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„Die geliebten Schwestern“ : Dominik Graf hofft auf Oscar-Nominierung

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Szene aus „Die geliebten Schwestern“: Friedrich Schiller (Florian Stetter) und seine Gespielinnen Bild: dpa

Der Kinofilm „Die geliebten Schwestern“ von Regisseur Dominik Graf geht als deutscher Beitrag in das Rennen um eine Oscar-Nominierung für den besten nicht-englischen Film. Die Liebesgeschichte setzte sich gegen 16 andere deutsche Beiträge durch.

          Die Dreiecksgeschichte „Die geliebten Schwestern“ von Regisseur Dominik Graf geht für Deutschland ins Rennen um die Oscars. Das auf wahren Begebenheiten beruhende Kino-Epos schildert die gefährliche Liebschaft des Dichters Friedrich Schiller mit zwei Frauen.

          Graf habe mit persönlicher Handschrift eine bewegende Liebesbeziehung einfühlsam inszeniert, begründete die Jury der Auslandsvertretung des deutschen Films - German Films - am Mittwoch in München die Entscheidung. Regisseur Graf reagierte begeistert: „Großartig! Ich freue mich sehr! Schiller goes to Hollywood!“

          Die nächste Hürde für den Kostümfilm, der seit 31. Juli im Kino läuft, ist nun die offizielle Nominierung. Am 15. Januar gibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles bekannt, welche fünf Filme in die Endauswahl für den besten nicht-englischsprachigen Film kommen. Die Oscar-Verleihung ist am 22. Februar. Der deutsche Beitrag für den diesjährigen Oscar-Wettbewerb, das DDR-Drama „Zwei Leben“, hatte die Nominierung nicht geschafft.

          Poetisch und kunstvoll in Szene gesetzt

          Produzentin Uschi Reich dankte der Jury: „Ich bin überglücklich, das der Film jetzt auf so einem tollen Weg ist“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. In den Vereinigten Staaten werde der Film am 24. Dezember ins Kino kommen. „Jetzt müssen wir uns alle zusammen Mühe geben und schauen, dass der Film bekannt wird.“

          Bei der diesjährigen Berlinale war „Die geliebten Schwestern“ leer ausgegangen. Einige Kritiker hatten unter anderem die Länge von 139 Minuten bemängelt. Andere dagegen hatten euphorisch gelobt, Graf habe die prächtig ausgestattete Geschichte poetisch und kunstvoll in Szene gesetzt.

          Während sich der 61-Jährige Graf über seinen Erfolg freuen kann, gehen 16 Filmemacher leer aus, die ebenfalls ihre Werke eingereicht hatten. Viele dieser Filme hatten traditionell historische Bezüge, so etwa „Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht“ von Edgar Reitz über zwei Bauernjungen im 19. Jahrhundert, die davon träumen, nach Brasilien auszuwandern.

          Regisseur Dominik Graf (2.v.l.) und die Hauptdarsteller bei der Premiere in Weimar

          Reitz hatte dafür beim Deutschen Filmpreis im Mai die Goldene Lola erhalten. In Pepe Danquarts Kriegsdrama „Lauf Junge lauf“ flieht ein jüdischer Junge vor den Nazis. Im Gegensatz dazu stand die Heimatfilm-Persiflage „Im weißen Rössl“, die sich ebenfalls als deutscher Oscar-Beitrag beworben hatte.

          Seit Dienstag hatte eine Jury die Werke gesichtet. Unter den Juroren waren etwa die Regisseurin Sherry Hormann oder der Produzent Peter Herrmann, der den deutschen Oscar-Gewinner von 2003, Caroline Links Epos „Nirgendwo in Afrika“, produziert hat.

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