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Filmwirtschaft in Corona-Krise : Die Zukunft des Kinos ist dunkel

  • -Aktualisiert am

Erfolgsmodell auch für mahere Zeiten: Das deutsche Flaggschiff „Babylon Berlin“ erlangte seinen Status durch eine neue Produktionskonstellation. Bild: Frédéric Baltier / X Filme

Sturz aus der Hochkonjunktur: Die Maßnahmen gegen Corona gefährden die deutsche Filmwirtschaft massiv. Eine Bestandsaufnahme.

          5 Min.

          Seit dem 2. April steht eine Zahl im Raum. Sie wurde von der deutschen Filmwirtschaft in Umlauf gebracht: 563,5 Millionen Euro soll nach Meinung der SPIO (der „Spitzenorganisation“ der Branche) die Summe betragen, auf die sich ein Stabilitätsfonds belaufen müsste, der die Folgen der Corona-Pandemie in Deutschland für Hersteller und Vertreiber von Filmen und Serien eindämmen soll. Die SPIO reagiert damit auf die vielfältigen Unterbrechungen, von denen die Branche betroffen ist: Bis fast Mitte März versuchten einzelne Produktionen noch mehr oder weniger verzweifelt, Drehtage bis zum allerletzten Moment durchzuziehen.

          Dann ging es Schlag auf Schlag: Kinos mussten schließen, Filmstarts wurden mit neuen, teils optimistischen, teils weitsichtigeren Terminen versehen. Und seither schieben sich zwei Zeitrechnungen ineinander: das Jahr 2020, wie es vor Mitte März geplant war, und das Jahr 2020, das, je nachdem, wie lange der erforderliche Stillstand dauert, irgendwann ein ganzes Filmjahr in einem halben oder vielleicht nur in drei Monaten unterbringen muss. Denn konkret sieht es derzeit zum Beispiel für Produzenten so aus, dass Projekte, die für Herbst beinahe schon fertig finanziert waren, nun plötzlich in Wartestellung sind, weil die Filmförderer ihre Jahresbudgets für Notmaßnahmen umzuschichten beginnen. Und aus der Kinobranche hört man allerorten, dass sie schon unter normalen Umständen nur knapp auf auskömmliche Besucherzahlen, über das Jahr gerechnet, gekommen wären – jetzt aber fehlen ihnen wahrscheinlich bald zwölf und voraussichtlich deutlich mehr Wochen, denn mit sozialer Distanzierung verträgt sich dieses Kulturerlebnis mit Schulter an Schulter sitzendem Publikum nun einmal nicht.

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