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Jack Nicholson im Interview : Ich war immer das zweitschlauste Kind in der Klasse

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Für Komödien bin ich manchmal zu gut: Jack Nicholson Bild: REUTERS

Er ist der größte Filmschauspieler seiner Generation, keiner war öfter für den Oscar nominiert als Jack Nicholson. Ein Interview über Gesundheit, Komödien und den besten Mann für den Präsidentenjob: Hillary Clinton.

          Er ist der größte Filmschauspieler seiner Generation, keiner war öfter für den Oscar nominiert als Jack Nicholson. Ein Interview über Gesundheit, Komödien und den besten Mann für den Präsidentenjob: Hillary Clinton.

          Wie fühlen Sie sich denn in Deutschland, Herr Nicholson, seit Sie auch hier nicht mehr rauchen dürfen?

          Mir geht's gut. Es ist gut, mit sich selbst im Reinen zu sein. Diese ganzen Rauchverbote sind ja nur dazu da, wichtigere Diskussionen zu verhindern. Statistisch gesehen ist Rauchen ungefähr so gefährlich, wie Linkshänder zu sein. Ich bin sehr für Gesundheit, aber lassen Sie mich von unserem letzten großen Gesundheitsreport erzählen: Sechs verschiedene Gemüse sollen wir am Tag essen, nicht rauchen, und einundzwanzig Orgasmen brauchen wir auch.

          Für Komödien bin ich manchmal zu gut: Jack Nicholson Bilderstrecke

          Einundzwanzig Orgasmen in welchem Zeitraum?

          Sie sollten Ihren Gesichtsausdruck jetzt sehen! Einundzwanzig in einem Monat. Wie gefällt Ihnen das? Die konventionelle Presse ist für diese Nachricht nicht bereit. Dafür beschäftigt sich die amerikanische Presse in den letzten zwei Wochen damit, uns zu erzählen, dass Hillary Clinton den Trend umgekehrt und gegen Obama einige Vorwahlen gewonnen hat, weil sie weinte. Dabei hat sie nicht geweint, das sieht man auf den Bildern. Sie hat einfach unschlagbar debattiert.

          Folgen Sie denn den Übertragungen der Debatten?

          Als Schauspieler ist das spannend zu sehen, hier geht es ja, anders als beim Film, um wichtige Dinge, weltweit entscheidende Fragen. Ich musste mir einfach anschauen, wie Hillary Clinton das macht, wo doch die Presse so feindlich ihr gegenüber ist. Und sie war großartig. Die Presse schreibt dann, sie hat gewonnen, weil sie geweint hat. Ich habe zwei Tage hintereinander ferngesehen, zuerst, als es hieß, sie habe schon alles verloren, und dann die nächste Debatte, in der sie alle geschlagen hat. Das waren die besten zwei Tage in der amerikanischen Politik seit langem.

          Ist die Presse denn gegenüber Frau Clinton besonders ungerecht?

          Ich glaube nicht an Verschwörungstheorien, daran, dass da jemand die Strippen zieht, ich glaube vielmehr, die Feindschaft ist strukturell. Sie ist halt seit langem dabei, und die Presse benutzt immer noch und immer wieder die alten, aus dem Zusammenhang gerissenen Bill-Clinton-Zitate, um ihr eins auszuwischen.

          Beide Kandidaten der Demokraten, Frau Clinton und Barack Obama, wirken deutlich kompetenter als irgendeiner, der in der Regierung sitzt im Moment.

          O ja, das sind gute Leute. Sie müssen nicht verbrämen, dass sie Intellektuelle sind. Sie versuchen nicht vorzuspiegeln, sie seien die einfachen Leute von nebenan.

          Warum, glauben Sie, ist die amerikanische Presse so sehr gegen Hillary Clinton? Weil sie eine Frau ist?

          Ich weiß nicht, vielleicht. Ich bin von Frauen aufgezogen worden, die zur ersten Generation gehörten, vor dem Zweiten Weltkrieg, die ihre Rechte durchfechten mussten. Meine Mutter hatte einen Schönheitssalon, da bin ich aufgewachsen, und ich erinnere mich, dass sie ungefähr 5000 Dollar pro Jahr verdiente, was sie in die oberen zehn Prozent der erwerbstätigen Frauen katapultierte. Ich lernte meinen Teil, wenn ich bei ihr auf dem Schoß saß. „Glaubst du, Jack“, sagte sie, „dieses A***loch würde zu einem Geschäftsmann genauso sprechen wie zu mir und ihm diesen Schrott verkaufen wollen?“, fragte sie, wenn wieder mal einer versucht hat, sie übers Ohr zu hauen. Das ist doch verrückt. Ich war immer das zweitschlauste Kind in meiner Klasse. Das schlauste war immer ein Mädchen.

          Und deshalb meinen Sie, jetzt sei eine Frau mal dran mit der Präsidentschaft?

          Ich glaube einfach, sie ist der beste Mann für den Job.

          Nach acht Jahren Bush und mittendrin in den Folgen: Ist das eine gute Zeit für Komödien, wie Sie sie seit Jahren immer wieder drehen?

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