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Fernsehwoche, 17. bis 23. Dezember : Wenn die Alraunenwurzeln schreien

  • Aktualisiert am

Kampf gegen Graffiti: Harry Potter im ZDF Bild: picture-alliance / dpa

Die Weihnachtszeit soll besinnlich sein, und auch die Fernsehsender bringen ihr Publikum nicht mit großen Premieren aus der Ruhe. Ausnahme: „Harry Potter 2“ im ZDF. Die Fernsehwoche.

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          Die Weihnachtszeit soll besinnlich sein, und auch die Fernsehsender bringen ihr Publikum nicht mit großen Premieren aus der Ruhe. Ausnahme: „Harry Potter 2“ im ZDF. Die Fernsehwoche.

          Samstag, 17. Dezember

          RBB, Liebeskomödie, 23.35 Uhr: Weihnachtsmann gesucht

          Der Regisseur Uwe Janson hat ein zauberhaftes Werk über nichts als die Sehnsucht vorgelegt, und das genügt, weil sich der Film auf leise Töne versteht ohne Kitsch-Akkorde. Janson ist ein rührend witziges Märchen gelungen über einen Mann in Liebesnöten und eine Frau, die ihren Gefühlen mißtraut. Tagsüber führt Johannes (Christoph Waltz) eine Tierhandlung, aber seine Gedanken sind stets bei Marion (Barbara Auer), eine Etage höher. Widerwillig streift er schließlich einen grauen Bart über, um seinen verletzten Gehilfen als Weihnachtsmann zu vertreten und trifft bei seinem Rundgang auf Sascha, der das zerrüttete Eheleben seiner Eltern beklagt. Erst durch Sascha, der Johannes nicht mehr aus den Augen läßt, im Glauben, der mürrische Tierverkäufer sei der einzig wahre Weihnachtsmann, vermag er seine Angebetete wieder zu erweichen. „Weihnachtsmann gesucht“ ist ein unaufgeregter Film, der dem Schweigen nachhorcht und den Lärm des Alltags leiser dreht.

          Sonntag, 18. Dezember

          SWR, Tragikomödie, 23.05 Uhr: Halbe Treppe

          Mit einem Dia-Abend, auf dem Urlaubsbilder gezeigt werden, stellt der Film seine Protagonisten vor: den Imbißbesitzer Uwe (Axel Prahl), die Parfümerieangestellte Ellen (Steffi Kühnert), den Radiomoderator Christian (Thorsten Merten) und Katrin (Gabriela Maria Schmeide), die auf einem Lkw-Parkplatz arbeitet. „Halbe Treppe“ heißt Uwes Imbißzelt in einem Einkaufskomplex, aber der Titel ist auch auf andere Weise emblematisch: Er bezeichnet die Halbheiten, mit denen die Personen sich abgefunden haben, und die Hälfte ihres Lebens, die gerade vorbei ist. „Halbe Treppe“ spielt in Frankfurt/Oder, aber man tut dem Film unrecht, wenn man ihn als Panorama ostdeutscher Befindlichkeiten liest. In Oldenburg oder Offenbach ist der Alltag nicht anders, nur der Dialekt, und die Dialektik zwischen der Realität und ihrer Konstruktion im Kino hat Regisseur Andreas Dresen, der nicht zufällig einen Radiomann vorschickt, wahrscheinlich besser begriffen als seine westdeutschen Kritiker.

          Montag, 19. Dezember

          ZDF, Dokumentarfilm, 0.10 Uhr: Der irrationale Rest

          DDR 1987: Suses Freund Matthias versucht, aus dem Land zu fliehen - gemeinsam mit ihrer besten Freundin Susanne. Doch die beiden Republikflüchtlinge werden verhaftet. Sechzehn Jahre später hat Thorsten Trimpop die Drei für seinen Film erstmals wieder zusammengeführt.

          Dienstag, 20. Dezember

          3sat, Drama, 20.15 Uhr: Die Liebenden vom Alexanderplatz

          Inge Meysel spielt Ruth Levenstein, die mit ihrer Tochter Liz und Schwiegersohn Aaron in New York lebt. In ihrer Heimatstadt Berlin ist sie nicht mehr gewesen, seit sie 1942 vor dem Nazi-Regime aus Deutschland geflohen ist. Doch jetzt will sie unbedingt dorthin zurückkehren. Für Ruth wird der Berlin-Besuch zur Reise in die Vergangenheit. Erinnerungen an ihre große Liebe Max werden wach. Mit ihm wollte sie seinerzeit aus Deutschland fliehen, Max kam jedoch nicht zum verabredeten Treffpunkt. Jetzt in Berlin erfährt die alte Dame, daß Max noch lebt. Sie will ihn wiedersehen - und sie will endlich Liz erzählen, daß Max ihr leiblicher Vater ist. Die Geschichte bewegt sich in einer gefährlichen Grauzone: zwischen luftig-leichter Familiensaga und Melodram, sentimentaler Liebesgeschichte und Komödie, Geschichtsunterricht und lockerer Unterhaltung. Monika Schmid (Drehbuch) und Detlef Rönfeld (Regie) halten die unterschiedlichen Stimmungen aber aus, gönnen Schauspielern und Zuschauern eine unaufgeregte, gelegentlich gemächliche Handlung - ein Beispiel für gediegenes Handwerk, das immerhin die innere Spannung der Figuren deutlich werden läßt.

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