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Fernsehwoche, 21. bis 27. Januar : Mozart, Hemingway und Heidi

  • Aktualisiert am

Sucht ihre Nachfolgerin: Heidi Klum Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Klassik zur besten Sendezeit im Ersten? Das schafft nur der 250 Jahre alte Mozart. Heidi Klum ist zwar deutlich jünger, sucht aber bei Pro Sieben schon mal ihre Nachfolgerin. Die Fernsehwoche.

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          Klassik zur besten Sendezeit im Ersten? Das schafft nur der 250 Jahre alte Mozart. Heidi Klum ist zwar deutlich jünger, sucht aber bei Pro Sieben schon mal ihre Nachfolgerin. Die Fernsehwoche.

          Samstag, 21. Januar

          Arte, Porträt, 17.45 Uhr: Loomit - Der Sprayer

          Hemingway bei der Arbeit

          Für Künstler halten sich viele, die mit Sprühdosen auf Hauswände, Mauern oder Eisenbahnwaggons ihre Spuren hinterlassen, doch nicht nur die Polizei sieht das meist anders. Einigen wenigen Graffiti-Sprayern aber gelingt es tatsächlich, sich Respekt, ja Ruhm zu erarbeiten - zum Beispiel dem in diesem Film porträtierten „Loomit“ alias Mathias Köhler, der als bedeutendster deutscher Graffiti-Künstler gilt.

          Sonntag, 22. Januar

          Arte, Themenabend, 20.45 Uhr: Ernest Hemingway

          Die Hemingway-Hommage beginnt mit dem Spielfilm „Wem die Stunde schlägt“ (1943), in dem Gary Cooper und Ingrid Bergman im spanischen Bürgerkrieg kämpfen. Die Dokumentation „Der Fluch der Hemingways“ (22.55 Uhr) begleitet John, einen Enkel des Schriftstellers, auf eine Reise zu den Schauplätzen der oft tragischen Familiengeschichte der Hemingways. Den Abschluß des Themenabends bildet um 23.55 Uhr das literarische Porträt „Mitten im Leben - Ernest Hemingway“.

          Montag, 23. Januar

          ZDF, Beziehungsdrama, 0 Uhr: Erste Ehe

          Die Krankheit von Dorit und Alex, zwei soeben Getrauten, hat keinen Namen, ist aber weit verbreitet. Es geht um den Sog der Selbstzerstörung, in den junge, ungefestigte Menschen gerissen werden, wenn sie sich zusammentun. Lieben und Quälen werden zum Synonym. Eigentlich soll die Hochzeit der beiden gefeiert werden. Doch wie im Zeitraffer schichtet Isabelle Stever in den chaotischen Verlauf einer einzigen Nacht alle Demütigungen und Erniedrigungen, allen auch handgreiflichen Streit und alle Fluchtreflexe, in die waidwunde Menschen sich in ihrer Hilflosigkeit stürzen. Diese Amputation der Gefühle, dieses Rotieren um Verletzen und Verzeihen ist in der Ausschließlichkeit, auf die der Film zielt, kaum zu ertragen - so beeindruckend die Selbstentäußerung der Schauspieler Maria Simon und Nils Nelleßen auch ausfällt. Aber unversehens wird der Würgegriff, in den die Radikalität der Regisseurin den Zuschauer zwingt, als solcher nicht mehr empfunden. Und dann wird offenbar, wie sorgfältig das scheinbar Ungeordnete arrangiert ist, wenn Dorit und Alex zwar gegeneinander wüten, aber den anderen überhaupt nicht mehr wahrnehmen und nur beim wiederholten Blick in den Spiegel erkennen können, wer und warum sie sind, wie sie sind.

          Dienstag, 24. Januar

          HR, Episodendrama, 23.15 Uhr: Amores Perros

          Dieser Film verliert keine Zeit. Er ist einer von denen, die uns in der ersten Sekunde am Kragen packen, mitnehmen und anderswo wieder absetzen. „Amores perros“ setzt ein mit einer Autojagd durch die Straßen von Mexiko-Stadt. Nicht aus der Totalen gesehen, sondern aus dem Inneren des Wagens, dazu eine hyperrealistische Tonspur mit Schreien, Ächzen und Fluchen. Gejagt: ein junger Mann mit großen Augen. Auf dem Rücksitz sein Freund, der einen Hund in den Armen hält. Aus dem dunklen Fell quillt so viel Blut, daß es den Sitz durchtränkt. Dann kracht es. Der Unfall ist für den jungen mexikanischen Regisseur Alejandro González Iñárritu der Knotenpunkt, an dem die drei Geschichten, aus denen sein Debütfilm aus dem Jahr 2000 besteht, ihren Ausgang nehmen. Hierhin kehren sie auch wieder zurück. Vielleicht hat Mexiko-Stadt, dieses „anthropologische Experiment“, wie der Regisseur es nennt, hier seinen „Taxi Driver“ gefunden.

          Mittwoch, 25. Januar

          Pro Sieben, Casting-Show, 20.15 Uhr: Germany's Next Topmodel - by Heidi Klum

          Superstar-Suche, bei der niemand singen muß, präsentiert von Heidi Klum, die bei der WM-Auslosungsgala das Moderieren schon mal üben durfte. Zum Auftakt werden aus 32 Möchtegernmodels die zwölf aussichtsreichsten Kandidatinnen ausgewählt - ein Dutzend, „das im Laufe der zehn Folgen ausgedünnt wird“, wie unsere Fernsehzeitschrift mitteilt. Es steht also zu befürchten, daß die armen Mädchen hungern müssen.

          Donnerstag, 26. Januar

          ARD, Klassik, 20.15 Uhr: Die Mozartshow

          Am morgigen Freitag ist Wolfgang Amadeus Mozarts 250. Geburtstag, die ARD feiert mit dieser Sendung rein. Moderatorin Sandra Maischberger empfängt Mozart-Spezialisten wie Justus Frantz, Christiane Hörbiger, Heide Simonis und Johann Lafer sowie einige „Überraschungs-Interpreten“.

          Freitag, 27. Januar

          Arte, Galakonzert, 20 Uhr: Mozart Jubiläumsgala

          Weitergefeiert wird bei Arte. Der Kulturkanal überträgt live die Gala aus der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim spielen und singen Thomas Quasthoff, Sylvia Schwartz, Nikolaj Znaider und die Staatskapelle Berlin.

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