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Fernsehwoche, 17. bis 23. Juni : Vor ihren Brüsten floh Woody Allen

  • Aktualisiert am

Am „Swimming Pool”: Ludivine Sagnier Bild: ARD Degeto

Mit dem „Russell Hill“ setzte ihr Woody Allen ein filmisches Denkmal: Der BR schenkt Hollywoodstar Jane Russell zum Geburtstag ein Porträt. Außerdem in der Fernsehwoche: François Ozons Psychothriller „Swimming Pool“.

          Mit dem „Russell Hill“ setzte ihr Woody Allen ein filmisches Denkmal: Der BR schenkt Hollywoodstar Jane Russell zum Geburtstag ein Porträt. Außerdem in der Fernsehwoche: François Ozons Psychothriller „Swimming Pool“.

          Samstag, 17. Juni

          ARD, Melodram, 22.10 Uhr: Dem Himmel so fern

          Julianne Moore in „Dem Himmel so fern”

          Nach der Kinovorstellung folgt Frank (Dennis Quaid) einem Pärchen in einen dunklen Hinterhof, an dessen Ende der Eingang zu einer Nachtbar für besondere Neigungen liegt. Als Whitaker, Ehemann und Vater zweier Kinder, über die Schwelle tritt, ahnen wir, daß seine Geschichte und die seiner Familie anders ausgehen wird, als solche Geschichten in Filmen sonst ausgehen. Nur Frank weiß es noch nicht. Deshalb geht er, als seine Frau Cathy (Julianne Moore) ihn ein paar Tage später in den Armen eines Stammgasts jener Kneipe ertappt, zum Psychiater, um sein „Problem“ loszuwerden. So wie Cathy, die eine gewisse Sympathie für ihren schwarzen Gärtner (Dennis Haysbert) empfindet, mit diesem auf eine Waldlichtung geht, um über ihre Eheprobleme zu reden. Oder doch ganz anders - denn während der Mann seine Homosexualität zunächst vor seiner Umgebung verbergen kann, wird Cathys Ausflug, von fremden Augen beobachtet, sofort zum Objekt giftigen Klatsches.

          Todd Haynes' Film „Dem Himmel so fern““, der die Geschichte von Frank und Cathy Whitaker erzählt, ist ein besonderes Stück Kino. Es ist ein historischer Film über die fünfziger Jahre - und zugleich ein Film über das Kino der fünfziger Jahre, über eine bestimmte Form, in der dieses Kino Geschichten erzählte, ein Genre, eine filmische Gattung: das Melodram. Und über den Regisseur, der diese Gattung beherrschte wie kein anderer: Douglas Sirk. Es ist ein Film, der die Technicolor-Farben, die Lichtsetzungen, die Kostüme, Dekors und dramaturgischen Konstellationen bei Sirk wiederbelebt, von „Magnificent Obsession“ über „All That Heaven Allows“ bis „Imitation of Life“; und der zugleich mit all diesen Formen, Farben und Tönen tatsächlich Kino macht, großes, bewegendes, physisches Kino.

          Sonntag, 18. Juni

          ARD, Psychokrimi, 23.15 Uhr: Swimming Pool

          François Ozon ist ein Virtuose des Kinos. Seine besten Filme sind Übermalungen, vertrackte Spiele mit dem Image seiner Schauspieler oder früheren Versionen seines Stoffs. „Swimming Pool“ ist die Variation eines französischen Psychothrillers von 1969, „La Piscine“ von Jacques Deray mit Alain Delon, Romy Schneider, Jane Birkin und Maurice Ronet. Sarah Morton (Charlotte Rampling), eine erfolgreiche englische Krimischriftstellerin, ist von ihrem Londoner Verleger in dessen Landhaus im Lubéron geschickt worden, damit sie dort Inspiration für ihren neuen Roman findet. Zwei Tage und zwei Nächte lang genießt sie die keuschen Freuden des Alleinseins im Paradies, dann wird sie unsanft aus ihrer Ruhe gerissen. Julie (Ludivine Sagnier), des Verlegers französische Tochter, nistet sich im Parterre der Villa ein, hört laute Rockmusik, badet nackt im Swimmingpool, räkelt sich in der Sonne und läßt sich nachts von einheimischen Junggesellen begatten.

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