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Debatte um „Werk ohne Autor“ : Warum Donnersmarcks neuer Film den Maler Gerhard Richter verrät

„Zu reißerisch“: Tom Schilling spielt den Künstler Kurt Barnert Bild: dpa

Der Maler Gerhard Richter sagt, Florian Henckel von Donnersmarck habe seine Lebensgeschichte für „Werk ohne Autor“ missbraucht. Der Regisseur behauptet, es hätte eine Abmachung gegeben. Dann hat er seinen Teil nicht eingehalten.

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          Es gibt Fragen, die man einem Kunstwerk lieber nicht stellen sollte. Etwa die, ob es wahr sei oder falsch. Wer sie aufwirft, hat sich damit schon neben das Werk gestellt, denn er gibt zu erkennen, dass ihm dessen ästhetische Qualität allein nicht genügt; es soll auch noch faktisch nachprüfbar sein. Wer sie dagegen als unpassend ablehnt, bringt sich in den Verdacht, einer abgehobenen, lebensfernen Kunstbetrachtung das Wort zu reden. So oder so zielt man an der Eigengesetzlichkeit einer Sphäre vorbei, in der ein anderer Begriff von Wahrheit gilt als vor Gericht.

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Der Maler Gerhard Richter hat jetzt öffentlich den Wahrheitscharakter eines Films bestritten, der nach Motiven aus seiner Biographie entstanden ist. Florian Henckel von Donnersmarcks „Werk ohne Autor“, so Richter in einer Nachricht an eine Reporterin des Magazins „New Yorker“, habe seine Lebensgeschichte „missbraucht und grob verzerrt“.

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