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Filmjahr 2005 : Größte Kinoflaute seit zehn Jahren

  • Aktualisiert am

Erfolgreich: „Die weiße Massai” mit Nina Hoss (M.) Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Das deutsche Kino hat 2005 den heftigsten Besucherrückgang seit zehn Jahren hinnehmen müssen. Die Gründe: ausbleibende Blockbuster und ein verändertes Freizeitverhalten.

          Das deutsche Kino hat 2005 den heftigsten Besucherrückgang seit zehn Jahren hinnehmen müssen. Gegenüber 2004 sank die Besucherzahl um knapp 19 Prozent auf 127,3 Millionen und erreichte damit das schlechteste Ergebnis seit 1995, teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) am Mittwoch in Berlin mit. Der Umsatz ging von 893 Millionen auf 745 Millionen Euro zurück.

          Bester deutscher Kinofilm war „Die weiße Massai“. Hingegen wurden in 2005 den Angaben zufolge mit fast 82 Millionen so viele DVDs verkauft wie nie zuvor. Begründet wurden die schlechten Kino-Zahlen mit dem Fehlen erfolgreicher Blockbuster und einem geänderten Freizeitverhalten. Laut einer von der FFA in Auftrag gegebenen „Motivationsstudie“ zeigte sich ein Drittel der Befragten vom immer größer werdenden Freizeit-Angebot, bei gleichzeitiger Verringerung der persönlichen Freizeit, überfordert. Rund jeder Zweite würde Preisreduzierungen oder Rabattangebote begrüßen, heißt es in der repräsentativen Infas-Studie.

          Der FFA zufolge sahen sich 21,5 Millionen Zuschauer im Jahr 2005 einen deutschen Film an. In 2004 hatten dagegen Produktionen wie „(T)raumschiff Surprise“, „Der Wixxer“ und „Der Untergang“ noch 36,7 Millionen Menschen angelockt. Insgesamt gingen 2004 knapp 157 Millionen Zuschauer in die Kinos.

          Berlinale-Beiträge machen optimistisch

          Unmittelbar vor dem Start der Berlinale zeigte sich FFA-Geschäftsführer Peter Dinges allerdings optimistisch über die Zukunft. „Der deutsche Film verspricht viel Erfolg in diesem Jahr“, sagte er und verwies auf Wettbewerbs-Beiträge wie „Sehnsucht“, „Elementarteilchen“, „Der freie Wille“ und „Requiem“. Gleichzeitig werde an einem besseren Service, mehr Kundenfreundlichkeit und einem stärker auf Zielgruppen ausgerichteten Angebot gearbeitet. Im so genannten Home-Entertainment-Bereich wurden der FFA zufolge in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres bereits 81,9 Millionen DVDs verkauft (Vorjahr 73,1 Millionen). Der Rekordumsatz des Vorjahreszeitraums sei damit nahezu erreicht worden. Demnach betrug der Gesamtumsatz aus Verkauf und Verleih von DVDs und Videokassetten 1,406 Milliarden Euro.

          Der Durchschnittspreis einer DVD sank von 14,16 Euro in 2004 auf 13,10 Euro. Die Verkaufs-Hitliste führte „(T)Raumschiff Surprise“ an, gefolgt von „Star Wars: Episode III“ und „7 Zwerge - Männer allein im Wald“. Der durchschnittliche Eintrittspreis betrug der FFA zufolge 5,85 Euro. Für das leichte Plus von 15 Cent gegenüber dem Vorjahr machte FFA-Geschäftsführer Peter Dinges allgemeine Preissteigerungen, in erster Linie aber den Kassenschlager „Harry Potter und der Feuerkelch“ verantwortlich, da für den Film ein Überlängen-Zuschlag verlangt wurde. Mit knapp 7,56 Millionen Zuschauern belegte „Harry Potter und der Feuerkelch“ Platz eins der Besucher-Hitliste 2005. Den zweiten Platz konnte „Madagascar“ mit 6,7 Millionen, den dritten Rang „Star Wars: Episode III“ mit 5,6 Millionen Zuschauern verbuchen. „Die weiße Massai“ landete mit 2,15 Millionen Zuschauern auf Platz neun.

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