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Digitalisierung im Kino : Nicht jedes scharfe Bild ist ein gutes Bild

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Damals galt Bildschärfe im Kino noch als unkünstlerisch: Szene aus Andrej Tarkowskis Film „Nostalghia“ von 1983 Bild: ddp/Everett Collection

Die Vervollkommnung der Technik hinterlässt Spuren an unserem filmischen Erbe. Heute ist die Bildschärfe das Mantra des digitalen Kinos. Aber für klassische, analog gedrehte Filme kann sie zum Problem werden. Ein Gastbeitrag.

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          Nun öffnen nach dem Shutdown die ersten Kinos und gestatten uns wieder den Blick auf die große Leinwand. Fast unbemerkt sind in den letzten Jahren die ästhetischen Charakteristika des klassischen Films verschwunden: Das projizierte analoge Bild wich dem digitalen vom Beamer. Das Filmerlebnis veränderte sich, im günstigen Fall nur wenig, so wie die Betrachtung eines Gemäldes im Vergleich zu seiner gelungenen Reproduktion.

          Doch Anmutung und Faszination des analogen Bildes vergehen in dem Maß, wie sich die Unwägbarkeit der Fotografie auflöst. Wenn das Resultat der Aufnahme sich einer unmittelbaren Beurteilung bei seiner Entstehung entzieht, dann lebt das analoge Bild auch vom Risiko des Misslingens, erst recht, wenn von der tradierten Methode abgewichen, wenn Neues probiert wird. Die Besonderheit des vordigitalen Films ist nur aus diesem Produktionsprozess heraus zu verstehen. Nur durch die Projektion des Filmstreifens wird er sichtbar. Alexander Horwath, Direktor des Österreichischen Filmmuseums in Wien, bemängelt zu Recht die Sorglosigkeit im Umgang mit der digitalen Sicherung des Filmerbes: „dass die derzeit geprobte Form der Filmüberlieferung in Deutschland ein noch viel prominenteres Opfer in Kauf nimmt – den Film selbst“.

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