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Fernsehwoche, 3. bis 9. Dezember : Tod eines Gletschermanns

  • Aktualisiert am

Hallo, James: Halle Berry in „Stirb an einem anderen Tag” Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Pro Sieben klärt einen Fall, der nach 5200 Jahren wohl verjährt ist: den Mord an „Ötzi“. Außerdem in der Fernsehwoche: Der Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ mit Halle Berry.

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          Pro Sieben klärt einen Fall, der nach 5200 Jahren wohl verjährt ist: den Mord an „Ötzi“. Außerdem in der Fernsehwoche: Der Bond-Film „Stirb an einem anderen Tag“ mit Halle Berry.

          Samstag, 3. Dezember

          Arte, Dokumentarfilm, 0.25 Uhr: Mein Bruder

          Mischa (l.) und Andreas Heise

          „Ein Grappa, dann war es vorbei.“ So schnell habe er 1990 das Geständnis seines besten Freundes Mischa weggesteckt, ihn und die anderen der Familie jahrelang für die Staatssicherheit bespitzelt zu haben, sagt Andreas Heise zu seinem Bruder. Er hätte ihn auch zum Teufel wünschen können, fügt er hinzu, aber er hat es nicht getan, sondern ist dem Freund in ein kleines Dorf in Südfrankreich gefolgt, wo der frühere IM und seine ebenfalls aus Ost-Berlin stammende Frau eine Pension betreiben. Nach drei Herzinfarkten glaubt Andreas, das sei ein guter Platz zum Sterben. Aber unter der warmen Sonne geht es ihm besser. Mit am Tisch sitzt für ein paar Tage sein jüngerer Bruder Thomas Heise, gegen dessen Fragen Andreas, nicht Mischa, aufbegehrt.

          Hätte man ihn unter Druck gesetzt, vielleicht wäre er selbst ein IM geworden, sagt das Opfer. „Mein Bruder. We'll Meet Again“, so der vollständige Titel des Films, steckt in einer knappen Kinostunde das Terrain für einen Roman ab. Aber es gibt keinen Autor, der die Lebenswege ausbreitet und verarbeitet, sondern nur Kamera und Mikrophon, die Sätze, Gesten, Blicke und nervöse Handbewegungen festhalten. Ein deutsches Charakterduo: der Zerknirschte, in sich Gekrümmte und der fröhliche Sanguiniker, den nichts anfechten kann. Die in einen französischen Rahmen gesteckte Geschichte springt den Zuschauer an wie eine Kleistsche Novelle. Wer darüber erschrickt, kann keinen Richterspruch fällen.

          Sonntag, 4. Dezember

          RTL, Agententhriller, 20.15 Uhr: Stirb an einem anderen Tag

          Im Gegensatz zu anderen Serien, die intime Vorkenntnisse erfordern, ist die Bond-Welt jederzeit, was sie ist. Experten haben nachgewiesen, daß „Stirb an einem anderen Tag“ aus allen bisherigen Bond-Filmen zitiert. Man kann das auch ohne komplette Werkkenntnis leicht sehen, weil der Film zugleich sein eigenes Museum betreibt. Wenn Halle Berry dem Ozean entsteigt, sieht jeder Zuschauer Ursula Andress in „Dr. No“ vor sich. Und wenn Q, der Daniel Düsentrieb der Bond-Welt, in einer stillgelegten Londoner U-Bahn-Station einen mürrischen 007 empfängt, geleitet er ihn vorbei an den Spielzeugen, die er im Laufe der Jahrzehnte erfunden hat. Worum es sonst noch geht? Um Weltverschwörung und Weltrettung natürlich, wie immer, wobei die Brutstätte des Bösen diesmal zeitgemäß in Nordkorea liegt. Aber das ist nicht wichtig. Entscheidend ist, daß Bond weiter Bonusmeilen sammelt, die er nie wird einlösen können, und sich am Ende mit Halle Berry in die Stille eines fernöstlichen Tempels zurückzieht, wo er über die Nichtigkeit des Seienden meditieren kann.

          Montag, 5. Dezember

          RBB, Talk, 22.15 Uhr: Thadeusz

          Zweite Chance für Jörg Thadeusz beim RBB, nachdem sein gemeinsam mit Ulla Kock am Brink präsentierter Talk „Leute am Donnerstag“ floppte. Keine Talkshow, sondern eine „Gesprächssendung“ will Thadeusz nun moderieren, in der er Gäste wie Julia Jentsch, Sven Regener oder - in der Auftaktfolge - die Schriftstellerin Ildiko von Kürthy begrüßt. Das Ergebis dürfte weniger an „Drei nach neun“ als an „Zimmer frei“ erinnern.

          Dienstag, 6. Dezember

          Arte, Doppelporträt, 0.35 Uhr: Durch die Nacht mit...

          ...Carl Barât und Adam Green in London. Zwei der am meisten gefeierten Musiker der jungen Generation, einer aus England und einer aus Amerika, verbringen vor laufender Kamera eine lange Nacht miteinander. Barât, kreativer Kopf der „Libertines“, führt den Songwriter Green durch seine Heimatstadt. Abgerundet wird das Programm durch Gespräche über Musik, die Suche nach einer Leihmutter und eine Beinahe-Prügelei mit angetrunkenen Iren.

          Mittwoch, 7. Dezember

          Arte, Drama, 22.40 Uhr: Verlorene Seelen

          Im Hafen von Marseille liegt ein Schiff - verlassen von seiner Besatzung bis auf drei Mann. Kapitän, Offizier und Matrose des Frachters, dessen Reeder pleite gegangen ist, warten darauf, daß irgendetwas passiert - aber was? Eines Tages kommt eine Prostituierte an Bord - gespielt von „Amélie“ Audrey Tautou. Der jung verstorbenen Marie Trintignant schenkt die Regisseurin Claire Devers ihre schönste Szene. Da steht sie in einem geblümten Kleid auf einem Felsen hoch über dem Mittelmeer, und Bernard Giraudeau, der auf einer Bank vor ihr sitzt, erklärt, er habe es aufgegeben, nach einer Frau zu suchen, die zu ihm passe. Aber sein Blick sagt, daß er lügt, und Marie Trintignants Blick sagt, daß sie das weiß. Da lächelt sie. Und dieses Lächeln wird von ihr bleiben.

          Donnerstag, 8. Dezember

          Pro Sieben, Doku-Drama, 20.15 Uhr: Mord im Eis

          Das Opfer war etwa 1,60 Meter groß und rund 50 Kilogramm schwer. Es dürfte etwa 46 Jahre alt gewesen sein, als es auf seinem Weg über die Berge offenbar überfallen und von hinten mit einem Pfeil schwer verletzt wurde. Aber woher stammte er? Einen lang zurückliegenden Mordfall will dieses britische Doku-Drama (Regie: Richard Dale) aufklären: den gewaltsamen Tod des „Ötzi“ getauften Gletschermannes vor rund 5.200 Jahren.

          Freitag, 9. Dezember

          Arte, Komödie, 20.40 Uhr: Süperseks

          Ein junger Türke aus Hamburg-Altona versucht seiner Geldprobleme Herr zu werden, indem er eine türkische Telefonsex-Hotline einrichtet. Regie Torsten Wacker, mit Denis Moschitto, Marie Zielcke und Hilmi Sözer.

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