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Regisseur Milos Forman ist tot : „Keine Filme mehr, ich habe Urlaub“

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Forman ging kontroverse Stoffe mutig an und führte häufig die Kehrseiten seiner Figuren vor. Reine Filmbiografien seien meistens „ziemlich langweilig“, sagte er 2006 beim Kinostart von „Goyas Geister“: „Da muss immer noch etwas anderes in der Geschichte stecken.“

Bei „Amadeus“ war das der Konflikt zwischen den Musik-Rivalen Salieri und Mozart. Mit „Kuckucksnest“ entfachte er eine Debatte über den Umgang mit psychisch kranken Menschen. „Larry Flint – Die nackte Wahrheit“, die Geschichte des erfolgreichen Verlegers des Pornoblattes „Hustler“, löste eine heftige Diskussion um dessen Rolle als Vorkämpfer der Meinungsfreiheit aus. Bei der Berlinale 1997 gab es dafür den Goldenen Bären.

„Keine Filme mehr, ich habe Urlaub“

Mit seinen erwachsenen Zwillingssöhnen aus erster Ehe wagte sich Forman 2007 an ein ungewöhnliches Projekt. Im Nationaltheater in Prag inszenierte er die Oper „Ein gut bezahlter Spaziergang“. Dass seine Söhne Petr (Co-Regie) und Matej (Bühnenbild) ihm zu Seite standen, bezeichnete Forman damals als den „glücklichsten Moment“ seiner Karriere. Die gemeinsame Arbeit dokumentierte Forman auch in dem Film zu dem Projekt, den er 2009 auf dem internationalen Filmfestival im tschechischen Karlsbad vorstellte. „Keine Filme mehr, ich habe Urlaub“, sagte er mit fast achtzig Jahren.

2012 meldete sich Forman aber noch einmal zurück, diesmal vor der Kamera. An der Seite von Catherine Deneuve und ihrer Tochter Chiara Mastroianni trat der Gelegenheits-Schauspieler in der französischen Musikromanze „Les Bien-Aimés“ („Die Liebenden - von der Last glücklich zu sein“) auf. Der Film spielt in Paris, Prag, London und Amerika. In der Rolle eines gealterten tschechischen Liebhabers kehrte Forman zu seinen Wurzeln zurück.

Das einzige, was niemals alt wird

Der tschechische Regierungschef Andrej Babis hat den gestorbenen Regisseur Milos Forman als „markanteste wie auch erfolgreichste Persönlichkeit“ des Films seines Landes gewürdigt. Die Nachricht vom Tod des 86-Jährigen habe ihn sehr betroffen gemacht, teilte der liberal-populistische Politiker an diesem Samstag beim Kurznachrichtendienst Twitter mit. „Wie wohl jeder“, so Babis, schätze er Filme wie „Amadeus“ und „Der Feuerwehrball“.

Der tschechische Filmregisseur Jan Hrebejk („Wir müssen zusammenhalten“) beschrieb Forman in einer Reaktion als „größten Filmemacher, den dieses Land je hatte, und einen der größten, den die Welt je hatte“. Kulturminister Ilja Smid sagte der Nachrichtenagentur CTK, Forman habe die Absurditäten, die Farbigkeit und die Schönheit des menschlichen Zusammenlebens meisterhaft eingefangen.

Der damalige tschechische Präsident Vaclav Havel (1936-2011) hatte Forman 1995 mit der Verdienstmedaille des Landes ausgezeichnet. Das Filmfestival in Karlsbad (Karlovy Vary) ehrte ihn zwei Jahre später für seine außerordentlichen Verdienste um das Weltkino mit dem Kristallglobus. „Das einzige, was niemals alt wird, ist der Humor“, sagte Forman bei seinem letzten Besuch in Tschechien im Jahr 2009.

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