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Siebter F.A.Z.-Filmabend : Ein Gauner, zwei Betrüger und eine Leiche in Athen

Was hat dieses Paar zu verbergen? Kirsten Dunst und Viggo Mortensen im Film „Die zwei Gesichter des Januars“ Bild: picture alliance

Der siebte F.A.Z.-Filmabend für Abonnenten befasst sich am Dienstagabend, dem 6. Dezember, ab 19 Uhr mit dem Patricia-Highsmith-Krimi „Die zwei Gesichter des Januars“ – und lädt im Anschluss zur Diskussion.

          3 Min.

          Wem kann man heute überhaupt noch irgendwas glauben? Der Anlageberaterin? Dem Gesundheitsminister? Den eigenen Kindern? Herrn Viggo Mortensen glaubt man besser gar nichts; der ist nämlich ein viel zu guter Schauspieler, als dass nicht inzwischen jede Figur, die er spielt, von seinem Talent und Handwerk in ihrer Substanz bedroht wäre, weil er längst nicht mehr weiß, wer er ist und was er für wahr hält, was seinen Spielstil natürlich prägt. Am besten spielt so einer einfach nur noch irgendwelche unfassbar dreisten Lügner, dann kann sich das Publikum auch gleich besser mit der jeweiligen Figur identifizieren. Schließlich lügen wir ja alle den ganzen Tag ums nackte Überleben, weil dauernd Leute irgendwas von uns wissen wollen, müssen und dürfen, was sie nichts angeht; man nennt das Informationsgesellschaft.

          Dietmar Dath
          Redakteur im Feuilleton.
          Maria Wiesner
          Koordinatorin „Stil“.

          Der aus dieser Lage zwingend folgende Vertrauensverlust hat jede Menge lustige soziale Folgen. Fragen von geradezu philosophischer Tiefe stellen sich alltagsrelevant: Was kriegt man eigentlich noch fürs Geld, wenn niemand mehr den Leuten bei der Notenbank abnimmt, was sie von sich geben, und welchen Wert hat ein Bildungssystem, das neben öffentlichen Einrichtungen auch Herrschaftswissen für die dickeren Geldbeutel oder Privatunterricht gemäß weltanschaulichen Schrullen umfasst? Bevor die allgemeine Unglaubwürdigkeit sich ins Uferlose ausweitet, lohnt wohl ein Blick auf ihre kompakteste und intimste Erzählform: die Liebesgeschichte unter drei Personen, die dabei nicht nur einander, sondern jeweils auch sich selbst anlügen. Damit der Einsatz in diesem Spiel nicht zu niedrig ist, wird dabei am Besten gleich noch gemordet. Das Gesellschaftsbild, das sich so ergibt, bildet den Hintergrund sämtlicher Werke der Krimischriftstellerin Patricia Highsmith.

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