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Timothy Dalton zum Siebzigsten : Bond als Nebenberuf

Timothy Dalton 1988 mit Carey Lowell in „Lizenz zum Töten“ Bild: Picture-Alliance / Metro Goldwyn Meyer / United Artists

Zweimal wurde ihm die Rolle des Geheimagenten James Bond angetragen, zweimal hat er sie schließlich gespielt. Seine schauspielerische Leidenschaft allerdings galt dem Theater. Timothy Dalton zum Siebzigsten.

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          Man ist versucht, eine Art biographische Bestimmung darin zu erkennen, dass der Vater des James-Bond-Darstellers Timothy Dalton in der von Winston Churchill mit der subversiven Kriegsführung betrauten Sondereinsatztruppe Special Operations Executive gedient hat. Die geheime Spezialeinheit, die aus Wohnungen rund um die Londoner Baker Street operierte, die fiktive Adresse von Sherlock Holmes, war für die subversive Kriegsführung hinter feindlichen Linien zuständig. Für diese Sabotageoperationen entwickelten Forscher raffinierte technische Geräte, die so phantastisch waren wie die Erfindungen von „Q“, der Figur, die den Agenten 007 vor jeder Mission ausstattet.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Daltons Vater war allerdings schon in die Werbebranche gewechselt, als der im walisischen Colwyn Bay geborene Sohn aufwuchs. Womöglich war es eher das in seinen Adern fließende schauspielerische Blut – mehrere Vorfahren waren im Varietétheater beschäftigt –, das Timothy Daltons Passion für die Bühne beflügelte.

          Timothy Dalton im Januar 2015

          Eine Aufführung von Shakespeares „Macbeth“ weckte bei dem Schüler den Entschluss, Schauspieler zu werden. Es ist bezeichnend, dass Dalton sich nach der vorzeitig abgebrochenen Schauspielausbildung seine Sporen im Theater verdiente und auch nach den ersten Leinwanderfolgen als der düster brütende Heathcliff in „Sturmhöhe“, als Lord Darnley neben Vanessa Redgraves Maria Stuart und in „Der Löwe im Winter“, wo er neben Katharine Hepburn und Peter O’Toole den nach dem britischen Thron trachtenden französischen König Philipp II. darstellte, immer wieder auf den Brettern stehen wollte.

          Die Bond-Rolle wurde ihm bereits angetragen, als er in seinen frühen Zwanzigern war. Damals hielt sich Dalton für zu jung, um Sean Connery nachzufolgen. Als Pierce Brosnan dann durch andere Verträge verhindert war, in die Fußstapfen von Roger Moore zu treten, sprang Dalton in „Der Hauch des Todes“ (1987) für den irischen Darsteller ein und stürzte sich zwei Jahre später auch in „Lizenz zum Töten“ ins Gefecht.

          Dalton hält nichts von dem Promi-Rummel, an dem sich andere Stars weiden, und hütet sein Privatleben. Heutzutage sei der Ruhm ein Ziel an sich statt das Resultat von Leistung, bedauerte er einmal. An diesem Montag wird Timothy Dalton siebzig Jahre alt.

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