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Nominierung für die Academy Awards 2012 : „The Artist“ geht als Favorit ins Oscar-Rennen

  • Aktualisiert am

Aussichtsreicher Kandidat im Oscar-Rennen: der Stummfilm „The Artist“ mit Jean Dujardin und Berenice Bejo Bild: dapd

Das Rennen um den Oscar ist eröffnet: Der Stummfilm „The Artist“ und Martin Scorseses „Hugo“ dürfen sich die größten Hoffnungen machen. Auch Wim Wenders gehört zu den Aspiranten.

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          Der französische Stummfilm „The Artist“ ist der große Favorit für die diesjährige Oscarverleihung. Der Film von Michel Hazanavicius bekam am Dienstag in Los Angeles zehn Nominierungen für den begehrtesten Filmpreis der Welt. Darunter ist auch der Hauptpreis für den besten Film und fünf weitere Hauptkategorien. Hazanavicius kann die Trophäe als Regisseur und als Drehbuchautor gewinnen, Jean Dujardin als bester Hauptdarsteller und Ludovic Bource für die Musik.

          Weitere Favoriten sind Martin Scorseses „Hugo“ mit Nominierungen in elf Kategorien, das leise Rassendrama „The Help“ und George Clooneys Tragikomödie „The Descendants“. Sie haben die Chance auf vier Trophäen, ebenso wie Woody Allens „Midnight in Paris“ oder „Die Kunst zu gewinnen - Moneyball“ mit Brad Pitt. „Albert Nobbs“, in dem sich Glenn Close als Mann verkleidet, um eine Anstellung zu bekommen, ist für drei Oscars nominiert.

          Glenn Close fordert Meryl Streep

          In der Kategorie bester Hauptdarsteller konkurriert Jean Dujardin
          („The Artist“) für seine Rolle als Stummfilmstar, dessen Karriere
          mit dem Siegeszug des Tonfilms endet, mit George Clooney („The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten“). Dieser spielt einen Vater, der seine Familie zusammenhalten will, nachdem seine Frau nach einem Unfall im Koma liegt. Weitere Nominierte sind Demian Bichir als Einwanderer in „A Better Life“, Gary Oldman als britischer Meisterspion in „Dame, König, Ass, Spion“ und Brad Pitt als Baseball-Manager in „Die Kunst zu gewinnen - Moneyball.“

          Nominiert für den besten Film: „The Artist“ von Michel Haznavicius mit Jean Dujardin und Bérénice Bejo Bilderstrecke

          Bei den Oscars können auch die Golden Globe-Gewinnerinnen Meryl Streep („Die Eiserne Lady“) und Michelle Williams („My Week With Marilyn“) auf eine Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin hoffen. Damit ist Streep zum 17. Mal nominiert, häufiger als jeder andere Schauspieler. Bei ihren vergangenen zwölf Nominierungen ging sie allerdings leer aus. Konkurrenz bekommt Streep von Glenn Close als vermeintlich männlicher Butler in „Albert Nobbs“, Viola Davis als schwarze Haushaltshilfe in „The Help und Rooney Mara als traumatisiertes und rachsüchtiges Computergenie in “Verblendung“.

          Oscar-Chance für Wim Wenders

          Der deutsche Regisseur Wim Wenders ist mit seiner 3D-Hommage „Pina“ für den Doku-Oscar nominiert worden. Die Dokumentation über die 2009 gestorbene legendäre Tänzerin Pina Bausch, Gründerin des Wuppertaler Tanztheaters, tritt bei der Oscar-Vergabe in der Sparte „Bester Dokumentarfilm“ gegen vier Mitstreiter an.

          Pina“ hatte anfangs doppelte Oscar-Chancen, denn der Film war für Deutschland auch ins Rennen um den Auslands-Oscar gezogen. Bei einer Vorauswahl schaffte es „Pina“ in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“ zwar in die Gruppe von neun Spitzenkandidaten, konnte sich am Dienstag aber nicht unter den Top 5-Nominierten plazieren.

          Seine erste Oscar-Nominierung hatte Wenders im Jahr 2000 für die Musik-Dokumentation „Buena Vista Social Club“ in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ erhalten, war bei der Preisvergabe dann aber leer ausgegangen.

          Der Hamburger Nachwuchsregisseur Max Zähle schaffte es mit seinem Kurzspielfilm „Raju“ ebenfalls in die Oscar-Endrunde. Er wurde in der Kategorie „Live-Action-Kurzfilm“ nominiert. Im vorigen Juni hatte der Absolvent der Hamburg Media School mit „Raju“ bereits den bronzenen Studenten-Oscar gewonnen.

          Wer tritt die Nachfolge von „King’s Speech“ an?

          In der Sparte „Bester fremdsprachiger Film“ ist unter anderem der Kriegsfilm „In Darkness“ von der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland nominiert worden. Er tritt gegen Filme aus Belgien, Kanada, Israel und dem Iran an. „In Darkness“ wurde mit der Beteiligung von deutschen Produzenten gedreht. Unter anderem spielen Benno Fürmann, Herbert Knaup und Maria Schrader mit. Das Drama schildert den Überlebenskampf einer Gruppe jüdischer Flüchtlinge, die sich über Monate hinweg vor den Nazis verstecken konnten.

          Der Oscar für den besten Film des Jahres 2011 wird am 26. Februar im Kodak Theatre in Los Angeles verliehen. Vor einem Jahr war „The King’s Speech“ der große Favorit. Von zwölf Nominierungen gewann er vier Oscars, unter anderem die besonders wichtigen als bester Film, beste Regie (Tom Hooper) und bester Hauptdarsteller (Colin Firth).

          Die wichtigsten Nominierungen

          Bester Film

          „The Artist“
          „The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten“
          „Extrem laut und unglaublich nah“
          „The Help”
          „Hugo Cabret”
          Midnight in Paris
          „Die Kunst zu gewinnen - Moneyball“
          The Tree of Life
          „Gefährten”

           

          Beste Regie

          Michel Hazanavicius („The Artist“)
          Alexand Payne („The Descendants“)
          Martin Scorsese („Hugo Cabret”)
          Woody Allen („Midnight in Paris”)
          Terrence Malick („The Tree of Life“)

           

          Beste männliche Hauptrolle

          Demian Bichir („A better Life“)
          George Clooney („The Descendants“)
          Jean Dujardin („The Artist“)
          Gary Oldman („Dame, König, As, Spion“)
          Brad Pitt („Moneyball”)

           

          Beste weibliche Hauptrolle

          Glenn Close („Albert Nobbs“)
          Viola Davis („The Help“)
          Rooney Mara („Verblendung“)
          Meryl Streep („Die eiserne Lady”)
          Michelle Williams („Meine Woche mit Marilyn“)

           

          Beste männliche Nebenrolle

          Kenneth Branagh („Meine Woche mit Marilyn“)
          Jonah Hill („Moneyball”)
          Nick Nolte („Warrior”)
          Christopher Plummer („Beginners“)
          Max von Sydow („Extrem laut und unglaublich nah“)

           

          Beste weibliche Nebenrolle

          Bérénice Bejo („The Artist“)
          Jessica Chastain („The Help“)
          Melissa McCarthy („Brautalarm”)
          Janet McTeer („Albert Nobbs“)
          Octavia Spencer („The Help“)

           

          Bester fremdsprachiger Film

          „Bullhead“ (Belgien)
          „Monsieur Lazhar“ (Canada)
          Nader und Simin – Eine Trennung“ (Iran)
          „Footnote“ (Israel)
          „In Darkness“ (Polen)

           

          Bester Animationsfilm

          „Eine Katze in Paris“ (Alain Gagnol und Jean-Loup Felicioli)
          „Chico & Rita“ (Fernando Trueba und Javier Mariscal)
          „Kung Fu Panda 2“ (Jennifer Yuh Nelson)
          „Puss in Boots“(Chris Miller)
          „Rango” (Gore Verbinski)

           

          Beste Dokumentation

          „Hell and Back Again“ (Danfung Dennis und Mike Lerner)
          „If a Tree Falls: A Story of the Earth Liberation Front“ (Marshall Curry und Sam Cullman)
          „Paradise Lost 3: Purgatory” (Joe Berlinger und Bruce Sinofsky)
          Pina” (Wim Wenders)
          „Undefeated” (TJ Martin, Dan Lindsay und Richard Middlemas)

           

          Bestes Originaldrehbuch

          „The Artist“ (Michal Hazanavicius)
          „Brautalarm“ (Annie Mumolo und Kristen Wiig)
          „Margin Call“ (J.C. Chandor)
          „Midnight in Paris“ (Woody Allen)
          „Nader und Simin - eine Trennung“ (Asghar Farhadi)

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