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Fernsehwoche, 26. März bis 1. April : Schöne Frauen im Pixelmeer

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„Halbe Treppe“ heißt Uwes Imbißzelt in einem Einkaufskomplex, aber der Titel ist auch auf andere Weise emblematisch: Er bezeichnet die Halbheiten, mit denen die Personen sich abgefunden haben, und die Hälfte ihres Lebens, die gerade vorbei ist. „Halbe Treppe“ spielt in Frankfurt/Oder, aber man tut dem Film unrecht, wenn man ihn als Panorama ostdeutscher Befindlichkeiten liest. In Oldenburg oder Offenbach ist der Alltag nicht anders, nur der Dialekt, und die Dialektik zwischen der Realität und ihrer Konstruktion im Kino hat Regisseur Andreas Dresen, der nicht zufällig einen Radiomann vorschickt, wahrscheinlich besser begriffen als seine westdeutschen Kritiker. „Halbe Treppe“ aus dem Jahr 2002 war das Kino, nach der die deutsche Filmkritik, des Komödienstadls der Herren Buck und Wortmann überdrüssig, zehn Jahre lang gerufen hat, getreu dem Motto: Wie das Land, so die Filme.

Dienstag, 29. März

ZDF, Dokumentarreihe, 20.15 Uhr: Windsor Castle (1)

Das ZDF fiebert schon gewaltig mit vor der Hochzeit von Charles und Camilla, die - sollte nichts Unerwartetes dazwischenkommen - am 8. April über die Bühne gehen soll. Der zweiteilige Film (zweiter Teil am nächsten Dienstag) ist eine Koproduktion des ZDF mit BBC 1 und France 2, die ein Jahr lang auf dem Sommersitz der englischen Königsfamilie filmen durften.

Mittwoch, 30. März

Arte, Drama, 22.40 Uhr: Lovers

Spätnachmittag in Paris: Ein junger Maler betritt einen Buchladen, sucht einen Bildband über Dante Gabriel Rosetti, vergebens. Stattdessen findet er ein Mädchen, das ihm auf Anhieb gefällt, die Buchhändlerin Jeanne, ein schwarzhaariger Jean-Seberg-Typ. „Lovers“, der fünfte Dogma-Film, hält sich vorbildlich an das puristische Regelset des Manifests. In nur zweiundzwanzig Tagen drehte Jean-Marc Barr die Low-Budget-Produktion. Die Stadt als Kulisse tritt skizzenhaft in den Hintergrund, die Aufmerksamkeit konzentriert sich auf das Spiel von Elodie Bouchez und Sergej Trifunovic. So emphatisch der Film aus dem Jahr 1999 die Liebe schildert, so unerbittlich ist er in der Beschreibung des „Beziehungsalltags“. Der Konflikt von Gefühlsideal und Wirklichkeit ist sein intelligent und eindrucksvoll durchgespieltes Grundthema.

Donnerstag, 31. März

ARD, Liebesdrama, 23 Uhr: Der Krieger und die Kaiserin

Tom Tykwer hat nach dem überwältigenden Erfolg von „Lola rennt“ klugerweise nicht versucht zu doppeln, was einmalig bleiben muß. Sein Film „Der Krieger und die Kaiserin“ aus dem Jahr 2000 kehrt zu jenem gedehnten, Aufschübe nicht scheuenden Beobachten zurück, das schon Tykwers Film „Winterschläfer“ prägte, und entwickelt, je intensiver die Geschichte den Zuschauer in Bann nimmt, einen geradezu somnambulen Sog. Gut zwei Stunden wird der Film sich Zeit nehmen, Bodo und Simone, genannt Sissi, untrennbar zu verbinden, und er wird dabei eine Liebe inszenieren, die überwältigend ist, aber keinen Kuß und keine Berührung nackter Haut braucht.

Tykwers Film offenbart große visuelle Kraft, fängt den Schauplatz Wuppertal rätselvoll ein und setzt auf Schauspieler von hoher Intensität wie Franka Potente, die ihrer spontan erfüllten Lola nun eine überlegt erfühlte Kunstfigur entgegenstellt, Benno Fürmann und Joachim Król. Und wie Tykwer den Insassen der geschlossenen Anstalt, ohne daß sie als Exoten feilgehalten werden, jedem in wenigen Versatzstücken nur Erkennungsmerkmale mitgibt, wo ihr Leben aus dem Lot geriet, das soll dem Regisseur erst einmal einer gleichtun.

Freitag, 1. April

ARD, Drama, 23.30 Uhr: Engel und Joe

Zwei Liebende in Köln, nach einer wahren Geschichte aus Berlin. Engel (Robert Stadlober) und Joe (Jana Pallaske) erleben die moderne Punk-Version der großen romantischen Liebe, und die Regisseurin Vanessa Jopp folgt ihnen mit bebender Handkamera. Als Joe schwanger wird, nimmt sich das deutsche Sozialsystem der Liebenden an. Das kann nicht gutgehen. Zum Glück liegt der Kölner Bahnhof in der Nähe, und der Nachtzug nach Berchtesgaden steht schon auf dem Gleis.

Der Film verlegt eine Ostgeschichte nach Westdeutschland. Doch die Kölner Domplatte ist nicht der Berliner Alexanderplatz. Die Fußgängerzonen und Straßenbahngleise der Kölner Innenstadt sind nicht die breiten Straßen und S-Bahnhöfe von Berlin. In einem Krimi oder einer Komödie kann man über solche Unterschiede vielleicht hinwegsehen. Aber in einem Film über Jugendliche einer bestimmten Generation an einem bestimmten Ort sind sie essentiell. Hier ist die Atmospäre alles, und deshalb hängt in „Engel und Joe“ alles in der Luft.

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