https://www.faz.net/-gqz-rz5m

Filmfestspiele : Die Wettbewerbsfilme der Berlinale

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Oscar-Favorit Philip Seymour Hoffman als „Capote“, Deutschlands Schauspielelite in „Elementarteilchen“, ein Abschlußfilm von Benigni: alle Wettbewerbsfilme der Berlinale mit den Urteilen der F.A.Z.-Kritiker.

          Oscar-Favorit Philip Seymour Hoffman als „Capote“, Deutschlands Schauspielelite in „Elementarteilchen“, ein Abschlußfilm von Benigni: alle Wettbewerbsfilme der Berlinale im Überblick - ergänzt um die Urteile der Filmkritiker von F.A.Z. und Sonntagszeitung.

          „Snow Cake“ von Marc Evans (Großbritannien/Kanada) - außer Konkurrenz.

          Der Eröffnungsfilm mit Alan Rickman als Alex (Foto) und Sigourney Weaver in der Rolle der autistischen Mutter Linda Freeman beginnt mit einem schrecklichen Unfall, dem weitere Unglücksfälle folgen. Alex ist ein Fremder im kanadischen Ontario, Linda Freeman lebt sowieso im Abseits. Dazu kommt eine Nachbarin, in die Alex sich verliebt, was dem Dorfpolizisten nicht gefällt, da er ebenfalls an Maggie Interesse hat. Dunkle Geheimnisse werden gelüftet, verschüttete Gefühle ausgegraben, unangenehme Wahrheiten erkannt.

          Jennifer Tilly und Alan Rickman in „Snow Cake”

          Andreas Platthaus: „ Unterkühlt ist hier nur das Wetter. Marc Evans hat einen Film gedreht, in dem alles zusammenprallt, was dazu geeignet ist: Autos, Körper, Lebensweisen, Ansichten.“

          Verena Lueken: „Ein Film für Honoratioren: mit viel Herz aus einer Welt voller frischgewaschener Außenseiter, nett und nicht dumm.“

          Michael Althen: „Als Schnulze ist der Film ein bißchen schamlos, aber er ist humorvoll genug, daß man mit den drei Stars gern seine Zeit in Ontario verbringt.“ (siehe auch: Der Eröffnungsfilm „Snow Cake“ von Marc Evans)

          „En soap“ von Pernille Fischer Christensen (Dänemark/Schweden).

          Nach allen Regeln der Vorabendfernsehserien verliebt sich Veronica, die ein Mann ist, in Kristin, die gerade vor einem Mann geflohen ist, und beide trauen sich nicht, zu ihrer Liebe zu stehen. Veronica lebt sowieso in der Welt der Seifenopern voller Gefühle und übler Machenschaften. Was ihn, der eine Sie sein will, nicht davon abhalten kann, einen Selbstmordversuch zu unternehmen.

          Andreas Platthaus: „Ein dänisches Debüt der besonders dämlichen Sorte rund um einen Transsexuellen und eine Frau auf der Suche nach sich selbst. Wenn schon die fröhlich-frisch getrennte Charlotte gern alles zeigt, muß die Berlinale das ja nicht auch machen.“

          Verena Lueken: „Ein viel zu langes Rührstück voller Wiederholungen, visuellen Ungereimtheiten und psychologischer Nichtigkeit, dafür ohne Dramaturgie und ohne jedes Gefühl für die Zeit, auch die Zeit des Zuschauers.“

          „Syriana“ von Stephen Gaghan (Vereinigte Staaten) - außer Konkurrenz.

          Mindestens fünf Handlungsfäden laufen hier nebeneinanderher, berühren und verwickeln sich, und am Ende ist keine Rettung nah. Es geht um die Folgen der Globalisierung, um Öl und Terror. George Clooney spielt einen früh gealterten Agenten mit Bauchansatz, außerdem sind Matt Damon, Jeff Wright und Chris Cooper in diesem Ensemblefilm für Erwachsene zu sehen.

          Verena Lueken: „Bestes politisches Kino aus den Vereinigten Staaten, klug, schnell, ein bißchen zu kurz.“ (siehe auch: Berlinale: „Syriana“ und „En Soap“)

          Andreas Platthaus: „Man erfährt nichts Neues über die fragwürdige Nahost-Politik der amerikanischen Geheimdienste, aber wie man das Altbekannte erfährt, das gehört zum optisch und narrativ Eindrucksvollsten, was das Kino derzeit zu bieten hat.“

          „Slumming“ von Michael Glawogger (Österreich/Schweiz).

          Zuletzt hat sich Glawogger in Dokumentationen wie „Megacities“ und „Workingman's Death“ mit der Globalisierung beschäftigt, diesmal macht er aus dem sozialen Gefälle eine böse Parabel.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hinter dem ehemaligen Braunkohletagebau Cottbus-Nord

          Details des Klimapakts : Wer hat’s erfunden?

          Kommenden Freitag soll der Klimapakt beschlossen werden. Um die entscheidenden Details wird bis zuletzt gerungen: Offen ist die Frage, wie viel die Tonne CO2 kosten soll.
          Salvini lässt sich am Sonntag von seinen Anhängern in Pontida feiern.

          Lega-Treffen in Pontida : Die Jagdsaison ist eröffnet

          Nach seiner Niederlage ist Matteo Salvini wieder in Angriffslaune. Bei einem Treffen der Lega ruft er zum Sturz der Linkskoalition auf. Die Stimmung in Pontida ist bei spätsommerlichem Wetter in jeder Hinsicht aufgeheizt.

          NPD-Ortsvorsteher in Hessen : Ein netter Kerl

          In einem Dorf wird ein NPD-Mann zum Ortsvorsteher gewählt. Die Aufregung ist groß, im Ort selbst findet man das nur halb so wild. Eindrücke aus Altenstadt-Waldsiedlung.

          IAA : Draußen Protest, innen leuchtende Männeraugen

          Wo der SUV noch artgerecht gehalten wird: Unsere Autorin war auf der Automesse unterwegs. Die Autohersteller reagieren auf den zunehmenden Druck mit ihrer elektrischen Charmeoffensive – die Publikumsmagneten findet man jedoch an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.