https://www.faz.net/-gqz-tq0j

Emmanuelle Béart : Die Schönste, für vierzehnneunzig

Neue Karriere als H&M-Model: Emmanuelle Béart Bild: AP

Die Gage war sicher gewaltig, die zerstörte Aura ist unbezahlbar: Emmanuelle Béart, eins der bekanntesten Gesichter des französischen Films, wirbt im Fernsehspot und auf Plakaten für Push-up und Hotpants von H&M.

          1 Min.

          „Fantastisch - H&M fragt mich als Frau über vierzig und Mutter von zwei Teenagern, ob ich Model in ihrer Unterwäschekampagne sein möchte. Da muß man einfach ja sagen.“ Also hat sie ja gesagt: Emmanuelle Béart, dreiundvierzig, Mutter zweier Teenager und eins der bekanntesten Gesichter des französischen Films.

          Andreas Kilb
          (kil.), Feuilleton

          Sie hat den Push-up für vierzehnneunzig, die Korsage zum gleichen Preis und die Hotpants für fünfneunzig angezogen und sich darin ablichten lassen, und nun hängt ihr Bild überall: auf Bushaltestellen, an Verkehrskreuzungen, auf Bauzäunen. Sie sieht sich sogar ziemlich ähnlich, nur daß sie etwas magerer wirkt als sonst, ungefähr so wie ein Model, das gerade einen Béart-Ähnlichkeitswettbewerb gewonnen hat.

          In einer Liga mit Anna Nicole Smith

          Nun ist es eine Sache, eine berühmte Schauspielerin als Markenunterwäscheträgerin auf Plakaten zu sehen, in einer Liga mit Leuten wie Anna Nicole Smith und Heidi Klum. Eine andere Sache ist es, wenn dieselbe Schauspielerin einen 45-Sekunden-Werbespot dreht, in dem sie ihr Gesicht und ihren Körper auf dieselbe Weise bewegt wie in ihren wichtigsten Filmen - nur daß sie es diesmal nicht für ein großes Gemälde oder eine große Liebe tut, sondern für einen Push-up und ein Paar Hotpants.

          Neue Karriere als H&M-Model: Emmanuelle Béart Bilderstrecke
          Emmanuelle Béart : Die Schönste, für vierzehnneunzig

          In dem Filmchen, das ab heute im Fernsehen läuft, liegt Béart im Kimono mit einem Buch in der Hand auf dem Sofa; dann läuft sie wie von Geistern gerufen ins Schlafzimmer, entledigt sich des seidenen Umhangs, drapiert sich in Höschen und BH auf dem Bett und streichelt ihre Katze, während Carla Bruni das Lied vom schönsten Mann im Viertel singt, „le plus beau du quartier“. Das alles sieht nicht schlecht aus, aber es hat doch etwas von einem edlen Rennpferd, das in einem Wanderzirkus Männchen macht. Die Gage war sicher gewaltig, die Korsage kostet fünfzehn Euro, die zerstörte Aura ist unbezahlbar.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.