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Interview mit Daniel Craig : Im Geheimdienst Ihrer Majestät

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Haben Sie die Verfolgungsjagd auf den Kränen selbst gedreht? Es gibt ja sogar einen Credit für „Free Running Stunts“.

Der Credit ist für Sébastien Foucan, der den Läufer spielt und der diesen Sport namens Parkour, der auch Free Running genannt wird, entwickelt und zu einer Kunstform ausgebaut hat. Was meine eigene Beteiligung angeht, sollte ich ehrlich sein: Ich habe so viel gemacht, wie ich konnte. In jeder dieser Szenen bin ich es, der zu sehen ist, aber natürlich kommt dann der Punkt, wo ich durch einen Stuntman ersetzt werde, weil es die Versicherung nicht erlaubt hat oder weil ich physisch einfach nicht in der Lage dazu war. Aber ich war da oben, fünfzig Meter über dem Boden bin ich über diese Stahlträger gelaufen, auch wenn ich mit einem Seil gesichert war. Und unter uns lag diese Bucht, in der Haie schwammen, das war wirklich sehr Bond.

Wie seltsam war es, das ganze Zeug im Internet zu lesen, daß Sie ein schlechter Autofahrer sind?

Ich habe alles gelesen, wirklich alles. Schließlich wollte ich nicht auf den Set kommen und erleben, daß die Leute hinter meinem Rücken über mich tratschen. Ich will nicht lügen: Das hat mich belastet, auch geärgert. Ich bin schließlich schon lange Schauspieler und normalerweise spiele ich meine Rolle, dann wird der Film geschnitten und den Leuten gezeigt, und dann mögen sie ihn oder nicht. Dies aber waren direkte Angriffe auf mich. Trotzdem verstehe ich natürlich, daß das auch Ausdruck einer Leidenschaft ist. Die Fans wollen nicht, daß man auf etwas herumtrampelt, was ihnen am Herzen liegt, - aber es liegt eben auch mir am Herzen. Also ging ich auf den Set und habe beschlossen, einfach mein Bestes zu geben.

War die Premiere in London der glücklichste Moment Ihrer Karriere bisher?

Vor der Premiere in London habe ich mir gesagt: So etwas passiert nicht oft im Leben, also genieße es. Es liegt sehr viel Druck auf einem. Da wird es schon zum Problem, nur aus dem Auto auszusteigen. In der Presse hat man mich beschuldigt, ich würde immer grimmig dreinblicken. Aber steigen Sie mal aus einem Auto und begegnen Tausenden von Blitzlichtern und dem ganzen Geschrei. Ich muß sagen, ich habe in so etwas keine Übung. Bei der Premiere in Berlin war es einfacher, Spaß zu haben.

Hat Sie jemand auf die Begegnung mit der Queen vorbereitet?

Man bekommt eine kleine Karte am Tag zuvor, in der man über das Protokoll aufgeklärt wird, damit man keine Szene macht oder etwas sagt wie „Hi, Queenie!“. Da steht, daß man nicht sprechen darf, ehe man nicht angesprochen wird. Wie man sie anzusprechen hat, und wie den Herzog von Edinburgh. Es war faszinierend und auch irgendwie surreal. Das ganze Team steht da, die jeweiligen Lebensgefährten dahinter, weil das Protokoll das so vorschreibt, alle grinsen, plötzlich kommen fünf Typen mit Fliegen und Smoking, die dauernd in ihre im Ärmel versteckten Mikros sprechen und natürlich Waffen tragen. Und dann kommt plötzlich die Queen, sehr elegant, hat wirklich unglaublichen Schmuck an und man denkt sich: Mein Gott, das ist die Queen! Dann sagt sie etwas, und man antwortet und dann ist sie schon wieder weg.

Was hat sie denn gesagt?

Tut mir leid, das geht nur sie und mich etwas an. Das Protokoll verlangt, daß ich das für mich behalte.

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