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Kinojahr 2014 : Filme, auf die wir in Zukunft verzichten können

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Bilbo Beutlin, der Hobbit unseres Vertrauens, zumindest in diesem Jahr. Aber wer weiß schon, was Regisseur Peter Jackson im nächsten plant? Bild: AP

Das Filmjahr 2014 hat uns viele gute Filme, aber auch einige Übersättigungen beschert. Von diesen Kinotrends haben wir erst einmal genug.

          1. Tolkien-Verfilmungen

          Nachdem es Regisseur Peter Jackson schon gelang, die kurzweilige Abenteuergeschichte „der Hobbit“ zu einem dreiteiligen Epos auszudehnen, warten wir im nächsten Jahr auf die Verfilmung mittelhochdeutscher Gedichte Tolkiens. Das wäre jedenfalls so ziemlich das Einzige, was man von ihm noch nicht ausgeschlachtet hat. „Herr der Ringe“ haben wir genossen, den Abschluss von „der Hobbit“ wenigstens noch ein bisschen, und bitte, Herr Jackson, lassen Sie es doch damit bewenden. (frei)

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          Auch Amélie selbst ist es müde: So etwas will doch keiner mehr sehen

          2. Die neuesten Amelie-Verschnitte aus Frankreich.

          Über Hollywoods Wiederverwertungsmanie lässt sich immer leicht lästern, aber wie steht es um das Schaffen in der Filmnation par excellence, Frankreich? Da werden uns mit monotoner Einfallslosigkeit Komödien als die neuesten „Amelies“ oder „Ziemlich besten Freunde“ versprochen, und dann kommt so etwas wie „Monsieur Claude und seine Töchter“ (2014), eine Klamotte, für deren Absehbarkeit man sich in Deutschland schon in den fünfziger Jahren geschämt hätte. Wer surft endlich wieder auf der Nouvelle Vague, die immer noch moderner wirkt als alles, was Frankreichs Kino sonst im letzten Jahrhundert gemacht hat? (apl)

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          Dieser Herr weiß stets mehr als wir. Und das nervt langsam. Spielen Sie mal einen ganz normalen Typen, Herr Cumberbatch.

          3. Benedict Cumberbatch als Alleswisser.

          Wie viele Filme gibt es, in denen Benedict Cumberbatch einen Typen spielt, der mehr weiß und versteht als wir übrigen und uns deshalb immer ein bisschen fremd bleibt? „Hawking“ (2004) und „Sherlock Holmes“ (ab 2010) im Fernsehen waren fantastisch, als Khan in Star Trek“ (2013) und Julian Assange in „The Fifth Estate“ (2013) war’s in Ordnung, als Alan Turing in „Imitation Game“ (2014) ging’s noch, aber jetzt kündigt Marvel Studios an, er werde demnächst den „Dr. Strange“ spielen – nein, genug Strangeness, bitte mal was anderes, bevor’s zur Masche wird. (dda)

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          Die guten alten Superwaffen haben noch so manchen Science-Fiction-Film über Handlungsschwächen hinweggerettet. Hier sehen wir Matt Damon im Film „Elysium“ (2013).

          4. Star-Wars.

          Natürlich haben wir den super kurzen Teaser des neuen Star Wars Films, der vor einigen Wochen erschien, genossen. Aber so sehr Bilder laserschwertduellierender Jedi-Ritter uns auch in Zukunft begeistern mögen, seien wir ehrlich: Niemand muss im kommenden Jahr einen gealterten Han Solo, befreit von allem Sexappeal, auf der Leinwand sehen. Es sei denn, Wes Anderson übernähme die Regie. Dann sieht das nämlich so aus wie im Bild oben. (frei)

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          Was Sie schon immer in den letzten Jahren über Woody Allen dachten, jedoch bisher nicht zu sagen wagten: Da macht sich aber jemand zum Kasper.

          5. Science-Fiction-Filme, die eigentlich Theaterstücke sind.

          Manche Science-Fiction-Filme sind eigentlich nur ins Kino geschobene und mit Spezialeffekten auf Bombast vergrößerte Theaterstücke: „Moon“ von Duncan Jones war 2009 noch eine Offenbarung, „Astronaut: The Last Push“ hat 2012 schon genervt, „The Signal“ war 2014 dann hoffentlich das Ende. Lieber wieder Raumschlachten mit Photonentorpedos. (dda)

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          Die Kulissen sind einzigartig, der Film ist es nicht. Unser Weihnachtswunsch für’s nächste Jahr: etwas weniger Filme, in denen die Existenzialität der Mathematik auf die Leinwand gezwängt wird

          6. Woody Allen, stellen Sie sofort die Arbeit ein!

          Sie waren ein Genie, bitte lassen Sie uns in dem Glauben. „Magic in the Moonlight“ können wir vielleicht noch als Nachtmahr abtun. Nehmen Sie auch keine Rollen mehr an, damit Regietalente wie John Turturro nicht in öder Anbiederung enden („Plötzlich Gigolo“). Gebieten Sie generell der Woodysierung der Programmkinos Einhalt. Sonst werden Sie uns fremd, Woody Alien. (apl)

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          Dieser Film ging daneben: „Der Anständige“

          7. Mathematik-Filme.

          Warum eigentlich muss die Mathematik immer als unverständlicher Irrsinn für die Absurdität des Lebens an sich stehen? „Pi“ (1998) vom maßlos überschätzten Darren Aronofsky hat mit diesem Quatsch angefangen, Terry Gilliam hat mit „The Zero Theorem“ belegt, dass sich aus dieser Idee einfach nichts Gescheites machen lässt – das Ding kam mit einjähriger Verspätung Ende 2014 in die deutschen Kinos. Wäre es für immer verschoben worden, man hätte es nicht vermisst. (dda)

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          8. Deutsche Dokumentarfilme?

          Davon gab es in diesem Jahr schätzungsweise jede Woche vier bis fünf, die regulär ins Kino kamen. So viele gab es in besseren Zeiten (die von der Branche wahrscheinlich als die schlechteren angesehen werden) im ganzen Monat, wenn nicht gar im ganzen Jahr. Das Resultat? Fernsehästhetik und -erzählweisen, wohin man schaut. Der Tiefpunkt? „Der Anständige“ über Heinrich Himmler. Den wollten nicht einmal mehr deutsche Sender finanzieren. Gedreht wurde er dennoch. Mit diversen Bildern, die zeitlich nicht stimmen und nichts mit Himmler zu tun haben. Nichts mit Himmler zu tun zu haben, ist natürlich gut. Hier aber ist es Etikettenschwindel. (apl)

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