https://www.faz.net/-gqz-xxa4

Filmpreis-Nominierungen : Heute ein König, morgen ein Oscar

  • Aktualisiert am

Zumindest bei den Oscars ist Facebook nicht das Maß aller Dinge: „The Social Network“ wurde in weniger Kategorien nominiert als die Filme „The King's Speech und „True Grit“. Und der Showmaster der Oscar-Nacht könnte zugleich bester Hauptdarsteller werden.

          3 Min.

          Der Historienfilm „The King's Speech“ geht als großer Favorit ins Rennen um den diesjährigen Oscar. Der britische Film wurde in zwölf Kategorien des wichtigsten Filmpreises der Welt nominiert. Unter anderem hat er Chancen auf den Preis als bester Film, Colin Firth ist als bester Hauptdarsteller nominiert.

          „The King's Speech“ schildert, wie ein unkonventioneller Sprachtherapeut (Geoffrey Rush) den stotternden Prinzen und späteren englischen König George VI. (Firth) behandelt und ihn zum Beginn des Zweiten Weltkriegs zu einer historischen Rede befähigt. Er ist bei Publikum wie Kritik gleichermaßen beliebt.

          Der Western „True Grit“ von Joel und Ethan Coen kam auf zehn Nominierungen. Das düstere Werk nach dem Roman von Charles Portis schildert die Geschichte des heruntergekommenen Marshalls Rooster Cogburn, der im Auftrag der 14-jährigen Mattie den Mord an ihrem Vater rächen soll. Unter anderem ist dafür Hailee Steinfeld, auch im wahren Leben erst 14, als beste Nebendarstellerin nominiert.

          Bilderstrecke

          Der Film rund um Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, „The Social Network“ (siehe auch: Video-Filmkritik: „The Social Network“), wurde achtmal nominiert. Beobachter hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit „The King's Speech“ erwartet, nachdem der Film die Golden Globes dominiert hatte (siehe auch: Golden Globe: Vier Auszeichnungen für „The Social Network“).

          Ebenfalls in acht Kategorien kam der Thriller „Inception“ in die engste Wahl, das Boxdrama „The Fighter“ hat Chancen auf sieben Preise. Mit „Toy Story 3“ hat außerdem erst zum dritten Mal ein Trickfilm die Chance auf den Oscar als bester Film.

          Als bester Film tritt „The King“s Speech“ an gegen das Ballett-Drama „Black Swan“ (siehe auch: Video-Filmkritik: Darren Aronofskys „Black Swan“), die Box-Geschichte „The Fighter“, den Science-Fiction-Hit „Inception“ (siehe auch: Video-Filmkritik: „Inception“), die Geschichte einer lesbischen Familie „The Kids Are All Right“, den Überlebensthriller „127 Hours“, den Facebook-Film „The Social Network“, den Trickfilm „Toy Story 3“, den Western „True Grit“ und den Krimi „Winter's Bone“.

          Hoffnungen auf den begehrtesten Filmpreis der Welt in der Kategorie Bester Schauspieler dürfen sich Colin Firth („The King“s Speech“), Jesse Eisenberg („The Social Network“), James Franco („127 Hours“), Javier Bardem („Biutiful“) und Jeff Bridges („True Grit“) machen. Bei den Frauen wurden Natalie Portman („Black Swan“), Annette Bening („The Kids Are All Right“), Nicole Kidman („Rabbit Hole“), Jennifer Lawrence („Winter“s Bone“) und Michelle Williams („Blue Valentine“) nominiert.

          Unser Mann in Hollywood

          Der deutsche Filmkomponist Hans Zimmer ist zum neunten Mal für Hollywoods höchsten Preis nominiert worden. Die Ehre wurde dem gebürtigen Frankfurter für seine Vertonung des Films „Inception“ von Regisseur Christopher Nolan zuteil. In der Kategorie „Filmmusik“ gehen mit ihm die Kompositionen für die Filme „The King's Speech“, „127 Hours“, „The Social Network“ und „How to Train Your Dragon“ ins Rennen. Bei der Vergabe der Golden Globes Mitte Januar war Zimmer leer ausgegangen, die goldene Weltkugel für die beste Musik holte „The Social Network“.

          Seine erste Oscar-Nominierung hatte Zimmer 1989 für das Filmdrama „Rain Man“ erhalten. Die Musik für den Zeichentrickhit „Der König der Löwen“ bescherte dem Deutschen dann 1995 seinen bisher einzigen Oscar-Triumph. Die Vertonung von Filmen wie „Gladiator“ (2001) und zuletzt „Sherlock Holmes“ (2010) brachte ihm weitere Nominierungen ein.

          Im vergangenen Jahr war die Oscar-Nominierung zum Wettrennen eines einstigen Ehepaars geworden (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Oscar-Nominierungen 2010). James Cameron war mit „Avatar“ neunmal nominiert gewesen, seine Ex-Frau Kathryn Bigelow für „The Hurt Locker“ ebenso. Gewonnen hatte letztlich Bigelows Irakkriegsdrama mit sechs Oscars, inklusive dem als bester Film. „Avatar“ bekam drei (siehe auch: Oscar: Kathryn Bigelow und Christoph Waltz sind die großen Sieger).

          Die „Oscars“ werden in diesem Jahr zum 83. Mal vergeben. Das Moderatorenduo wurde erheblich verjüngt. Nach Steve Martin (damals 64) und Alec Baldwin (51) sollen diesmal Anne Hathaway (28, „Der Teufel trägt Prada“) und James Franco (32, „Eat, Pray, Love“) die Gala im Kodak Theatre in Los Angeles präsentieren. Franco könnte zweimal der Gewinner des Abends sein: Er ist auch als bester Hauptdarsteller für das Bergsteigerdrama „127 Hours“ nominiert.

          DIE WICHTIGSTEN NOMINIERUNGEN

          Beste männliche Hauptrolle

          Javier Bardem („Biutiful“)
          Jeff Bridges („True Grit“ )
          Jesse Eisenberg („The Social Network“, Video-Filmkritik: „The Social Network“)
          Colin Firth („The King's Speech“)
          James Franco („127 Hours“)

          Beste weibliche Hauptrolle

          Annette Bening („The Kids Are All Right“, siehe auch Annette Bening im Gespräch: Warum sind Ihre Oscars aus Schokolade?)
          Nicole Kidman („Rabbit Hole“)
          Jennifer Lawrence („Winter's Bone“)
          Natalie Portman („Black Swan“, siehe auch: Video-Filmkritik: Darren Aronofskys „Black Swan“)
          Michelle Williams („Blue Valentine“ )

          Beste männliche Nebenrolle

          Christian Bale („The Fighter“)
          John Hawkes („Winter's Bone“)
          Jeremy Renner („The Town“)
          Mark Ruffalo („The Kids Are All Right“)
          Geoffrey Rush („The King's Speech“)

          Beste weibliche Nebenrolle

          Amy Adams („The Fighter“)
          Helena Bonham Carter („The King's Speech“)
          Melissa Leo („The Fighter“)
          Hailee Steinfeld („True Grit“)
          Jacki Weaver („Animal Kingdom“)

          Bester Film

          „Black Swan“ (siehe auch: Video-Filmkritik: Darren Aronofskys „Black Swan“)
          „The Fighter“
          „Inception“ (siehe auch: Video-Filmkritik: „Inception“)
          „The Kids Are All Right“
          „The King's Speech“
          „127 Hours“
          „The Social Network“ (siehe auch: Video-Filmkritik: „The Social Network“)
          „Toy Story 3“
          „True Grit“
          „Winter's Bone“

          Beste Regie

          „Black Swan“ (Darren Aronofsky, siehe auch: Video-Filmkritik: Darren Aronofskys „Black Swan“)
          „The Fighter“ (David O. Russell)
          „The King's Speech“ (Tom Hooper)
          „The Social Network“ (David Fincher, siehe auch: Video-Filmkritik: „The Social Network“)
          „True Grit“ (Joel Coen and Ethan Coen)

          Bester fremdsprachiger Film

          „Biutiful“ (Mexiko)
          „Dogtooth“ (Griechenland)
          „In einer besseren Welt“ (Dänemark)
          „Incendies“ (Kanada)
          „Hors-la-loi“ (Algerien)

          Bester Animationsfilm

          „How to Train Your Dragon“
          „The Illusionist“
          „Toy Story 3“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.