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„Helden der Nacht“ : Blut ist dick

  • -Aktualisiert am

Auf dem falschen Weg: Joaquin Phoenx und Eva Mendes in „Helden der Nacht” Bild: AP

In dem Film „Helden der Nacht“ von James Gray spielen Joaquin Phoenix und Mark Wahlberg zwei ungleiche Brüder. Aber obwohl sich Gray an den Polizeifilmen der siebziger Jahre orientiert, zielt er auf ein anderes Genre - was ihm nicht allzu gut bekommt.

          Ein Polizeifilm, in dem Joaquin Phoenix und Mark Wahlberg zwei ungleiche Brüder spielen und Robert Duvall als Vater Partei ergreift, kann nicht ganz schlecht sein. Das sind Schauspieler, denen man eigentlich immer gerne zusieht, weil sie jene natürliche Autorität und Präsenz besitzen, mit der uns das amerikanische Kino schon immer seine harten Jungs näherbrachte. Und doch wirkt in diesem Film alles wie einmal zu oft gesehen. Duvall, dessen legendäre Cop-Rollen von „Badge 373“ über „Colors“ bis „John Q.“ reichen, ist hier als

          Deputy Chief einfach nur ein alter Haudegen, der nicht darüber hinwegkommt, dass ihm nur ein Sohn in die Reihen der Polizei gefolgt ist. Und Wahlberg spielt ihn genauso eindimensional, wie es diese Konstruktion anlegt. Phoenix hingegen, der für einen russischen Pelzhändler eine Disco managt und sich in Drogengeschäfte verwickeln lässt, ist nur so lange faszinierend, wie er seine eigenen Wege geht. In dem Moment, da er erkennt, dass Blut doch dicker als Wasser ist, wirkt er genauso versteinert wie Vater und Bruder. Man kann natürlich sagen, dass es fast schon wieder eine Qualität des Films ist, dass er die physische Gewalt der Familienbande so körperlich spürbar macht.

          Gray orientiert sich an den Polizeifilmen der siebziger Jahre

          James Gray hat sich zwischen seinen Filmen über Mafia und Korruption viel Zeit gelassen. Sechs Jahre vergingen zwischen „Little Odessa“ und „The Yards“, in dem auch schon Wahlberg und Phoenix mitspielten; weitere sieben bis „Helden der Nacht - We Own the Night“, dessen Titel der Slogan der New Yorker Polizei ist. Aber obwohl sich vieles um die Polizei dreht und sich Gray sichtlich an den Polizeifilmen der siebziger Jahre orientiert, zielt er auf ein anderes Genre, was ihm nicht allzu gut bekommt. Er will den antiken Bruderzwist, das biblische Drama, die ganz schweren Verstrickungen.

          Phoenix ist der Mann, der mehr vom Leben hat: Geld und Drogen, eine sexy Freundin (Eva Mendes) und dazu einen Familienanschluss bei den Russen, der die trostlosen Beziehungen zur eigenen Familie mehr als ersetzen könnte. Aber natürlich sind der Pelzhändler und seine Mafia jenseits ihrer familiären Großzügigkeit brutale Gangster, denen egal ist, womit sie ihr Geld verdienen, solange sich andere die Finger schmutzig machen.

          Aufsehenerregende Verfolgungsjagd im strömenden Regen

          Wahlberg hingegen ist der aufrechte Familienmensch, der seinen Vater ehrt und den Bruder verachtet. Weil er dem Drogenhandel den Kampf angesagt hat, wird ein Attentat auf ihn verübt, und an seinem Krankenbett erkennt der Bruder, dass er vom rechten Weg abgekommen war. Der Film hingegen folgt ausgetretenen Pfaden, auf denen nicht nur das Hongkong-Kino dauernd unterwegs ist, sondern zuletzt auch Scorsese mit dem wesentlich komplexeren „The Departed“ oder pfiffige Serien wie „The Wire“ und „The Shield“.

          Immerhin bezieht „Helden der Nacht“ aus der Frage, wie Phoenix sich aus seiner Doppelexistenz zwischen Drogengeschäft und Bruderliebe herauswindet, in der zweiten Hälfte einige Spannung, die in eine wirklich aufsehenerregende Verfolgungsjagd im strömenden Regen mündet. Zumindest dabei schafft es Gray, seinen Vorbildern aus den Siebzigern das Wasser zu reichen.

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