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Fünfter F.A.Z.-Filmabend : Wie lebensgefährlich sind Kinderfilme für Erwachsene?

Eine der lustigsten Schauspielerinnen, die das deutsche Kino je erlebt hat: Karoline Herfurth als „Die kleine Hexe“ Bild: dpa

Der fünfte F.A.Z.-Filmabend zeigt heute Abend ab 19 Uhr den Film „Die kleine Hexe“ exklusiv für Abonnenten – und lädt im Anschluss zur Diskussion.

          2 Min.

          Man darf Erwachsenen eigentlich keine gelungenen Kinderfilme zeigen, sonst schmilzt sofort ihr Verstand. Zwar sind Kinderfilme, die nichts taugen, für Große ganz ungefährlich, denn dabei handelt sich fast immer um getarnte Erwachsenenfilme, die irgendwer zwischen den Arbeitsgängen „Drehbuch“ und „Regie“ so lange mit didaktischem Furor vereinfacht hat, bis überhaupt nichts Anstößiges mehr drinsteckt.

          Dietmar Dath
          Redakteur im Feuilleton.
          Maria Wiesner
          Redakteurin im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Gute Kinderfilme dagegen sprechen, ob sie wollen oder nicht, Wahrheiten aus, die kindgerechterweise dermaßen grundsätzlich und glasklar sind, dass sie sich in Sprache und Gedankenwelt von Erwachsenen einfach nicht einpassen lassen, weil darin alles viel zu kompliziert zugeht. Im durchschnittlichen Erwachsenenkopf strebt das Hirn nämlich leider nur selten und ausnahmsweise nach Wahrheit, dauernd dagegen nach der ständigen Vervielfältigung der Anschlüsse eines jeden Einfalls und einer jeden Empfindung nach draußen: an die Gesellschaft, ihre Anforderungen, Befehle und Sitten.

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