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Fernsehwoche, 11. bis 17. September : 480 Mann für einen Kanzler

  • Aktualisiert am

Zu feiern gibt's viel im „Kanzleramt” (Arte) Bild: Arte/SWR/Thomas Schadt

Die Sommer-Ödnis ist vorbei: Mit frischem Programm bestreiten die Sender die Fernsehwoche. „Bully“ und „Dittsche“ sind zurück, und wir erfahren, wie es im Kanzleramt wirklich zugeht.

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          Die Sommer-Ödnis ist vorbei: Mit frischem Programm bestreiten die Sender die Fernsehwoche. „Bully“ und „Dittsche“ sind zurück, und wir erfahren, wie es im Kanzleramt wirklich zugeht.

          Samstag, 11. September

          HR/RBB, Episodenfilm, 22.25 Uhr: 11'09''01 - September 11

          Henry Hübchen in „Winterende”
          Henry Hübchen in „Winterende” : Bild: NDR

          Es geht um den 11. September 2001. Aber worum genau? Das Trauma der Katastrophe? Ihre Zeugen? Ihre geschichtlichen Folgen? Der Film gibt auf diese Fragen elf Antworten von elf Regisseuren. Es geht um alles, aber jeweils um etwas ganz anderes; es geht um das Leben, die Liebe, die Welt und das World Trade Center, aber nicht notwendig in dieser Reihenfolge. Die Symbolik ist unerwartet zum Segen ausgeschlagen, sie hat die meisten der Regisseure beflügelt statt gelähmt. Interessanterweise kommen ein paar der besten Beiträge aus Ländern, die von New York eine halbe Ewigkeit weit entfernt sind. Samira Makhmalbafs iranische Kindergeschichte ersetzt ganze Themenabende zum Stichwort „Globalisierung“, Idrissa Ouedraogos afrikanische Farce dreht dem Schreckgespenst Bin Ladin auf erfrischende Weise eine Nase. „11'09''01“ ist ein Schlag ins Gesicht Hollywoods und ein Triumph der freien Kinematographie.

          Sonntag, 12. September

          ARD, Krimi, 20.15 Uhr: Polizeiruf 110. Winterende

          Die Fälle des Ermittlerteams aus Mecklenburg-Vorpommern (Uwe Steimle, Henry Hübchen) sind nicht zuletzt nicht mehr gar so skurril wie vormals, sondern eher düster ausgefallen. Diesmal gibt es zum ersten Mal, seit Hübchen mit dabei ist, einen Mord: Ein Bestattungsunternehmer stirbt in der Sauna.

          WDR, Reality-TV, 22.30 Uhr: Dittsche - Das wirklich wahre Leben

          Dittsche ist ein Arbeitsloser, der in Hamburg-Altona zum Imbiß seines Freundes Ingo runterschlappt und dort im Bademantel an der Kühltheke über das Leben philosophiert. Dittsche ist Olli Dittrich, und der hat es im vergangenen Jahr irgendwie geschafft, den WDR davon zu überzeugen, daß er das zeigen muß: Wie Dittsche einmal die Woche, gefilmt in Überwachungskamera-Optik, das aktuelle Weltgeschehen auf Wurstthekenformat herunterbricht - ohne Drehbuch. Das Experiment lief seit dem Frühjahr dreizehn Mal, war ebenso fern des vermeintlichen Mainstream wie wunderbar - und wird fortgesetzt. Mit diesen zehn neuen Folgen erfüllt sich Dittrich einen weiteren Traum: Sie sollen alle live ausgestrahlt werden, ohne Netz und doppelten Boden, wie er sagt. Sogar die dritte Staffel für den Frühling 2005 ist schon beschlossene Sache.

          BR, Dokumentarfilm, 22.40 Uhr: Herr Wichmann von der CDU

          Mit der Wahl seines Sujets ist Andreas Dresen („Halbe Treppe“) sich treu geblieben. Er suchte einen, der keine Chance hat. Herr Wichmann, der im Bundestagswahlkampf 2002 für seine Partei im Wahlkreis Uckermark/Oberbarnim ein Direktmandat gewinnen will (und scheitert), ist das, worauf die Demokratie eigentlich hinauswill, der Amateur, der Straßenkämpfer des Parteiprogramms. Solange man nicht weiß, daß Henryk Wichmann gar keine Aussicht hat, den Wahlkreis Uckermark/Oberbarnim zu gewinnen, könnte man den Film für ein Duell zwischen dem Regisseur und seinem Sujet halten. Erst im Rückblick der Niederlage erkennt man, daß „Herr Wichmann von der CDU“ kein Gegner ist, sondern ein Held nach Dresens Geschmack.

          Montag, 13. September

          Arte, Doku-Serie, 20.15 Uhr: Das Kanzleramt

          Wer wissen will, was die 480 Angestellten in Deutschlands Regierungszentrale Tag für Tag so machen: Vielleicht erfährt er es aus dieser fünfteiligen Serie. Gerhard Schröder soll darin nur eine Nebenrolle haben - und es soll ziemlich viel Sekt fließen.

          ZDF, Drama, 20.15 Uhr: Kleine Schwester

          Der Film ist auf dem Münchner Filmfest mit dem VFF-Preis der Filmproduzenten ausgezeichnet worden. Die Jury würdigte die Ehrlichkeit und Authentizität von „Kleine Schwester“: Der Film gehe der Frage nach, was heute, fünfzehn Jahre nach dem Fall der Mauer, die Worte „Heimat“ und „Familie“ bedeuteten. Die Hauptrollen spielen Maria Simon, Esther Zimmering und Benno Fürmann, Regie führt Sabine Derflinger.

          Pro Sieben, Comedy, 21.15 Uhr: Bully & Rick

          Michael „Bully“ Herbig und Rick Kavanian präsentieren neue Sketche. Christian Tramitz ist nicht mehr mit von der Partie.

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