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Fernsehwoche, 1. bis 7. Oktober : Mit Harry in der Geisterbahn

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Adrien Brody in „Der Pianist” Bild: picture-alliance / dpa

Perfektes Timing: Just zum Erscheinen des neuen Buchs auf deutsch zeigt RTL den ersten „Harry Potter“-Film. Außerdem in der Fernsehwoche: Die Romanverfilmung „Die Nachrichten“ und Polanskis Meisterwerk „Der Pianist“.

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          Perfektes Timing: Just zum Erscheinen des neuen Buchs auf deutsch zeigt RTL den ersten „Harry Potter“-Film. Außerdem in der Fernsehwoche: Die Romanverfilmung „Die Nachrichten“ und Polanskis Meisterwerk „Der Pianist“.

          Samstag, 1. Oktober

          3sat, Magazin, 21.45 Uhr: Kulturzeit extra: 10 Jahre Kulturzeit

          Harry Potter I : Video-Kritik: "Harry Potter und der Stein der Weisen"

          Das einzige tägliche Feuilleton im deutschen Fernsehen feiert Geburtstag - und sich selbst mit einer Sonderausgabe, die die Denker unserer Zeit zu Wort kommen läßt.

          Sonntag, 2. Oktober

          RTL, Fantasy, 20.15 Uhr: Harry Potter und der Stein der Weisen

          Geschicktes Timing: Am Vortag ist der neue „Harry Potter“-Band auf deutsch erschienen, heute zeigt RTL den ersten Kinofilm. Joanne K. Rowling schreibt Schulgeschichten ohne jedes erwachsene Identifikationspotential. So gesehen erfüllt die Verfilmung durch Chris Columbus ihre Funktion: Kinder müssen den Film sehen, auch wenn sie nicht kapieren, daß er viel besser sein könnte. Alles bleibt ein wenig unverbindlich, wirkt irgendwie wortwörtlich wie ein vor der Schultafel aufgesagtes Gedicht. Es ist alles da, womit das Kino die Seinen in Verzückung versetzt - frei im Raum schwebende Kerzen, durchlässige Bahnhofsmauern, bewegliche Treppen, dunkle Verliese, düstere Wälder, dreiköpfige Monster -, aber die Möglichkeiten, der Sache ein eigenes Leben einzuhauchen, bleiben ungenutzt. „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist eine Geisterbahnfahrt, bei der uns alle Schrecken bekannt vorkommen und wir trotzdem die Hände vors Gesicht schlagen, um den anderen nicht den Spaß zu verderben.

          Montag, 3. Oktober

          ARD, Drama, 20.15 Uhr: Der Pianist

          Roman Polanski erzählt aus der Sicht des jüdischen Musikers Wladyslaw Szpilman, der im von den Deutschen besetzten Warschau um sein Leben kämpft - und es buchstäblich im Spiel gewinnt. Daß Szpilman am Ende auf einen deutschen Wehrmachtsoffizier stößt, der sein Klavierspiel als Signal einer von der Barbarei verdrängten Zivilisation begreift und sich seiner Menschlichkeit besinnt, ist eines jener raren wahren Wunder, wie sie sich mitunter selbst in düstersten Zeiten ereignen. Szpilman, von Adrien Brody gespielt bis zur Selbstaufgabe, erleidet dasselbe Schicksal wie die Mehrzahl seiner Leidensgefährten: Er ist Getriebener und Flüchtling, der keine Zeit darauf verwenden kann, anderen zu helfen, weil er ganz mit sich selbst beschäftigt ist. Über Jahre lebt er im Untergrund, zermartert von Angst und Hunger, bis seine ganze Persönlichkeit aufgelöst scheint; was bleibt, sind allein die Ur-Instinkte, nach etwas zu essen und zu trinken zu suchen.

          Polanski schildert den qualvollen Weg seines Protagonisten, ohne dem Zuschauer eine Atempause zu gönnen. Was auch immer Szpilman zustößt: Es kommt unweigerlich noch schlimmer. Einen Ausweg gibt es weder für ihn noch für das Publikum. Die Schlinge um Szpilmans Hals zieht sich immer fester, und daß sie sich am Ende doch noch löst, ist einem aberwitzigen Zufall zu verdanken. Schonungsloser und eindringlicher ist selten im Kino gezeigt worden, was der Überlebenskampf zur Nazi-Zeit bedeutet hat. Man hat Polanskis Film als „kunstlos“ bezeichnet, doch es ist ihm eine künstlerische Leistung gelungen, die im Kino zu den schwierigsten zählt: Wahrhaftigkeit zu erzeugen. Bei der Oscar-Verleihung 2003 erhielt „Der Pianist“ den Preis als bester Film und für das beste Drehbuch.

          3sat, Theaterverfilmung, 20.15 Uhr: Kabale und Liebe

          Der Regisseur Leander Haußmann will Schillers „Kabale und Liebe“ verfilmen, des, wie er meint, Dichters „deutschestes, interessantestes und perfektestes Stück“. Es spielen August Diehl, Paula Kalenberg, Detlev Buck, Ignaz Kirchner, Katharina Thalbach, Götz George, und Katja Flint.

          ZDF, Politdrama, 20.15 Uhr: Die Nachrichten

          Das ZDF hat den Nachwenderoman „Die Nachrichten“ von Alexander Osang verfilmt. Regie führt Matti Geschonneck. Der „Spiegel“-Reporter Osang schrieb das Drehbuch selbst, nach seinem gleichnamigen Roman. Jan Josef Liefers spielt die Hauptrolle des Nachrichtensprechers Jan Landers, der von seiner DDR-Vergangenheit eingeholt wird. Zwei Journalisten liefern sich einen Wettlauf um Geheimdienstakten, Gerüchte und Landers Geschichte. Der selbst wird vom Bildschirm genommen und reist in die Provinz seiner Vergangenheit, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

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