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Im Alter von 97 Jahren : Hollywoodlegende Doris Day ist tot

  • Aktualisiert am

Doris Day auf dem New Yorker Times Sqaure 1958 Bild: Picture-Alliance

Die Schauspielerin und Sängerin Doris Day ist im Alter von 97 Jahren verstorben. Day feierte ihre größten Filmerfolge in den sechziger Jahren.

          Doris Day ist gestorben. Das berichteten amerikanische Medien am Montag unter Berufung auf die von Day gegründete Tierschutz-Stiftung. Sie habe zuletzt an einer Lungenentzündung gelitten. Mit dem Hitchcock-Film „Der Mann, der zuviel wusste“ stieg Day zu einem der größten Filmstars der Fünfzigerjahre auf. Sie war auch als Sängerin erfolgreich.

          Day wurde 1922 als Doris Mary Ann Kappelhoff in Cincinnati (Ohio) geboren. Ihr Vater William, ein bekannter Konzertpianist und Musikpädagoge, und ihre Mutter Alma waren beide Kinder deutscher Einwanderer. Als junge Frau wollte Day Tänzerin werden. Ein Autounfall beendete diesen Traum: Ein Jahr blieb sie krankgeschrieben und nahm während dieser Zeit Gesangsstunden. Mit 17 Jahren trat sie zum ersten Mal als Sängerin im Rundfunk auf.

          Spätzer arbeitete Day mit großen Jazz-Bands zusammen. Lieder wie „Sentimental Journey“ (1944), vor allem aber „Que sera, sera“ (1956) wurden zu Welthits und führten sie an die Spitze internationaler Schlagerparaden. Auf einer Tournee kam sie mit der Schauspielszene Hollywoods in Berührung: Der Regisseur Michael Curtiz erkannte ihr Talent und nahm sie 1948 für den Film „Romans on the High Seas“ (Zaubernächte in Rio) unter Vertrag.

          „Golden Girl“

          1956 machte Day als Partnerin von James Stewart in Hitchcocks Thriller „Der Mann, der zuviel wusste“ auf sich aufmerksam. Ende der Fünfzigerjahre stieg sie gemeinsam mit Rock Hudson zum stürmisch gefeierten Kino-Traumpaar auf. Man nannte sie „Golden Girl“ und „The Girl Next Door“, der 1959 gedrehte Film „Bettgeflüster“ von Michael Gordon oder David Millers „Mitternachtsspitzen“, in dem an der Seite von Rex Harrison spielte, wurden zu Chiffren ganzer Erfolgsserien.

          1968 endete Days Filmkarriere als „saubere Traumfrau“ abrupt. Ihr im selben Jahr verstorbener dritter Mann Marty Melcher hatte ihr Vermögen veruntreut und sie vertraglich langfristig an Fernsehproduktionen gebunden. Die 1968 begonnene Fernsehserie „The Doris Day Show“ lief zunächst erfolgreich, wurde dann aber 1973 wieder eingestellt. Ein Comeback samt Imagewechsel hatte sich Day selbst vereitelt, als sie die Rolle der Mrs. Robinson im Film „Die Reifeprüfung“ (1967) mit Dustin Hoffman ablehnte, weil sie darin den Bräutigam ihrer Filmtochter hätte verführen müssen. Im Fernsehen sah man sie später in den beiden Dokumentationen „Doris Day: A Sentimental Journey“ (1991) und „The Doris Day Story“ (1998).

          Trotzdem blieb Day auch im Alter populär. Mehr als 30 Jahre nach ihrer letzten Filmrolle wurde sie zu ihrem vermeintlich 80. (eigentlich 82.) Geburtstag im April 2004 als „Schutzpatronin des Durchschnitts“ und Erzählerin von  Alltagsgeschichte geehrt.

          Nochmals in die Schlagzeilen geriet Day 2011, als unter dem Titel „My Heart“ eine CD mit  unveröffentlichten Songs aus den Jahren 1954 bis 1994 erschien. Das Album, dessen Produktion noch Days Sohn geleitet hatte, stieg sofort in die Top Ten der englischen Hitparade ein.

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