https://www.faz.net/-gqz-rz2y

Fernsehwoche, 28. Januar bis 3. Februar : Superstar im engen Anzug

  • Aktualisiert am

Nichts wie weg: Leonardo DiCaprio in „Catch Me If You Can” Bild: picture-alliance / dpa

Tom Hanks jagt Leonardo DiCaprio, Amerika führt Krieg, Mozart kommt nicht nach München. Außerdem in der Fernsehwoche: Die deutschen Filme „Sie haben Knut“ und „Am Tag, als Bobby Ewing starb“.

          4 Min.

          Tom Hanks jagt Leonardo DiCaprio, Amerika führt Krieg, Mozart kommt nicht nach München. Außerdem in der Fernsehwoche: Die deutschen Filme „Sie haben Knut“ und „Am Tag, als Bobby Ewing starb“.

          Samstag, 28. Januar

          Phoenix, Diskussion, 22.15 Uhr: Schöne neue Internet-Welt? Das Netzwerk der Zukunft

          Umschwärmt: Frank Abagnale jr. (DiCaprio)

          Beim Wissenschaftsforum Petersberg diskutieren „Internet-Guru“ Ossi Urchs, Wolfgang Kleinwächter (Universität Aarhus), Arndt Groth (Vorsitzender Interactive Media, Präsident Bundesverband Digitale Wirtschaft) und Peter Troxler (Sicherheitsexperte, Universität Aberdeen). Es moderiert Ranga Yogeshwar.

          Sonntag, 29. Januar

          Pro Sieben, Komödie, 20.15 Uhr: Catch Me If You Can

          „Catch Me If You Can“ ist ein unterhaltsamer, flotter, mitunter bewegender, vielleicht sogar guter Film, und doch möchte man an seinen Unzulänglichkeiten manchmal verzweifeln. Er beruht auf den Bekenntnissen des Hochstaplers Frank Abagnale jr., der sich im Alter von 23 Jahren bereits als Pilot, Arzt und Rechtsanwalt ausgegeben, durch Scheck- und andere Betrügereien zweieinhalb Millionen Dollar ergaunert hatte und dafür 1971 zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde. Die Geschichte ist dem Regisseur Steven Spielberg insofern nahe, als es sich bei Frank Abagnale auch um ein Wunderkind handelt, das spielend die Welt hinters Licht führt.

          Spielberg wäre jedoch nicht Spielberg, wenn er nicht auch aus diesem Stoff wieder die Geschichte vom verlorenen Familienglück destillieren würde. All die Hochstapeleien sollen nur dazu dienen, mit dem erschlichenen Geld dem Vater einen Lebensstil zu ermöglichen, der es ihm erlaubt, die anspruchsvolle Mutter zurückzuerobern. Und auch wenn Leonardo DiCaprio charismatisch genug ist, um seiner Figur ein eigenes Leben einzuhauchen, ist es doch allein Christopher Walken als Vater zu verdanken, daß der Film an dieser wohlfeilen Ausrede nicht zugrunde geht. Und als wolle Spielberg seinem Helden zusätzlich den Spaß verderben, hat er eine weitere Figur als Gegenpart eingebaut, einen FBI-Agenten, der Abagnale auf der Spur ist und von ihm ein ums andere Mal vorgeführt wird. Der Mann wird von Tom Hanks gespielt, der seine Sache natürlich bravourös macht, aber doch mit jeder Faser der Superstar bleibt, der sich in die graue Existenz des humorlosen Agenten zwängt wie in einen zu engen Anzug.

          Montag, 30. Januar

          Arte, Tragikomödie, 20.40 Uhr: Am Tag, als Bobby Ewing starb

          Liebevoll spöttischer Film über das historisch gewordene Milieu der Atomkraftgegner und Landkommunarden. Der siebzehnjährige Niels begleitet seine Mutter Hanne im Frühjahr 1986 bei ihrem Umzug aus der Großstadt in ein norddeutsches Bauernhaus. Dort hat sich unter der informellen Führung des indianerhaarigen Peter eine Gruppe friedensbewegter Aussteiger eingenistet, die Windräder zimmern und Körner stampfen, im gemeinsamen Badezuber herumtollen und gegen das ganz in der Nähe gebaute Atomkraftwerk Brokdorf demonstrieren. Natürlich zeigt sich dabei sehr viel Lächerliches, und es ist Lars Jessens insgesamt eher munterem Film „Am Tag, als Bobby Ewing starb“ anzulasten, daß er dieses Potential manchmal ein bißchen zu schamlos ausbeutet. Das ist schon deshalb schade, weil der Film daneben ein durchaus differenziertes Bild des beobachteten Milieus zeichnet, eine Art Endzeit, in der die Kommune auch auseinanderfällt.

          Dienstag, 31. Januar

          Arte, Dokumentarfilm, 20.40 Uhr: Why We Fight

          Weitere Themen

          Sadismus unter Palmen

          Albert Londres in Afrika : Sadismus unter Palmen

          Der Schlaf der Gerechtigkeit gebiert Kolonien: Der legendäre französische Reporter Albert Londres blickte in Afrika ins Herz der Finsternis – und stieß auf ein System der staatlich geförderten Sklaverei.

          Topmeldungen

          Der Start am Weltraumbahnhof in Florida

          Cape Canaveral : Erste bemannte SpaceX-Rakete erfolgreich gestartet

          Es ist der erste bemannte Weltraumflug Amerikas seit neun Jahren – die Privatfirma SpaceX hat ihre Crew-Dragon-Kapsel ins All geschickt. Der erfolgreiche Start der zweistufigen Rakete bedeutet eine grundsätzliche Abkehr von der Art und Weise, mit der Astronauten bisher in den Orbit befördert werden.
          Nicht nur am Mainufer, sondern auch an der Frankfurter Börse herrscht frühlingshafter Optimismus.

          Steigende Kurse trotz Krise : Das Börsenvirus

          Die Wirtschaft liegt noch am Boden, doch die Kurse an der Börse steigen und steigen. Kann die Wette auf die bessere Zukunft aufgehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.