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Hitchcocks „Rebecca“ : Joan Fontaine ist tot

  • Aktualisiert am

Joan Fontaine, 1917 bis 2013 Bild: AP

Alfred Hitchcock machte sie in Film „Rebecca“ berühmt. Jetzt ist Oscar-Preisträgerin Joan Fontaine mit 96 Jahren in Kalifornien gestorben.

          Ein Millionenpublikum zitterte mit Joan Fontaine, als die blutjunge Filmschönheit unter Alfred Hitchcocks Regie Todesängste zeigte. Der Grusel-Klassiker „Rebecca“ machte die Schauspielerin 1940 über Nacht berühmt. Nun muss Hollywood von dem Star Abschied nehmen. Die Schauspielerin starb, laut ihrer Assistentin, am Sonntag in ihrem Haus in Carmel.

          In „Rebecca“ spielte sie an der Seite von Laurence Olivier eine frisch verheiratete, verängstigte Ehefrau, die ihre bedrohliche Lage mit zunehmendem Entsetzen durchschaut. „Rebecca“ gewann den Oscar als bester Film und brachte Fontaine eine Nominierung als beste Hauptdarstellerin ein.

          Mit 23 Jahren nahm Fontaine ihren einzigen Oscar für die Hauptrolle in Hitchcocks Thriller „Verdacht“ (1941) entgegen. Darin fällt sie als schüchternes, wenn auch reiches Mädchen vom Lande auf den Herzensbrecher Cary Grant herein, heiratet ihn und schöpft bald danach den Verdacht, dass ihr Ehemann ein Mörder ist und sie als sein nächstes Opfer ausgewählt hat.

          Lebenslange Feindschaft mit der Schwester

          Nach ihren letzten Filmauftritten in den 1960er Jahren war Fontaine noch auf der Bühne tätig. Sie hatte eine eigene Talkshow und war auch in der Krimiserie „Cannon“ im Fernsehen zu sehen. Fontaine ließ sich in den letzten Jahren nur noch selten in der Öffentlichkeit blicken. Sie lebte im kalifornischen Küstenort Carmel, wo auch Clint Eastwood wohnt.

          Als Tochter eines Anwalts und einer Schauspielerin unter dem Namen Joan De Beauvoir De Havilland in Tokio geboren, hatte Fontaine schon in jungen Jahren von ihrer Mutter Unterricht bekommen. Um nicht mit ihrer ein Jahr älteren Schwester Olivia De Havilland („Vom Winde verweht“) verwechselt zu werden, nahm sie den Namen ihres Stiefvaters an. Eine lange Fehde zwischen den Schwestern sorgte immer wieder für Schlagzeilen. Der Streit vertiefte sich, als beide 1942 für den Oscar nominiert wurden und Joan, die Jüngere, gewann.

          Bilderstrecke

          Joan Fontaine war viermal verheiratet, jede Ehe endete mit der Scheidung. Ihre Eltern hätten sich früh scheiden lassen, das habe sie geprägt. „Hätte ich die guten Qualitäten aller meiner Ehemänner miteinander verbinden können, dann wäre das fantastisch gewesen“, witzelte sie einst in einem „People“-Interview. Aus der zweiten Ehe mit William Dozier stammt eine Tochter.

          Hitchcock prägte ihre Filmkarriere, doch Fontaine konnte sich von dem „Rebecca“-Image der verängstigten, zartbesaiteten Ehefrau lösen. 1943 wurde sie noch einmal für einen Oscar nominiert - für ihre Rolle in Edmund Gouldings „Liebesleid“. Erfolgreich war sie auch als Partnerin von Orson Welles in Robert Stevensons „Jane Eyre“ („Die Waise von Lowood“, 1943). Max Ophüls gewann sie für die Hauptrolle in „Brief einer Unbekannten“ (1948), die viele Cineasten als ihre größte Leistung ansehen.

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