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Iris Berben : Sie ist purer Rock’n’Roll

  • -Aktualisiert am

Iris Berben als l’Oréal-Botschafterin in Paris im Hotel Montaigne Bild: Michael de Boer / Action Press für Bauer Stars&Stories

Sie ist das bekannteste Gesicht und die hinreißendste Stimme des deutschen Fernsehens. In dieser Woche wird Iris Berben siebzig – aber ihr Alter spielte noch nie eine Rolle.

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          Es begann in einem Jaguar. Aus heutiger Sicht nicht das schlechteste Statussymbol für den revolutionstheoretischen Hedonismus der Kinder von Marx und Coca-Cola, zu denen sich Iris Berben gerne zählen lässt. Am Steuer saß der Schriftsteller und Feuilletonist Uwe Nettelbeck und hatte eine Mission. Er wollte den deutschen Film schöner machen. Dafür musste die achtzehnjährige stadtbekannte Rebellin aus den Straßen von Hamburg nach München gebracht werden, in die damalige Metropole des deutschen Kinos der Opas und der Enkel. Am besten zu den unabhängigsten Vertretern der Nouvelle Vague Bavarois, zu Rudolf Thome und Klaus Lemke.

          In Thomes melancholischem Gangsterdrama „Detektive“ gab Iris Berben ihr Kinodebüt an der Seite des geborenen Kinohelden Marquard Bohm (der sich selbst systematisch daran hinderte, ein solcher zu werden). Für Klaus Lemke stand sie danach neben Margarethe von Trotta in „Brandstifter“ vor der Kamera, der Allegorie auf die erste Tat der damals noch nicht so genannten RAF. Da konnte der Ruf zum Lieblingsgenre der Achtundsechziger, dem Italo-Western, nicht lange auf sich warten lassen. Kein Geringerer als Sergio Corbucci, der sich zuvor mit Klassikern wie „Django“ und „Leichen pflastern seinen Weg“ einen großen Namen gemacht hatte, gab Iris Berben die weibliche Hauptrolle in seinem etwas leichtfüßigen Revolutionsdrama „Lasst uns töten, Companeros“ – neben Franco Nero, Jack Palance und Fernando Rey, die sich in der deutschen Synchronfassung kaum davor bewahren konnten, Witzfiguren zu werden.

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