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Francis Ford Coppola wird 80 : Der Einzige, von dem der Pate sich etwas sagen lässt

Francis Ford Coppola mit Woody Allen und Martin Scorsese in „New York Stories“, 1989 Bild: Allstar/Touchstone Pictures

Erst Assistent beim Billigfilm, dann Erneuerer des teuren Kinos: Francis Ford Coppola wollte immer lieber Kunstfilme als Mafiosistreifen machen. Seine Herkunft half ihm bei seinem größten Projekt.

          Beinahe hätte Francis Ford Coppola den wichtigsten Film seines Leben nie gedreht. „Sie wollen, dass ich Regie für diesen Müll führe“, sagte er seinem Vater nach dem Treffen bei Paramount. Mit „dieser Müll“ war die Adaptation von Mario Puzos Mafia-Krimi „Der Pate“ gemeint, ein Buch von geringem Wert für die Literaturkritik, aber mit hohen Verkaufszahlen. Der Flötist Carmine Coppola hörte sich das Gejammer seines Sohnes darüber an, dass der lieber Kunstfilme und keine Mafiosistreifen machen wolle, und gab ihm den Rat, das Geld zu nehmen und aus dem Projekt sein eigenes Ding zu machen. Die 125000 Dollar waren für Coppola, dessen drittes Kind gerade auf dem Weg war, ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Er erkämpfte sich vom Studio so viele Freiheiten wie möglich, wählte für die Rolle des Mafia-Oberhauptes Don Vito Marlon Brando aus, mit dem damals schon niemand mehr arbeiten wollte (die beiden sollten ihre Zusammenarbeit später im Vietnamkriegsfilm „Apocalypse Now“ fortsetzen). Aus Puzos Gangstergeschichte arbeitete Coppola gemeinsam mit dem Autor eine Drehbuchfassung heraus, die das Drama des Corleone-Clans mit Fokus auf den jüngsten Sohn Michael erzählt, der als Erster in dieser Einwandererfamilie ein gutes Leben jenseits der Kriminalität führen sollte, den jedoch Ehre und Ambitionen davon abhalten.

          Francis Ford Coppola knapp 25 Jahre später in Tokio

          Einen Oscar gab es fürs Drehbuch, als Regisseur wurde Coppola erst 1974 für die Fortsetzung „Der Pate 2“ geehrt. Trotz der Länge von drei Stunden liebte das Publikum „Der Pate“. Vielleicht liegt das auch am ambivalenten Inhalt: Will man zu dieser Familie gehören, weil sie sich innerhalb eines korrupten Systems durchschlägt, oder ist man von der Brutalität, mit der sie das tut, abgeschreckt?

          Dass Coppola die Geschichte so gut erzählen konnte, lag auch an seiner Herkunft. 1939 wurde er in Detroit als jüngster Sohn einer Familie mit italienischen Wurzeln geboren. Als Kind verbrachte er nach einer Polio-Infektion eine lange Zeit ans Bett gefesselt, las viel und erfand Geschichten. Es soll Eisensteins „Oktober“ und dessen Schnitttechnik gewesen sein, die Coppola davon überzeugten, sich gegen den Wunsch des Vaters, der für ein Ingenieurstudium plädierte, dem Film zuzuwenden. Das Handwerk lernte er als Assistent bei Roger Corman, bevor er Teil der „New Hollywood“-Riege wurde, die, von europäischen und japanischen Produktionen beeinflusst, das Hollywood-Kino in den siebziger Jahren neu erfand.

          Wie groß Coppolas Werk ist, zeigt sich bis heute an den vielfältigen Referenzen in Filmen und Serien: zuletzt etwa in „The Leftovers“, wo ein Auftragskiller seine Waffe angeklebt am Deckel einer Toilettenspülung findet und über die Idee murmelt: „wie bei ,Der Pate‘“. Am Sonntag wird Francis Ford Coppola achtzig Jahre alt.

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