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Interview: Harrison Ford : Star und Zimmermann

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Hält sich bei den Oscars raus: Harrison Ford Bild: AP

Kein Schauspieler hat in so vielen großen Kassenerfolgen mitgespielt wie er: Harrison Ford im F.A.S.-Gespräch über Karriere im Alter, seine persönliche CO2-Bilanz, seine Oscar-Bilanz und seinen neuen Film „Ausnahmesituation“.

          Graue Haare, Jeans, blaues Hemd und ein kleiner Ohrring im linken Ohr – Harrison Ford ist leger, er ist entspannt, er spricht leise mit dieser unverkennbaren Stimme, und er sagt, dass er sich mit fast 68 Jahren nicht alt fühle. Kein Schauspieler hat in so vielen großen Kassenerfolgen mitgespielt; als Han Solo in „Star Wars“, als Indiana Jones oder „Blade Runner“ ist er in den Achtzigern zum Star des Jahrzehnts geworden, und ein Star ist er geblieben, auch wenn er jetzt in dem nicht allzu bemerkenswerten Film „Ausnahmesituation“ einen kauzigen Biochemiker spielt, der sich eher widerwillig mit dem verzweifelten Vater (Brendan Fraser) zweier Kinder zusammentut, die an einer schweren Muskelschwundkrankheit leiden, weil seine Forschungen Hoffnung auf Entwicklung eines Medikaments machen.

          Sie spielen in „Ausnahmesituation“ einen griesgrämigen, schwierigen, aber genialen Wissenschaftler – sieht so eine Rolle aus, die Hollywood männlichen Stars in Ihrem Alter noch übriglässt?

          In diesem Fall kann man das so nicht sagen, ich war auch ausführender Produzent, und meine Rolle bildet ja einen dramatischen Kontrast zu John Crowley, dem Vater, der um das Leben seiner Kinder kämpft und Verbündete sucht.

          Hält sich bei den Oscars raus: Harrison Ford Bilderstrecke

          Generell gibt es aber die Fixierung auf junge Darsteller. Selbst für Stars wie Sie bleibt da nicht allzu Attraktives zu tun.

          Man richtet sich nach einem jungen Publikum, das sich lieber in jüngeren Schauspielern wiedererkennt, das erscheint mir völlig normal. Ich glaube nicht, dass man mich unbedingt in einem Vampirfilm sehen will, und wenn man aufs College geht, schaut man sich auch lieber einen Film an, der vom Erwachsenwerden handelt. Aber man hat halt auch immer ältere Menschen gebraucht, die ältere Menschen spielen. Das gehört zum Geschäft.

          Als Ihre Karriere begann, Fahrt aufzunehmen, war das Geschäft jedoch langsamer, das Schicksal von Filmen entschied sich nicht schon am ersten Wochenende.

          Es gab vor allem nicht so viele Medien, es gab keine Videospiele, kein Internet. Vermutlich war es die gesündeste Zeit, die es im Filmgeschäft gegeben hat. Es war wunderbar, zu einer Zeit zu arbeiten, als so viele der besten Regisseure gerade ins Geschäft drängten. Ich habe unheimliches Glück gehabt.

          Aber ein wenig vorsichtig waren Sie doch auch damals, Sie haben Zimmermann gelernt, als es mit dem Schauspielerberuf nicht so großartig losging.

          Ich bin vier Tage vor der Abschlussprüfung vom College in Wisconsin abgegangen, weil man mir signalisierte, dass ich die akademischen Ansprüche wohl nicht erfüllen würde. Ich war nicht scharf auf einen festen Job wie die anderen in meinem Jahrgang, ich bin nach Los Angeles gegangen, weil ich die vage Vorstellung hatte, Schauspieler zu werden, und da lag es nah, an die Westküste zu gehen. Ich habe dann einen Vertrag bei Columbia Pictures unterschrieben, aber es gefiel mir überhaupt nicht, was für Rollen ich da spielen musste. Ich bin aus dem Vertrag ausgestiegen, ich hatte eine Familie mit zwei kleinen Kindern zu ernähren, also bin ich Zimmermann geworden, habe aber immer Ausschau nach besseren Rollen als Schauspieler gehalten.

          In einer Jim-Morrison-Biographie kann man lesen, Sie hätten auch für The Doors als Handwerker gearbeitet.

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