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Filmfest von Locarno : Goldener Leopard für Xiaolu Guo

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Goldener Leopard für Xiaolu Guo und ihren Film „She, a Chinese” Bild: REUTERS

Xiaolu Guos „She, a Chinese“ ist der Gewinner des goldenen Leoparden beim diesjährigen Internationalen Filmfestivals von Locarno. Auch Detlev Buck neuer Film „Same Same but Different“ wurde prämiert. Der Publikumspreis ging an „Giulias Verschwinden“ von Christoph Schaub.

          Der deutsch-britisch-französische Film „She, a Chinese“ von Xiaolu Guo ist der Sieger des diesjährigen Internationalen Filmfestivals von Locarno. Die siebenköpfige Jury, darunter die deutsche Schauspielerin Nina Hoss, ehrte mit dem begehrten Goldenen Leoparden das langerwartete zweite Werk der in Großbritannien lebenden Regisseurin und Romanautorin („How Is Your Fish Today“). Es handelt von der Odyssee einer jungen Chinesin, die ihre Provinz verlässt, um nach Großbritannien auszuwandern, wo sie eine Fremde bleibt. Der mit 90.000 Schweizer Franken (knapp 60.000Euro) dotierte Hauptpreis des Wettbewerbs ging somit an einen von mehreren Beiträgen, die sich mit dem Problem von Exil, Heimat und Identität befassten.

          Insgesamt nahmen 18 Filme aus 15 Ländern an dem Wettbewerb teil. Zwei Wettbewerbsbeiträge konnten jeweils gleich zwei Preise erringen. Auf den russischen Film „Buben, Baraban“ von Alexei Mizgirev entfiel sowohl der mit 30.000 Franken (rund 20.000 Euro) dotierte Spezialpreis der Jury als auch der Preis für die beste Regie. Mizgirevs Film schildert in aller Härte das Leben einer Bibliothekarin in der schwierigen Übergangszeit von der Plan- zur Marktwirtschaft in Russland Ende der neunziger Jahre.

          Auch die niederländisch-irische Produktion „Nothing Personal“ wurde doppelt geehrt: Den Leoparden als beste Darstellerin erhielt Lotte Verbeek für ihre Rolle als spröde, die Einsamkeit suchende undeine späte Beziehung findende Frau; der Preis für das beste Erstlingswerk wurde Urszula Antoniak als Regisseurin des Films zuerkannt. Der Leopard für den besten Darsteller ging an Antonis Kafetzopoulos, der als Kioskbesitzer Stavros in der deutsch-griechischen Komödie „Akadimia Platonos“ brillierte.

          Publikumspreis für „Giulias Verschwinden“

          Der Publikumspreis der Piazza Grande, über den die Zuschauer bei den beliebten Open-Air-Aufführungen abstimmen, ging wie von vielen erwartet an „Giulias Verschwinden“ des Schweizers Christoph Schaub. In der mit spritzigen Dialogen des Drehbuchautors Martin Suter gespickten Komödie über das Älterwerden laufen die Schauspieler Corinna Harfouch, Sunnyi Melles und Bruno Ganz zur Hochform auf. Die deutsch-französische Koproduktion „Unter Bauern ­ Retter in der Nacht“ mit Veronica Ferres über die Rettung einer jüdischen Familie in der NS-Zeit hatte auf der Piazza zwar beeindruckt, konnte aber nicht mit einem Preis punkten.

          Der neue Film von Detlev Buck „Same Same but Different“, eine deutsch-kambodschanische Liebesgeschichte, erhielt den erst im vergangenen Jahr gestifteten unabhängigen Variety Piazza Grande Award. Die Jury aus Kritikern des einflussreichen amerikanischen Branchenblatts„Variety“ prämiert damit ein Werk aus dem Piazza-Programm für seine künstlerische Qualität und sein Potenzial in der Kinoauswertung.

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