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Deutscher Filmpreis : „John Rabe“ und „Baader Meinhof“ nominiert

  • Aktualisiert am

Ulrich Tukur als John Rabe Bild: ddp

Ein sonderbarer Ort für eine Bekanntmachung in Sachen Film: Im ZDF-„Morgenmagazin“ verlasen Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und die Schauspielerin Jasmin Tabatabai am Freitag die Nominierungen für den deutschen Filmpreis.

          Das historische Drama „John Rabe“ von Oscar-Preisträger Florian Gallenberger geht als Favorit in das Rennen um den 59. Deutschen Filmpreis. Die auf wahre Begebenheiten beruhende Produktion über die Rettung hunderttausender Chinesen durch einen deutschen Kaufmann (siehe: Berlinale: Schutz unter falscher Fahne) wurde sieben Mal nominiert, darunter in der Kategorie „Bester Spielfilm“, wie die Deutsche Filmakademie am Freitag bekanntgab. Der mit 2,845 Millionen Euro höchstdotierte Kulturpreis in Deutschland wird am 24. April in Berlin vergeben.

          Konkurrenten von „John Rabe“ sind „Chiko“ von Özgür Yildirim (Video-Filmkritik: „Chiko“), „Im Winter ein Jahr“ von Caroline Link (Video-Filmkritik: Caroline Links „im Winter ein Jahr“), „Der Baader Meinhof Komplex“ von Uli Edel (Video-Filmkritik: „Der Baader Meinhof Komplex“), „Wolke 9“ von Andreas Dresen (Video-Filmkritik: „Wolke neun“) und „Jerichow“ von Christian Petzold (Video-Filmkritik: „Jerichow“), die ebenfalls als beste Filme nominiert sind und damit bereits je 250.000 Euro bekommen.

          Preise in 15 Kategorien

          Insgesamt gibt es Preise in 15 Kategorien. Die Nominierungen gaben Kulturstaatsminister Bernd Neumann und Akademie-Vorstandsmitglied Jasmin Tabatabai im ZDF-Morgenmagazin bekannt. Im letzten Jahr gewann der Episodenfilm „Auf der anderen Seite“ von Fatih Akin den Deutschen Filmpreis als beste Produktion (Video-Filmkritik: „Auf der anderen Seite“).

          Johanna Wokalek und Moritz Bleibtreu als Ensslin und Baader in „Der Baader-Meinhof-Komplex”

          Auf den Preis für die besten Schauspieler können sich bei den Männern Josef Bierbichler („Im Winter ein Jahr“), Denis Moschitto („Chiko“) und Ulrich Tukur („John Rabe“) Hoffnung machen, in der Sparte der besten Schauspielerinnen wurden Anna Maria Mühe („Novemberkind“, Kino: „Novemberkind“ mit Anna-Maria Mühe und Ulrich Matthes), Ursula Werner („Wolke 9“) und Johanna Wokalek („Der Baader Meinhof Komplex) nominiert. Beste Nebendarstellerin können werden Irm Hermann („Anonyma“, Video-Filmkritik: „Anonyma“), Susanne Lothar („Fleisch ist mein Gemüse“, Christian Görlitz verfilmt Heinz Strunks Roman „Fleisch ist mein Gemüse“) und Sophie Rois („Der Architekt“). Steve Buscemi („John Rabe“), Andreas Schmidt („Fleisch ist mein Gemüse“) und Rüdiger Vogler („Effi Briest“) wurden für die beste männliche Nebenrolle ausgesucht.

          Für die beste Regie bewerben sich Andreas Dresen („Wolke 9“), Uli Edel („Der Baader Meinhof Komplex“), Florian Gallenbeger („John Rabe“) und Christian Petzold („Jerichow“). Als beste Dokumentarfilme bewerben sich „Lenin kam bis Lüdenscheid“ und „Nobody's Perfect“. In der Sparte Kinderfilm wurden „Hexe Lilli, der Drache und das magische Buch“ sowie „Was am Ende zählt“ nominiert. Für die beste Kamera stehen Kolja Brandt („Nordwand“), Jürgen Jürges („John Rabe“) und Wedigo von Schultzendorff („Lulu & Jimi“) zur Wahl.

          Für den besten Schnitt wurden Anne Fabini („Berlin Calling“), Peter Przygodda („Palermo Shooting“), Patricia Rommel („Im Winter ein Jahr“) und Sebastian Thümler („Chiko“) nominiert. Für das beste Szenenbild wurden Christian Goldbeck („Krabat“, Hauptsache laut: Marco Kreuzpaintner verfilmt Otfried Preußlers „Krabat“), Tu Ju Hua („John Rabe“) und Udo Kramer („Nordwand) ausgewählt. In der Sparte Kostümbild wurden Lucie Bates („Effi Briest“), Lisy Christl („John Rabe“) und Birigt Missal („Der Baader Meinhof Komplex“) ausgesucht. Die Lola für die beste Filmmusik wird unter „Element of Crime“ („Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“), Annette Focks (“Krabat“) und Niki Reiser („Im Winter ein Jahr“) entschieden. Bei der Tongestaltung konkurrieren „Anonyma“ und „Krabat“. In der Drehbuchsparte wurden Christian und Heide Schwochow („Novemberkind“), Johanna Stuttmann („Berlin Calling“) und Özgür Yildirim („Chiko“) nominiert.

          Die Nominierungen

          Bester Spielfilm (dotiert mit je 250.000 Euro):
          „Der Baader Meinhof Komplex“ von Uli Edel
          „Chiko“ von Özgür Yildirim
          „Im Winter ein Jahr“ von Caroline Link
          „Jerichow“ von Christian Petzold
          „John Rabe“ von Florian Gallenberger
          „Wolke 9“ von Andreas Dresen

          Bester Dokumentarfilm (dotiert mit je 100.000 Euro):
          „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ von André Schäfer
          „Nobody's perfect“ von Niko von Glasow

          Beste Kinder- und Jugendfilme (dotiert mit je 125.000 Euro):
          „Hexe Lilli, Der Drache und das magische Buch“ von Stefan Ruzowitzky
          „Was am Ende zählt“ von Julia von Heinz

          Beste weibliche Hauptrolle:
          Anna Maria Mühe („Novemberkind“)
          Ursula Werner („Wolke 9“)
          Johanna Wokalek („Der Baader Meinhof Komplex“)

          Beste männliche Hauptrolle:
          Josef Bierbichler („Im Winter ein Jahr“)
          Denis Moschitto („Chiko“)
          Ulrich Tukur („John Rabe“)

          Beste weibliche Nebenrolle:
          Irm Hermann („Anonyma“)
          Susanne Lothar („Fleisch ist mein Gemüse“)
          Sophie Rois („Der Architekt“)

          Beste männliche Nebenrolle:
          Steve Buscemi („John Rabe“)
          Andreas Schmidt („Fleisch ist mein Gemüse“)
          Rüdiger Vogler („Effi Briest“)

          Beste Regie:
          Andreas Dresen („Wolke 9“)
          Uli Edel („Der Baader Meinhof Komplex“)
          Florian Gallenberger („John Rabe“)
          Christian Petzold („Jerichow“)

          Bestes Drehbuch:
          Christian Schwochow, Heide Schwochow („Novemberkind“)
          Johanna Stuttmann („Nacht vor Augen“)
          Özgür Yildirim („Chiko“)

          Beste Kamera/Bildgestaltung:
          Kolja Brandt („Nordwand“)
          Jürgen Jürges („John Rabe“)
          Wedigo von Schultzendorff („Lulu & Jimi“)

          Bester Schnitt:
          Anne Fabini („Berlin Calling“)
          Peter Przygodda, Oli Weiss, Mirko Scheel („Palermo Shooting“)
          Patricia Rommel („Im Winter ein Jahr“)
          Sebastian Thümler („Chiko“)

          Bestes Szenenbild:
          Christian M. Goldbeck („Krabat“)
          Tu Ju Hua („John Rabe“)
          Udo Kramer („Nordwand“)

          Bestes Kostümbild:
          Lucie Bates („Effi Briest“)
          Lisy Christl („John Rabe“)
          Birgit Missal („Der Baader Meinhof Komplex“)

          Beste Filmmusik:
          Element of Crime („Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe“)
          Annette Focks („Krabat“)
          Niki Reiser („Im Winter ein Jahr“)

          Bester Ton:
          Manfred Banach, Tschangis Chahrokh, Dirk Jacob, Carsten Richter („Krabat“)
          Manfred Banach, Christian Conrad, Martin Steyer („Anonyma“)
          Tschangis Chahrokh, Heinz Ebner, Guido Zettier („Nordwand“)

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