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Fernsehwoche, 25. Juni bis 1. Juli : Fußballwunder und Femmes fatales

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Überredungskunst: Liv Tyler und Matt Dillon in „Eine Nacht bei McCool's” Bild: Vox

Am Samstag und am Mittwoch abend gehört die Mattscheibe dem Fußball. Von Dienstag an spielt Thomas Gottschalk als Spätplauderer Urlaubsvertretung. Und am Donnerstag gibt sich Frau Tyler fatal. Die Fernsehwoche.

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          Am Samstag und am Mittwoch abend gehört die Mattscheibe dem Fußball. Von Dienstag an spielt Thomas Gottschalk als Spätplauderer Urlaubsvertretung. Und am Donnerstag gibt sich Frau Tyler fatal. Die Fernsehwoche.

          Samstag, 25. Juni

          ZDF, Fußballübertragung, 17.05: Halbfinale Confederations Cup, Deutschland - Brasilien

          Zur Not sogar stallkundig: Götz George und Sergej Moya im neuen „Schimanski”

          „Vor diesen Brasilianern müssen wir keine Angst haben“, haben die Boulevardmedien festgestellt und mit Blick auf das Halbfinalspiel der deutschen Fußball-Nationalelf gegen Brasilien gleich munter weiter gedichtet: „Vorne Zucker, aber hinten wackelt auch bei denen der Hut.“ Ob es für Klinsmann und Co. deswegen gleich zu einem Sieg gegen den haushohen Favoriten reicht? Der deutsche Fan wird den Kult-Klassiker jedenfalls mit Argusaugen im gekühlten Wohnzimmer, auf einer hitzigen Partie im Biergarten oder auf einer Großeinwand in der Innenstadt verfolgen. Was für „uns“ spricht: Podolski, Kuranyi, Ballack und Kollegen haben bei der Mini-WM schon neun Treffer erzielt. Mehr als jedes andere Team. Und auch Abwehr-Hüne Robert Huth steigerte sich enorm - avancierte inzwischen sogar zum Publikumsliebling! Vielleicht klappt es ja wirklich mit einem Sieg gegen den Weltmeister. Dem ersten gegen einen großen Gegner seit Oktober 2000 (damals 1:0 in England). Oder mit anderen Worten: Vorne ist das deutsche Team Zucker - und hinten hat es einen Huth.

          Sonntag, 26. Juni

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Schimanski - Sünde

          Wie das Leben so spielt: Kaum hat Schimanski seiner Marie Claire auf einem romantischen Ausflug eröffnet, daß er durch eine Rentennachzahlung finanziell ausgesorgt hat, läuft den beiden ein entflohener Häftling über den Weg. Und Schimanski flieht mit ihm: Graubner will sich nämlich erschießen, wenn er nicht zu seinem Sohn David darf, Schimanski verhilft ihm zur Flucht und versucht sogar, ihn mit dem Jungen zusammenzubringen.

          Graubner ist für den Mord an Davids Mutter ins Gefängnis gegangen. Doch in Schimanski wächst der Verdacht, daß der wirkliche Mörder noch nicht gefaßt ist. Was, wenn es David ist?

          Arte, Dokumentarfilm, 20.40 Uhr: Höllentour

          Das waren noch Zeiten, als Jan Ullrich für Bianchi fuhr und Erik Zabel wie selbstverständlich für die Equipe mit den magentafarbenen Trikots in Frankreich unterwegs war, das damals noch Team Telekom hieß. Pepe Danquart, oscarprämiert und filmgeschichtlich mit allen Wassern gewaschen, hat zur Tour de France 2003 einen Dokumentarfilm gedreht, der die Genregrenzen wieder ein Stück erweitert. Ein Sportfilm, der als so klassisch gelten darf wie sein Gegenstand - und eine Woche, bevor sich das Peloton für eine neue Runde in Bewegung setzt.

          Danquart zeigt nicht nur die ausgemergelten, geschundenen, geflickten Körper. Er zeigt auch die Angst vor dem Versagen, die Selbstzweifel. Die Kamera dringt dorthin vor, wo der Fernsehzuschauer nicht hindarf, zu den Fahrern im Mannschaftsbus, ins Hotelbett, zum Aufwärmtraining. Man sieht die Herren beim Essen, beim Pinkeln, beim Rasieren der Beine. Man gewinnt einen Eindruck von der Materialschlacht, die eine solche Mammutveranstaltung bedeutet, erlebt die Zuschauer entlang der Strecke, die Aufbauhelfer, Gendarmen, Mechaniker, Journalisten, Kommentatoren. In einem Themenabend läßt Arte auf Danquarts Film die Dokumentation eines großen Duells der Tour folgen, des Wettstreits zwischen Raymond Poulidor und Jacques Anquetil in den sechziger Jahren. Den Abschluß bildet der finnische Spielfilm „Fahrradfieber - Cyclomania“.

          Montag, 27. Juni

          WDR, Milieudrama, 23.15 Uhr: Rocker

          Klaus Lemke findet seine Darsteller auf der Straße, verwickelt sie in Geschichten, an denen sie sich gemeinsam entlanghangeln, und schaut dabei der Wirklichkeit buchstäblich aufs Maul. Den Hell's Angels in Hamburg in diesem Fall, deren lässiger, erfindungsreicher Umgang mit der deutschen Sprache Lemke an die beneidenswerten amerikanischen Filme erinnerte. Der vergnügte Dilettantismus von „Rocker“ fördert dann auch mehr coole Sprüche und aufregende Momente zutage als manches Drehbuch, an dessen Sätzen lange gedrechselt wurde. Der Rest ist das, was man früher Sex, Drugs & Rock 'n' Roll nannte. Kein Wunder, daß auf manchen Retrospektiven diesem Film aus dem Jahr 1973 geradezu kultische Verehrung zuteil wurde.

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