddessen in der Ground Hall, und jetzt auf der Brücke…“, und alles sieht immer bloß aus wie eine hübsche Dekoration.

          Die Bilder folgen per leerem Szenenwechsel aufeinander, wie die Sets bei George Lucas.

          Ja, genau. Das teilt einem einfach mit: Schau mal, hübsch zurechtgemacht! Was ich so geliebt habe an „Alien“ und „Aliens“, besonders dem zweiten Teil - niemand macht diese Sachen besser als Cameron - war das Design, das wirklich auf Bewohnbarkeit hin gedacht war. Ich war das übrigens selber, der diesen Einfall mit dem Runtertreten der Türen hatte, es schien mir einfach von der Raumaufteilung her sinnvoll, daß man diese große Halle an Deck hat und die Wohnräume sich dann unten befinden.

          Keine Energieverschwendung mit automatischen Türen.

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