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Fernsehwoche, 22. bis 28. Januar : Stunden der Erinnerung

  • Aktualisiert am

Arte, Dokumentation, 22.20 Uhr: Hollywood und der Holocaust

Daniel Anker zeigt auf, mit welchen Mitteln sich das Hollywoodkino des Völkermords an den Juden angenommen hat, und spricht mit Insidern wie Steven Spielberg, Gene Hackman oder Sidney Lumet.

Mittwoch, 26. Januar

BR, Drama, 21.45 Uhr: In einem anderen Leben

Die deutschstämmige Sintiza Lena rettet sich aus dem KZ Auschwitz in ein Lazarett für Wehrmachtsangehörige. Ein Soldat verliebt sich in sie, und gemeinsam wagen sie die Flucht durchs winterliche Polen. Drama von Manuel Siebenmann mit Sabrina White und Max von Thun.

3sat, Drama, 22.25 Uhr: Gebürtig

Der erfolgreiche Komponist Hermann Gebirtig, gespielt von Peter Simonischek, mit Bildern seiner Kindheit, mit der Erinnerung an die Deportation und Ermordung der Eltern konfrontiert. Ähnlich wie die Romanvorlage von Robert Schindel wartet auch der Film aus dem Jahr 2002, bei dem der Autor zusammen mit Lukas Stepanik Regie führte, zunächst mit verwirrend vielen Personen, Lebensläufen und Handlungssträngen auf, die nebeneinanderher laufen und sich gelegentlich unvermittelt kreuzen, bevor sie am Ende in unterschiedliche Richtungen abbiegen.

Für den Film wurde die Handlung geradliniger gezeichnet. Die Sprache jedoch wollte man in den Dialogen beibehalten, was nicht immer geglückt ist. Wie der Roman versteht es jedoch auch der Film, das Schmerzliche aufblitzen zu lassen, ohne es auszukosten, sich der Vergangenheit zu widmen, ohne sich ihr zu beugen, und so ein Hauptanliegen des Buchs in Bilder zu fassen.

WDR, Drama, 23.15 Uhr: Claire - Sich erinnern an die schönen Dinge

Claire Poussin (Isabelle Carré) ist erst um die Dreißig, aber wie ein schleichendes Gift nagt das Vergessen an ihrem Gehirn. Mit den Wörtern entfallen die Dinge. Was gestern war, verschwimmt im Nebel, ebenso der heutige Tag. Die Regisseurin Zabou Breitman sieht den hoffnungslosen Fall dieser autosomatischen Erkrankung, für die sie in Frankreich ganze fünf Vorbilder gefunden hat, mit einem fröhlichen Unterton.

Man kann, so ihre These, auch auf der Schattenseite des Lebens noch Liebe schenken und empfangen. Der Regisseurin ist ein leichter, aber keineswegs bloß amüsanter Film gelungen, dessen Stil genügend sperrig ist, um den Ernst des Themas nicht vergessen zu lassen. Dafür sorgen allein schon die Darsteller, die mit bitterer Miene antreten, bis dann die Romantik über die Tristesse siegen darf.

ARD, Dokumentation, 23.30 Uhr: Drei deutsche Mörder

1978 sprach Ebbo Demant mit den im Auschwitz-Prozeß verurteilten Oswald Kaduk, Josef Erber und Josef Klehr. Ihre Aussagen wurden in diesem Film aus dem Jahr 1999 neu zusammengestellt.

Donnerstag, 27. Januar

ARD, Feier, 14.03 Uhr: Gedenkveranstaltung

Die ARD überträgt live die Gedenkfeier zur Auschwitz-Befreiung heute vor sechzig Jahren. Gerhard Schröder, Wladimir Putin und andere Staatsmänner sind nach Polen gereist.

Freitag, 28. Januar

Arte, Drama, 20.40 Uhr: Solino

Dritter Spielfilm des Berlinale-Siegers Fatih Akin („Gegen die Wand“) aus dem Jahr 2002. Es ist das Generationenporträt einer italienischen Gastarbeiterfamilie, die 1964 von Apulien nach Duisburg kommt, dort ihre Söhne großzieht, schließlich zerfällt und sich in einen nordrhein-westfälischen und einen apulischen Zweig spaltet. Die Geschichte beginnt im Mezzogiorno-Städtchen Solino, wo Gigi (Barnaby Metschurat), der jüngere der beiden Amato-Brüder, aus Anlaß seiner Hochzeit seinen Dokumentarfilm „Dat iss jetz wech“ vorführt.

Auch Bruder Giancarlo (Moritz Bleibtreu) ist aus Deutschland angereist, und in Rückblenden erfahren wir, wie die beiden dort einst um die Liebe der blonden Jo (Patrycia Ziolkowska) gerungen haben. Für die Dreharbeiten hat Akin ein ehemals italienisches, heute von Türken bewohntes Duisburger Wohnquartier teilweise neu streichen lassen. Bei der Renovierung hat sich mit der Patina offenbar auch die historische Substanz verflüchtigt. „40 Quadratmeter Deutschland“ und „Kurz und schmerzlos“ waren kleine Filme mit hohem Wahrheitsgehalt, „Solino“ ist ein Großfilm mit Perücke und falschem Zungenschlag.

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„Parasite“ Video-Seite öffnen

Trailer : „Parasite“

„Parasite“, 2019. Regie: Joon-ho Bong. Darsteller: Kang-Ho Song, Woo-sik Choi, Park So-Dam. Kinostart: 17. Oktober 2019

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